Die Schweizer Ethical Coffee Company will neue Kaffeekapseln produzieren, die Nespresso-kompatibel und billiger als die Originale sind
Paris - Nespresso, das Kapselsystem des Lebensmittelriesen Nestlé, bekommt laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Agence France Press Konkurrenz. Die französische Supermarktkette Casino plant nun einen Frontalangriff auf Nespresso, dessen Kapselsystem mit 1.700 Patenten geschützt ist.
Wie bei anderen Anbietern auch, passen in die Espresso-Maschinen von Nespresso nur die vergleichsweise teuren Kapseln, die das Unternehmen selbst vertreibt. Das Schweizer Unternehmen Ethical Coffee Company will nun neue Kaffeekapseln für Casino produzieren, die Nespresso-kompatibel sind. Vor allem der Preis könnte den Konsumenten schmackhaft erscheinen, sollen die Kapseln doch 20 Prozent weniger kosten als das Original.
Profi an der Spitze
Geführt wird Ethical Coffee von einem "Experten": Jean-Paul Gaillard stand von 1988 bis 1997 selbst an der Spitze von Nespresso. Er will bei den Nespresso-Patenten eine Lücke entdeckt haben und noch in diesem Jahr 450 Millionen Kaffeekapseln herstellen. 2011 sollen es bereits fast zwei Milliarden sein - die weltweite Nachfrage bei Nespresso-Kapseln wird auf sechs bis sieben Milliarden Stück geschätzt.
Mit den billigeren Kaffeekapseln, die Casino vertreiben will, könnte Ethical-Coffee-Chef Gaillard den Markt aufmischen. Von der Qualität her jedenfalls seien die von ihm produzierten Kapseln mindestens so gut wie die seines früheren Arbeitgebers, sagt Gaillard. Außerdem seien die aus Maisstärke gefertigten Kapseln biologisch abbaubar.
Nespresso-Chef Richard Girardot kündigt jedenfalls schon einmal in der Tageszeitung "Le Figaro"an, die Interessen von Nespresso "sehr nachdrücklich" verteidigen zu wollen. Dass die Kapsel des neuen Konkurrenten keines der 1.700 Patente von Nespresso verletzen solle, erscheine den Unternehmensjuristen jedenfalls "sehr überraschend". (red)