"Ohne Frauen ist kein Staat zu machen"

22. März 2010, 14:45
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Für einen besseren Sozialismus: Die deutsche Feministin Hertha Kuhrig diskutiert u.a. die Frage "Was blieb vom großen Frauenaufbruch?"

Auf Einladung der feministischen Bildungseinrichtung Frauenhetz und ElfemA kommt die deutsche Feministin Hertha Kuhrig nach Wien. Ziel der Veranstaltung ist es, die Zeit seit der deutschen Wiedervereinigung 1989 feministisch-kritisch zu rekapitulieren. "Was blieb vom großen Frauenaufbruch?" fragen die Veranstalterinnen mehr als 20 Jahre nach dem Zusammenbruch der DDR. Am 23. März wird Kuhrig in den Räumlichkeiten der Frauenhetz einen Vortrag mit dem Titel "Ohne Frauen ist kein Staat zu machen" halten, anschließend folgt eine Publikumsdiskussion (Moderation von Birge Krondorfer).

Ohne Frauen ist kein Staat zu machen, war eine Parole der Wendezeit in der ehemaligen DDR.  Die Ankündigung zitiert aus einem Interview mit Hertha Kuhrig: "Es waren vor allem auch die Frauen, die einen anderen, besseren Sozialismus - einen antipatriarchalischen - wollten. Als sich die 'Wiedervereinigung' abzeichnete, äußerten sie konkrete Ängste. Bereits geraume Zeit vor deren tatsächlichem Vollzug hieß es im 'Manifest für eine autonome Frauenbewegung': 'Wiedervereinigung' sei, wenn 'die Diktatur des Politbüros durch die Diktatur des Bundeskanzleramts' ersetzt würde; in der Frauenfrage bedeute das 'drei Schritte zurück. Es hieße überspitzt gesagt: Frauen zurück an den Herd. Es hieße: wieder kämpfen um das Recht auf Arbeit, kämpfen um einen Platz für den Kindergarten, um die Schulspeisung. Es hieße, vieles mühsam Errungene aufzugeben, statt es auf eine neue qualitative Stufe zu heben."

Zur Person:

Prof. Hertha Kuhrig leitete nach ihrer Promotion 1964 die Forschungsgruppe "Die Frau in der sozialistischen Gesellschaft" an der Akademie der Wissenschaften der DDR. 1973 wurde sie ebendort als Professorin berufen, wo sie bis zur ihrer Emeritierung 1990 erwerbsarbeitete. In ihrem Ruhestand gibt sie aber bis heute keine Ruhe. Publikation u.a.: Mit den Frauen - Für die Frauen. Frauenpolitik und Frauenbewegung in der DDR, in: Geschichte der deutschen Frauenbewegung, Hg. F. Haervé, Köln 1995

Am Donnerstag, dem 25. März ist Hertha Kuhrig zudem im Kulturzentrum 7stern zu Gast. Moderiert wird die Diskussion an diesem Abend von Heidi Ambrosch.

Termine

  • "Ohne Frauen ist kein Staat zu machen"
    Dienstag, 23. März, 19:00
    in der Frauenhetz, Weissgerberstr.41, 1030 Wien (Women only)
  • Vortrag und Diskussion
    Donnerstag, 25. März, 19.00 Uhr
    Kulturzentrum 7-Stern
    Siebensterngasse 31
    1070 Wien (all gender welcome) (red)
  • Ausschnitt aus dem Flyer zur frauenhetz-Veranstaltung.
    foto: kuhrig/frauenhetz/elfema

    Ausschnitt aus dem Flyer zur frauenhetz-Veranstaltung.

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