Mit der Bremse auftanken

Guido Gluschitsch, 22. März 2010, 16:57

Wer vorausschauend fährt, kann mit einer Rekuperationsbremse ordentlich Geld sparen und schont dabei die Umwelt

Es kommt ja nur mehr in Fernsehserien und Actionfilmen vor, dass die Reifen eines Autos bei einer Vollbremsung quietschen, als würde ein Heer von Meerschweinchen um sein Leben schreien. Seit die Verbreitung von ABS in Autos - die der von Radios gleicht - quietscht es nur mehr ganz selten, und gleichzeitig haben sich die Bremswege verkürzt. Trotzdem ist das Antiblockiersystem, so wie wir es kennen, nicht der letzte Schrei was das Verzögern angeht.

Ohne verschleißende Bremsklötze und Bremsscheiben kommt die neueste Generation von Bremsen im Auto aus: die Rekuperationsbremse. Was hier so hochgestochen gescheit klingt, ist nichts anderes als eine Bremsenergie-Rückgewinnung, wie sie bei Straßenbahnen und Zügen schon in der Anfangszeit der E-Züge zum Einsatz kam.

Statt mit Verschleißbremsen zu verzögern, schaltete man die Motoren, mit welchen man gerade noch den Zug beschleunigte, zu Generatoren um. Um diesen Generator anzutreiben, braucht man Energie, die aus dem Vortrieb gewonnen wurde - heißt: Der Zug wurde abgebremst. Den Strom, welchen der Generator dabei erzeugt hat, führte man einfach in die Oberleitung zurück.

Akkuspeisung bei Hybrid-Autos

Das Gleiche passiert derzeit bei Hybrid-Autos. Diese haben neben dem Verbrennungsmotor auch einen Elektro-Antrieb. Im Schiebebetrieb, also wenn nicht beschleunigt wird, und beim Bremsen schaltet der Elektromotor einfach um, wird zum Generator und erzeugt Strom, den er in die Akkus speist, aus denen er seine Energie fürs Beschleunigen holt.

Es gibt noch weitere Arten, die Bremsenergie zu speichern: in einem Schwungrad oder in Kondensatoren. Was aber stets bleibt, ist die verlustfreie Verzögerung. Deswegen bremst man neuerdings auch so in der Formel 1: mit KERS, Kinetic Energy Recovery System. Mit der gespeicherten Bremsenergie wird dann später das Fahrzeug wieder beschleunigt.

Das erste Serienauto mit einer Bremsenergie-Rückgewinnung war der wohl bekannteste Hybrid bis jetzt, der Toyota Prius. Inzwischen haben viele andere Hersteller nachgezogen und bieten Bremsenergie-Rückgewinnungs-Systeme sogar für reine Verbrennungsmotoren an. Die Energie wird dann einfach in der Autobatterie gespeichert, und weil dadurch die Lichtmaschine nicht immer am Motor hängen muss, wird durch die geringere Belastung Sprit gespart.

BMW hat im Riesen-SUV ActiveHybrid X6 gleich zwei Elektromotoren, die einzeln oder gemeinsam als Generatoren verwendet werden. Deutliche Zahlen erarbeitete BMW bei Tests mit dem reinen Elektro-Auto Mini E: Durch die Bremsenergie-Rückgewinnung kann man die Reichweite um bis zu 20 Prozent erhöhen. Der Grund dafür liegt darin, dass vor allem im Stadtverkehr, bei vorausschauender Fahrweise, 75 Prozent aller Bremsmanöver ohne Verschleißbremse auskommen. In Zukunft wird es also umso wichtiger sein, nicht allzu scharf zu bremsen, denn dann braucht man zum einen nicht so oft Bremsscheiben und -klötze zu wechseln und tankt dabei zum anderen jedes Mal das Auto ein wenig auf. (derStandard.at, 22.03.2010)

 

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leaping frog
00
26.3.2010, 11:38
wichtig wäre die rückmeldung

vorhehr hatte ich ein auto mit eine anzeige des spritverbrauchs pro gefahrene km. jetzt leider nicht und somit ist mir auf einmal der verbrauch "unwichtig", weil nicht bewertbar/feststellbar.

auch hier muss der fahrer das gefühl bekommen, dass er "richtig" fährt.

wieviel energie hat er gewonnen/verloren ... etc.

wakman
00
25.3.2010, 17:25

Wer immer auf der Bremse steht,
hat stets einen vollen Tank!

Uniquin
 
00
24.3.2010, 07:50

Was bei Straßenbahnen funktioniert die an jeder Ecke eine Station haben und viel Massse beschleunigen müssen ist im PKW gänzlich sinnlos - zeigt sich auch an den realen "Verbrauchswundern" der Hybridautos. Wäre gut in kleinen Stadtautos -dort überwiegt aber der Nachteil Gewicht für den Spass. Bei großen Autobahnrennern gewinnt man auf der Strecke Wien-Salzburg einmal bei der Ankunft für 10 Sekunden nennenswerte Energiemengen zurück.

