Österreichs schwerster flugfähiger Vogel im Aufwind

21. März 2010, 18:59
45 Postings

Restpopulationen der Großtrappe sind im Ansteigen - wenn auch immer noch sehr klein

Eisenstadt - Mit einer Flügelspannweite von zweieinhalb Metern und einem Gewicht von bis zu 17 Kilogramm ist die Großtrappe (Otis tarda) der schwerste in Österreich vorkommende flugfähige Vogel - zählt in dieser Hinsicht aber auch im weltweiten Vergleich zur absoluten Spitzengruppe. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Großtrappe erstreckt sich von der Iberischen Halbinsel bis nach Russland und Asien - allerdings handelt es sich dabei um keinen zusammenhängenden Lebensraum mehr. Statt dessen existieren verschiedene Einzelpopulationen, zwischen denen es praktisch keinen Kontakt gibt; die meisten davon umfassen auch nur einige hundert Tiere. In vielen europäischen Staaten ist die Großtrappe längst verschwunden - und auch insgesamt gilt die Art als vom Aussterben bedroht.

Es läppert sich

Schutzmaßnahmen laufen in verschiedenen Staaten, so auch in Österreich, wo Großtrappen nur im Nordburgenland (im Hansag sowie im Natura 2000-Gebiet Parndorfer Platte-Heideboden) und im nordöstlichen Niederösterreich (im Marchfeld und im westlichen Weinviertel) vorkommen. Im Europaschutzgebiet Parndorfer Platte-Heideboden hat sich der Tierbestand nach jahrzehntelangem Rückgang inzwischen erholt. Mittlerweile leben im österreichisch-ungarisch-slowakischen Grenzraum wieder insgesamt rund 400 Trappen, zieht Landesrat Werner Falb-Meixner Bilanz. Der Bestand der Großtrappen sei zur Brutzeit sowohl auf der Parndorfer Platte als auch am Heideboden in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Auf der Parndorfer Platte stieg die Anzahl der Tiere von neun im Jahr 2003 auf 21 im Vorjahr. Im österreichischen Teil des Heidebodens wuchs die Population von 34 im Jahr 2003 auf bis zu 102 Individuen 2009.

Um den Lebensraum für die Großtrappe zu erhalten, wird im Schutzgebiet auf Tourismus verzichtet. Von der ortsansässigen Bevölkerung, besonders Landwirten und Jägern, werde vor allem zur Brutzeit jede unnötige Störung vermieden, so Falb-Meixner. Im Rahmen des österreichischen Umweltprogrammes wurden von über 160 Landwirten bis zu 1.350 Hektar spezielle Trappenschutzflächen angelegt und bewirtschaftet. Der Landesjagdverband unterstützt das Projekt finanziell. Die Jäger beteiligen sich auch am Monitoring und melden entdeckte Brutplätze, um diese vor negativen Einflüssen zu schützen.

Im Rahmen des österreichischen LIFE-Projektes "Großtrappe" wurden zusätzlich rund 14 Kilometer 20kV-Leitungen erdverkabelt und insgesamt 76,5 km Hochspannungsleitungen markiert, so der Landesrat. Dadurch habe man die Gefahr der Kollision mit Freileitungen deutlich verringert. (APA/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.