Mafia und Asylanten sind nicht dasselbe

21. März 2010, 19:44

Banden ruinieren den Ruf jener Ausländer, die in Österreich korrekt leben und arbeiten

In diesen Tagen erleben wir zwei Szenarien zur Ausländerproblematik: jene rund um die Abschiebung von Asylantenfamilien. Stichwort Zogaj. Und jene mit dem Übertitel "Georgische Mafia" - wo den Behörden im Rahmen europäischer Kooperation ein gründlicher Zugriff gelungen ist.

Der Polizei ist zu danken, dass sie den Führungsring dieser kriminellen Organisation ausgehoben hat. Denn solche Banden sind nicht nur Teil des "organisierten Verbrechens". Sie ruinieren auch den Ruf jener Ausländer, die in Österreich korrekt leben und arbeiten.

Deshalb ist die Kritik der Menschenrechtskommission am "ethnic profiling", also an der gezielten Überprüfung von Personen bestimmter ethnischer Herkunft, überzogen. In diesem Fall muss die Polizei bis an den Rand der Legalität gehen, um eine Tätergruppe zu erfassen, die auch bei der Ausbeutung von Asylanten permanent jenseits dieser Grenzen agiert.

Ganz anders liegt die Sache bei unbescholtenen Asylanten. Dass die Zogajs jetzt nur noch den Obersten Gerichtshof haben, der ihre Abschiebung abwenden könnte, geriet diese Woche in die Schlagzeilen. "Zogaj" ist zu einer Chiffre für bedrohte Ausländerfamilien geworden.

Fast jede Woche ereignet sich irgendwo in Österreich eine Nacht-und-Nebel-Aktion, die den Beteuerungen "christlicher" und "sozialdemokratischer" Politiker Hohn spricht.

Haben sie nicht immer gesagt, wer in Österreich integriert sei, könne dableiben? Mitnichten. Erst vor wenigen Tagen wurde mitten in der Nacht eine kosovarische Familie abgeholt und abgeschoben.

Eines der Kinder, der neunjährige Bernard, ein guter Schüler und exzellenter Fußballer, war den Eltern der anderen Kinder gar nicht als "Ausländer" aufgefallen, berichtet Hans Jörg Ulreich dem Standard. So gut sei sein Deutsch. Und Herr Ulreich setzt noch hinzu, dass der jetzt von den Medien zum Star stilisierte Fußballer David Alaba unter den derzeitigen Bestimmungen nie zu Bayern München gekommen wäre.

In immer mehr Gemeinden wehrt sich die Bevölkerung (darunter solche mit ÖVP-Bürgermeistern) gegen die Abschiebung integrierter Familien. Aber da ist der Politik die Mehrheitsmeinung egal. Sie ist ja für Ausländer und daher weniger wert. Mehrheiten werden nur ernst genommen, wenn es gegen die Ausländer geht. Wie am Sonntag im Südburgenland.

Der Zynismus dominiert und nicht die Menschlichkeit. Geschweige denn irgendeine europäische Gesinnung.

Vorzeigbar anhand des Kosovo: Dieses von Serbien abgespaltene Land gehört zu jenen Ländern des Westbalkans, die Österreich ganz offiziell lieber heute als morgen in die EU aufnehmen möchte. Da sich EU-Bürger nach Auslaufen der Übergangsfristen aber ansiedeln können, wo sie möchten, könnte man den vielen "Zogajs" in vorauseilender Toleranz eine Bleibe in Österreich anbieten.

Man tut es nicht. Denn das "humanitäre Bleiberecht" hat längst verloren gegen die von einzelnen Massenmedien geschürte Angst vor Fremden. Die Politik fungiert als Exekutor dieser selbsternannten Volksvertreter.(Gerfried Sperl, DER STANDARD Printausgabe 22.3.2010)

Kommentar posten
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Chris_SM
00
23.3.2010, 13:54
Asyl und Zuwanderung

sind aber auch nicht dasselbe.

Asyl darf nicht als "Einwanderung durch die Hintertür missbraucht werden.

bösartigster Schlechtmensch
01
22.3.2010, 21:13

Ich glaube nicht, dass Kosovo so schnell in die EU aufgenommen wird. Das ist ja kein richtiger (anerkannter) Staat.

Meine_Daten_gehören_MIR
03
22.3.2010, 19:30
Menschenrechte, Menschlickeit, menschlicher Verstand/Intelligenz - quo vadis?

Man kann sich nicht aussuchen, in welchem Land man geboren wird. Menschenrechte sollten eigentlich für alle Menschen gelten, nicht nur für die Bürger der "westlichen" Welt. Da kommen Menschen in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Ö und was dann. Sie werden weggesperrt, verdammt dazu Däumchen zu drehen. Würde man denen eine sinnvolle Beschäftigung geben, würden auch nicht so viele in die Kriminalität abrutschen. Mit den Menschen reden hilft auch Vorurteile abzubauen. Aber ja lieber doch die Angst vor dem Fremden schüren und dann als Krönung des Ganzen werden jene, die es schaffen sich (ohne Hilfe des Staates) eine eigene Existenz aufzubauen und sich integrieren, trotz der Beiträge zur Gesellschaft abgeschoben.

Timagoras
 
12
22.3.2010, 18:27
genau so

sehe ich das auch.

danke für die klaren worte, die nach dem herumgeeiere einer frau Brickner wirklich not (und gut) tun.