Naeich
 
02
23.3.2010, 17:54
Wer vorausschauend faehrt ...

kann auch ohne solche Bremsen jede Menge Sprit sparen, wenn er so faehrt dass er rollen laesst und selten bremst. Das stoert zwar die Deppen die mit Vollgas auf rote Ampeln oder Kolonnenverkehr zusteuern um sich dann ordentlich einzubremsen, aber denen ist sowieso nicht zu helfen.

dr mike
00
28.6.2011, 21:36

rollen ist bei Einspritzmotoren nicht so gut wie in einem hohen Gang ohne Gas zu geben - also mit Motorbremse, zu rollen. Dabei verbrauchen moderne Einspritzmotoren null Sprit während beim rollen im Leerlauf - also ohne Motobremse - die Motoren weiterhin Sprit verbrauchen.

skyrock
01
26.3.2010, 08:01
vielleicht habem die bereits einen Hybrid?

Peter W1
 
52
23.3.2010, 20:17

Es gibt also außer dir niemanden auf der Welt. Danke das du anderen in einer sowieso zu eng bemessenen Verkehrsfläche auch noch weiter Platz und Zeit stiehlst.

Du glaubst es vielleicht nicht, aber hinter gibt es Abbieger oder den mittels antizyklisch geschaltener Ampeln nachfolgenden Verkehr. Und die würden gerne über die Ampel und dort nicht weitere Minuten warten, nur weil dir jeder anderer egal ist.

Heavyweather
20
23.3.2010, 22:15

Nix kapiert.
Wenn ich mit 50 im 4. Gang auf eine rote Ampel zurolle stört dass auch nur die die mit 60 hinter mir fahren...die sind mir ehrlich gesagt auch echt wurscht. Kannst ja überholen und vorne in die Eisen steigen...dann komme ich mit einem 30er zur Ampel und fahr an dir vorbei ;)

leaping frog
00
26.3.2010, 11:44
5o km/h rollen wird keine aufregung verursachen

aber mit 20km/h bergab 0,5 km gegen ampel zu rollen ist genau das problem welches Peter W1 ihnen beschreiben will. und er hat recht.

Peter W1
 
21
24.3.2010, 04:09

Du verstellst dem nachfolgenden Verkehr den Platz. Ist das so schwer zu verstehen? Du bist nicht alleine auf diesem Planeten. Und wenn wegen dir 4-5 Autos bei der Ampel die nächste Rotphase abwarten müssen, weil du ihnen Verkehrsfläche genommen hast hast du mehr Umweltverbrechen begangen als ein SUV-Fahrer während der gesamten Fahrt.

Das wird jetzt einige Menschen überraschen, aber in Städten gibt es Ampeln. Und Rollen bedeutet, dass der Abbiegeverkehr weniger Fläche hat bzw. bei antizyklisch geschaltenen Ampeln (und die gibt es haufenweise in Wien) der nachfolgende Verkehr nicht einmal die Kreuzung überqueren kan. Aber das ist dir ja egal. Hauptsache du rollst zur Ampel und hinter dir die Sintflut.

wolfgang gaerber
02
purer unsinn

durch die langsamere Fahrgeschwindigkeit braucht man weniger Sicherheitsabstand und es passen mehr Autos gleichzeitig auf die Strasse.

wolfgang gaerber
00
uijeeeeeehhhhh

Andrerseits lass ich mich auch nicht von jedem Peter zu einer Fahrtgeschwindigkeit nötigen die der Verkehrssituation nicht angemessen ist.
In Wien gibts zwar an 50er - trotzdem sind fast überall 30 zu fahren - könnt ja ein Kind zwischen den parkenden Autos hervorhüpfen.... aber das werden die Peters nie verstehen.
Wenn also jetzt so ein Peter von hinten geiferspuckend in seinem Kistl sitzt muß ich ihn natürlich aus dem Vertrauensgrundsatz ausnehmen. In dieser notsituation fahr ich dann halt so langsam wie es nötig ist um meinen Sicherheitsabstand zu erhalten. Und wenn ich dazu stehenbleiben muß.

org azmo
10
23.3.2010, 17:40
auch der toyota prius besitzt zwei elektromotoren

einen zum elektrischen fahren und den anderen zum anwerfen des benziners.

details: www.priuswiki.de

kurti kurt
00
ein toyota prius besitzt...

so wie jedes andere moderne Auto an die 100 Elektromotoren, große und kleine. Scheibenwischer, Fensterheber, Steuerungen im Motorraum, uvm... ;-)

Para Dox
00
23.3.2010, 20:12

Einen Starter (="Anwerfer des Benziners") hat aber jedes Auto, auch wenn er beim Prius vielleicht Zusatzfunktionen hat.

