Gemeinderatswahlen

SPÖ verliert auch in der Steiermark

21. März 2010 17:09
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    apa-Foto: markus leodolter

    Minus 5,60 Prozentpunkte für die SPÖ.

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    Landeshauptmann Franz Voves gab seine Stimme in seiner Heimatgemeinde Vasoldsberg (Bezirk Graz-Umgebung) ab. Der steirische ÖVP-Chef Schützenhöfer wohnt in Graz und konnte deshalb am Sonntag nicht wählen.

Endergebnis: SPÖ-Verluste bei 5,6 Prozent - ÖVP gewinnt mit 3,4 Prozentpunkten leicht dazu - FPÖ, Grüne, KPÖ bleiben stabil

Graz - Die Negativ-Serie der SPÖ bei Wahlen setzte sich am Sonntag auch in der Steiermark fort: Die Sozialdemokraten mussten doch recht deutliche Verluste hinnehmen. Die ÖVP hingegen konnte leicht zulegen.

Dem Endergebnis zufolge lag die ÖVP bei 46,72 Prozent (plus 3,36 Prozentpunkte) und die SPÖ bei 37,73 Prozent (minus 5,60 Prozentpunkte). Die FPÖ kommt auf 6,52 Prozent (plus 0,54), die Grünen auf 2,08 Prozent (minus 0,24). Die KPÖ erreicht 1,13 Prozent (plus 0,46), das BZÖ 0,57 Prozent. Sonstige Listen kommen auf 5,25 Prozent (plus 0,91 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 77,33 Prozent.

Verluste in roten Hochburgen

Durchwegs schwere Verluste gab es für die Sozialdemokraten in den Hochburgen der Mur-Mürz-Furche und den Industriestädten, wobei aber durchwegs noch die Absolute gehalten werden konnte: In Bruck verlor die SPÖ 12,19 Prozentpunkte (auf 54,16 Prozent), in Knittelfeld 8,44 Prozentpunkte (auf 54,73 Prozent), in Deutschlandsberg 7,29 Prozentpunkte (auf 65,52 Prozent), Judenburg 7,03 Prozentpunkte (auf 61,13 Prozent) und in Mürzzuschlag 5,14 Prozentpunkte (auf 52,42 Prozent).

In den großen Umgebungsgemeinden der - nicht wählenden - Landeshauptstadt setzte es ebenfalls Verluste für die SPÖ: In Gratkorn ein Minus von 11,79 Prozentpunkten auf 67, 44 Prozent, in Seiersberg ein Minus von 6,67 Prozentpunkten auf 54,95 Prozent.

Leibnitz: ÖVP verliert 17 Prozentpunkte, SPÖ gewinnt

Atypisch war das Ergebnis in der südsteirischen Bezirksstadt Leibnitz, wo drei Bürgermeister antraten: Gegen den amtierenden SPÖ-Bürgermeister traten der frühere Ex-ÖVP-Bürgermeister und dessen ebenfalls schwarzer Vorgänger an, was der ÖVP unterm Strich ein Minus von 17,49 Prozentpunkten (auf 28,22 Prozent) und der SPÖ einen Zugewinn von 11,41 Prozentpunkten auf 56,34 Prozent eintrug.

Bei den steirischen Gemeinderatswahlen stimmten am Sonntag 793.469 Wahlberechtigte (2005: 779.895) in 540 Gemeinden ab. Dieser Urnengang gilt als Stimmungsbarometer für die Landtagswahl im Herbst, wo die SPÖ mit Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) hofft, den ersten Platz zu verteidigen.

2005 konnte SPÖ aufholen

Vor fünf Jahren konnte die SPÖ bei den steirischen Gemeinderatswahlen mit 43,33 Prozent stimmenmäßig zur ÖVP mit 43,46 Prozent aufschließen, an Mandaten blieb klar die Volkspartei vorne. Wahlverlierer waren die Freiheitlichen, die sich auf 5,98 Prozent halbierten.

Graz wählte nicht

In zwei Städten wurde am Sonntag nicht gewählt: In Trieben gab es im Herbst 2009 vorgezogene Wahlen und die Landeshauptstadt Graz wählt traditionell zu einem anderen Termin. (APA/red)

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byron sully
22.03.2010 15:10
was in der berichterstattung untergeht,

sind die kpö-gewinne in vielen obersteirischen gemeinden - und das, ohne daß kaltenegger im zentrum des wahlkampfs gestanden wäre. damit sind die chancen auf einen wiedereinzug in den landtag eigentlich durchaus intakt, denk ich.

red alert
 
22.03.2010 16:16
Die Wähler...

