USA möchte "Regierungs-YouTube"

22. März 2010, 08:12
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Neues Netzwerk soll offizielle Daten anbieten - Bevölkerung soll durch mehr Offenheit eingebunden werden

Auf dem offiziellen Online-Portal der US-Regierung data.gov  können Menschen auf Statistiken, Datensammlungen und andere Informationen zugreifen. Verantwortlich dafür ist Vivek Kundra, als Federal Chief Information Officer der höchste Datenverwalter der USA. Er möchte jedoch in Zukunft einen Schritt weitergehen und spricht nun von einem Netzwerk nach dem Vorbild von YouTube, über das offizielle Informationen verteilt und mitgestaltet werden können, berichtet die BBC.

"Stellen Sie sich eine Welt vor, in der es ein YouTube für Daten gibt und jeder einzelne von uns kann sich interessante Informationen herauspicken und diese mit Familie, Freunden oder offiziellen Stellen teilen", so Kundra. Nach seiner Vorstellung soll es so den Menschen möglich sein, ohne großen Aufwand Informationen zu erforschen und festzustellen, ob diese für sie selbst relevant seien.

Datenmengen online zugänglich

Dies entspricht der Grundidee des data.gov-Portals, einem Teil der Initiative der Obama-Regierung um das politische System offener und transparenter zu gestalten. Mit dem Start von data.gov sorgte Kundra im Mai 2009 schließlich dafür, dass Teile der riesigen Datenmengen, über die die US-Regierung verfügt, online zugänglich sind. Die Informationen stammen aus den vielfältigsten Bereichen, etwa der Landwirtschaft, dem Budget oder dem Schulsystem.

"Man muss sich vorstellen, wieviele Daten die Regierung hat", so Kundra. "Indem wir sie demokratisieren, geben wir die Information in die Hände der Bürger, damit sie bessere Entscheidungen treffen können und verändern damit die Verwaltung fundamental." Die Idee dieses rohen Datenstroms, der den Internetnutzern zur Verfügung gestellt wird, wird häufig kritisiert.

Schwer verständlich

Zu schwer verständlich seien die Daten - den Bürgern sei eher gedient, wenn wenige, wichtige Informationen einfacher aufbereitet würden, so Gegner. Andere befürchten, dass zu viele Daten preisgegeben würden. "Wir müssen natürlich aufpassen, dass wir die Privatsphären der Menschen nicht verletzen oder die nationale Sicherheit gefährden", so Kundra. (pte)

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