Hellex
11
23.3.2010, 17:29
Eine kleine Warnung:

zuwenig bremsen und zu vorrausschauend fahren kann ein Kostenrisiko bergen:
die Qualität der Bremsscheiben ist (nach meiner Erfahrung) schlechter geworden. Bei einer entsprechenden Fahrweise kann es schnell passieren, dass bei einem Neuwagen beim 3-Jahres-Check die Bremsscheiben verrostet sind und als grober Mangel angesehen werden. Die Kosten für den Austausch sind nicht unerheblich!
Abhilfe: beim Rückwärtsfahren öfter hart in die Eisen steigen.

Zhdophanti
00
23.7.2011, 12:31

Wenn ma einen Mechaniker hat der nicht drauf aus ist, seine Kunden auszunehmen, dann kann man die Bremsscheiben auch einfach abdrehen, solange unter dem Rost noch genügend Bremsbelag vorhanden ist.

Uniquin
 
00
24.3.2010, 07:52

Einmal Tirol-Wien mitte Jänner (Salzdusche für 4 Stunden) und dann das Auto 5 Wochen stehen lassen genügt zum demolieren der Bremsscheiben bei einem Neufahrzeug -hab ich unfreiwillig erfolgreich probiert.

Para Dox
20
23.3.2010, 20:13

Die Bremsscheiben rosten, wenn man wenig fährt.

TheNepomuk
00
23.3.2010, 17:56

Warum beim Rückwärtsfahren???

Hellex
10
23.3.2010, 18:01
Weil das Problem hauptsächlich

die hinteren Bremsscheiben betrifft.

Peter W1
 
22
23.3.2010, 14:13

Wie wärs mit einem SUV-Verbot? Spart am meisten Treibstoff. Wer sowas kauft dem gehören sowieso die Abgase direkt ins Schlafzimmer geleitet. Ein grösseres Umweltverbrechen ist bestenfalls noch Benzin einfach so zu verbrennen.

Peter W1
 
71
23.3.2010, 14:08

Das ist rein egoistisches Fahren. Dieses Heranrollen bedeutet, dass Dutzende Meter Strassenlänge ungenutzt bleiben und sich daher der Querabbiegeverkehr oder der anschliessende Verkehr, der bereits grün, hat diese Fahrbahn nicht verwenden kann.

Was am schlimmsten ist, sind die D****n, die in einer 50er Zone einen 30er fahren und bei Gelb dann noch schnell Gas geben (und dabei dann oft direkt hinter der Kreuzung wieder auf 30 abbremsen, weil hintern ihnen kommt ja bekanntlich nur noch die Sintflut) bzw. jene die bei einer Kreuzung stehend den ersten Gang erst reingeben wenn es bereits Grün ist.

An all jene: Ihr seid nicht alleine auf der Welt und wenn euch das Lenken eines KFZ überfordert greift auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurück.

Naeich
 
02
23.3.2010, 17:59
Das ist Unsinn ...

und zwar nachweisbar Unsinn. Die Zahl an Autos, die auf einer Strasse pro Zeiteinheit durchkommt nimmt eben deswegen nicht linear mit geringerem Abstand zu weil es dann zur Ausbildung von Lateralwellen kommt, die den Verkehr weitaus mehr behindern und den Durchsatz verringern. Typisches Symptom sind die anlasslosen Staus auf Autobahnen. Dieses Phaenomen ist seit jahren wissenschaftlich erkannt aber leider offenbar fuer den Durchschnittsautofahrer zu komplex um verstanden zu werden.

Peter W1
 
20
23.3.2010, 20:14

Die Lateralwellen entstehen alleine durch besagte Genies, die nicht in der Lage sind, den ersten Gang rechtzeitig reinzugeben. Schau dir mal an, wie sich das abspielt wenn Menschen fahren die nicht vom Lenken eines KFZ überfordert sind. Da fahren alle mehr oder weniger zeitgleich weg.

Und du vergisst den Aspekt der antizyklisch geschaltenen Ampeln bzw. Ampeln generell. Nur weil irgendein Egoist sich einbildet auf die Ampel zurollen zu müssen und damit hinter sich alles blockiert kommen Abbieger nicht auf die Querfahrbahn bzw. der nachfolgende Verkehr über die Kreuzung und müssen eine weitere Ampelphase abwarten. Rollen ist schlicht Egoismus bzw. Inkompetenz. In der Stadt funktioniert dieses Konzept nicht.

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