Ekstase am Sonntagabend

21. März 2010, 20:29
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Peter Falk ist Inspektor Columbo. Halleluja - Ein Serienstart, für den man GIS-Gebühr gerne hinblättert

Die Nachricht der Woche, nein, des Jahrzehnts: Die in den letzten 40 Jahren im deutschen Sprachraum nur rar gestreute, beinahe unbekannte Krimiserie, von der auch kaum Wiederholungen in österreichischen Sendern zu sehen waren und noch kaum ein Krimifreund eine Folge zweimal gesehen hat, wurde nun im ORF-Programm endlich zugänglich gemacht.

Peter Falk ist Inspektor Columbo. Halleluja. Ausgeklügelte Alibis werden vom schmuddeligen Trenchcoat-Träger so lange dekonstruiert, bis man schläft. Ein heißeres Wochenendfinale ist nicht vorstellbar. Ein Serienstart, für den man die GIS-Gebühr gerne hinblättert, manch einer wird, nachdem die Freudentränen getrocknet sind, um eine Gebührenerhöhung ansuchen. Nächste Woche wartet schon die Folge mit George Hamilton! Ekstase!

Nichts gegen Wiederholungen an sich. Intime Kenntnis bestimmter TV-Highlights ist in einer mediendominierten Gesellschaft identitätsbildend. Serienfreunde wären aber dankbar, würden Wiederholungen mit Bedacht ausgewählt. Aktuelle Trends könnte durch ältere Qualitätsware konterkariert werden. Auch Freunde des Mystery-Metiers zeigen angesichts des nicht enden wollenden Stroms der Übersinnlichkeiten Ermüdungserscheinungen. FlashForward etwa, auch am Sonntagabend im ORF, schafft es trotz guter Ansätze nicht, Spannung zu halten.

Flaute herrscht hingegen bei anständiger Fiktion über gestresste Spione. Zu 24, dem Agentenhighlight des Jahrzehnts, könnte zwar noch eine neunte Staffel kommen, wiederholt wird aber kaum. Gekonnte Dacapos könnten aber die Seherabwanderung Richtung Internet und DVD eindämmen. (Alois Pumhösel/DER STANDARD; Printausgabe, 22.3.2010)

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    Und ewig ermittelt Peter Falk.

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