Chris_SM
33
22.3.2010, 18:04
Zur Erinnerung

Der Standard hat lange Zeit sämtliche Informationen, die nicht in das gewünschte Bild vom armen Mädchen, dass von der Behördenwillkür drangsaliert wird,(die Migrationsgeschichte) unterdrückt.

Dies hatte Krone-Niveau und ist ein schwarzer Punkt in der Geschichte des Standards, denn das war Agitation stat Information.

Ludmilla von Country de la Musica
13
22.3.2010, 17:52
oh, schon wieder fast nur rosenkränze im forum. - ich bin falsch hier.

passt mir in letzter zeit immer öfter: ich tippe standard.at in die adresszeile, lande dann aber ungewollt bei der jungen freiheit.

muss ein bug des browsers iron sein. doch wieder auf firefox umsatteln?

grassl
03
22.3.2010, 18:25
naja, die rosenkränze sind gut organisiert, wie mir scheint.

aber ich bin bei ihnen.

Ludmilla von Country de la Musica
00
22.3.2010, 17:55
pardon: passIERT natürlich. das kommt davon, wenn man das flüchten gar nicht erwarten kann.

Queen of Sheba
 
51
22.3.2010, 16:54
Leider ein Artikel auf Biertischniveau.

cwebb
55
22.3.2010, 16:06
Zogajs sind keine unbescholtenen Asylanten

Ganz einfach weil sie nie Asyl bekommen haben und werden. Weil es illegale Einwanderer sind.

grassl
12
22.3.2010, 18:28
so stimmt das nicht!

die haben als flüchtlinge um asyl gebeten und haben durchaus ihren gesellschaftlichen beitrag geleistet. ansonsten wären sie in ihrer österreichischen heimatgemeinde nie so gut aufgenommen worden.

cwebb
00
22.3.2010, 19:05

Haben aber hundert mal kein Asyl bekommen, egal welche Instanz egal wie oft Berufung. Nie. Kein einziges Mal. Es sind Wirtschaftsflüchtlinge. Keine Asylanten.

cwebb
21
22.3.2010, 19:04

Das klingt in der Gemeinde ganz anders.

Michael Jack Dundee
 
00
29.3.2010, 13:55

Danke liebe KronenZeitung. Vor 2007 war es anders, da konnten sie wie andere in der Gemeinde leben.

Ludmilla von Country de la Musica
03
22.3.2010, 20:39
hetz, hetz, hetz ...

ich hoffe, Sie kriegen magengeschwüre davon.

ministry of silly walks
41
22.3.2010, 15:27

Bekommt man für diesen Artikel wirklich Geld bezahlt. Wahnsinn!

Werner Eder
12
22.3.2010, 17:16

Auf Ihr Posting zu antworten, das ist eigentlich Wahnsinn. Drum hör ich eh schon wieder auf.

Queen of Sheba
 
12
22.3.2010, 16:42
Wird von der Krankenkasse bezahlt : Pensionsschocktherapie.

Terence Lennox
42
22.3.2010, 13:38
zogaj und all die anderen..

..sofort abschieben, weg mit denen. asylschwindler, die uns unsere arbeitsplätze (für unsere dummen und ungebildeten) wegnehmen. das hat nichts mit menschlichkeit zu tun, sondern mit österreich und seiner durch und durch widerlichen bevölkerung, die ein recht hat, unter sich zu bleiben...

grassl
01
22.3.2010, 18:31
bloß bleiben die widerlichen österreicher nicht unter sich!

nein, sie mischen sich in belange ein, ohne darüber nachgedacht zu haben. wer soll deren pensionen mal zahlen, hm? fragen über fragen!

askalex
21
22.3.2010, 18:40
Wer soll die Pensionen zahlen?

Jedenfalls nicht kriminelle Scheinasylanten, die direkt ins Sozialsystem einwandern.

Flash Gordon
02
22.3.2010, 16:48

Gehts noch ? - Frei nach dem Motto wir san wir und alles andere soll sich gefälligst schleichen.

Nein Danke, so ein Österreich kann mir gestohlen bleiben. Besser alle widerlichen Österreicher ausweisen.

Queen of Sheba
 
03
22.3.2010, 16:43
Zum Glück gibt es Sie.

ja aber
12
22.3.2010, 15:43
unter sich zu bleiben...

ist der anfang der inzucht und deren krankheiten.

wie hat bloss die k&k monarchie so lange als vielvoelkerstaat mit reisefreiheit durchhalten koennen?

Mucosaprolaps
13
22.3.2010, 17:22

Na ganz einfach: Man gehörte einem Fürsten, König oder Kaiser, dem man zu gehorchen hatte. Das Aussehen war zweitrangig.

Dann aber kam das 19. Jahrhundert: Die Könige verloren an Macht, die Bürger lehnten sich auf und suchen nach neuen Staatsmodellen. Leider war die damals bekannteste neue Theorie die des Darwinismus ... und so nahmen die Bürger die halbverstandene Theorie von den Lebewesen, von denen nur das stärkste gewinnt und sich fortpflanzt, und zimmerten daraus eine leider ziemlich mörderische Ideologie: "Völker" "müssen" da in ewigem Ringen einander vernichten ... wenige Jahre später kam ein impotenter Diktatur auf die logische Schlussfolgerung, Massenmord.

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