haben in den großen Städten der Steiermark nicht nur nicht die SPÖ gewählt, sondern sie sind auch nicht der FPÖ auf den Leim gegange. Die Fler habe ja mit Ausnahme Kapfenberg nicht erdruschtartig dazugewonnen. In den größeren Städten liegen die Kommunisten größtenteils vor der FPÖ.
Da haben wohl viele wähler die Sparpakete und Bonzenwirtschaft der schwarz-blauen Regierung nicht vergessen. Repekt!!!

also dann ...
22.03.2010 15:30
stimmt - ich konnte davon auch nichts lesen.

ja - es wäre gut, wenn er es nochmals schafft und
vielleicht das zünglein an der waage wird.

byron sully
22.03.2010 16:10
ER

wird es nicht schaffen, weil er nicht mehr kandidiert. aber die kpö kann in der steiermark anscheinend auch ohne kaltenegger respektable ergebnisse schaffen.

also dann ...
22.03.2010 19:13
stimmt - nicht er.

dass sie ohne ihn so gut abschnitten, wundert mich auch.

naja2009
 
22.03.2010 16:30
...weil sie offen und ehrlich zu ihrer Haltung stehen...

und sich nicht ein "grünes" Mäntelchen umhängen.

mikromalist
 
22.03.2010 13:59
Ja, nach einem vertanen Jahrzehnt

sind wir im 21. Jhdt gelandet. Die Bevölkerung merkt einfach, dass retrolinks nicht mehr zeitgemäss ist.
Entgegen der retrolinken Intuition müssten moderne Linke die Förderung der Risikonehmer (Spekulanten) propagieren (die Währung für Innovation ist nämlich Risiko) und die Risikovermeider tadeln (weil sie zum Stillstand führen).
Um den Risikonehmern einen Teil des Ertrages wieder abzuknöpfen (Steuern) und in Infrastruktur -für-Wohlstand umzuwandeln.
Stattdessen versuchen Fay und Spiessgesellinnen ihre eigene Klientel durch Almosen und Stehsätze-des-Neides ruhig zu stellen.

also dann ...
22.03.2010 15:35
JA...für risiko/innovationen in der realwirtschaft.

d.h. eine starken focus auf venture-capital z.b.
oder afa über 100 % bei hohen entwicklungskosten etc.

n e i n
zu risken a la rohstoff- und lebensmittelspekulation
noch dazu mit dem geld der steuerzahler. (ja ... wenn diese mit 100% eigenkapital unterlegt sind)
auch ist mir der vwl. nutzen... von hedgefonds
nicht wirklich zugänglich - ehrlich gesagt.

mikromalist
 
22.03.2010 16:02
Ich bin ja nicht aus

der Branche und habe mich deshalb wieder einmal mit ein paar counter-intuitive-thinkers auseinander gesetzt.
Der begnadete Riskomanager Aaron Brown zu den goofsten Ideen, die in der Krise geboren wurden:

1. Mehr Besicherungskapital
2. Too big too fail
3. Weg mit OTC
4. Systemische Regulierung
5. Herauspauken
6. Short Selling Einschränkungen
7. Verunglimpfen der quantitativen Risikomodelle

(ungewollt!) Ziemlich links die Begründungen. Vor allem risk-avoiders führen unweigerlich zu monopolartigen Deals, weil einer den anderen nachmacht .... In Krisenzeiten haben OTC Deals immer den bodenlosen Absturz verhindert, weil sie Deals diversifizieren .... Mehr Eigenkapital führt nur zu Verzögerung und Verstärkung von Blasen ...

also dann ...
22.03.2010 19:12
ich bin auch kein risikomanager ... aber vorsichtig wenn solcherart begnadete (gerade das bisherige risikomanagement hat ja versagt !) empfehlungen abgeben ...

oder massnahmen als goof werten.

aus meiner sicht war
2 + 4) nachweislich (die bil.summe der UBS = das 7 fache des BIP von CH ?) der grössenwahn ein risiko-treiber
1) mit mehr eigenkap. wären die bankrettungspakete ungleich geringer ausgefallen
3) OTC = völlig unregulierter handel führte ja zu immensen derivate-boom vom 12 fachen des welt-bip ? auch war dies eine der ursachen für die insolvenz von AIG...
inwiefern OTC "diversifiziert"... weiss ich nicht.
6) ich denke hier ist nur das "naked Sh.selling" gemeint - und das ist wirklich un-nötig.
und
7) haben nicht ALLE mathem.methoden der risikobewertung versagt ?
you know : shit in - shit out !

paul volcker : die einzige innovation
d. fin.sektors war die bankomat-karte !

mikromalist
 
26.03.2010 14:17
No-No-No

(spät, ich war wieder einmal in London - ach ist das schön gegen den momentanen Muff hier in AT :=) ).
Natürlich ist Leverage eine Gefahr, wenn sie zu Blasen führt, aber das ist nicht per se der Fall.
Bei Pferdewetten sind die Anzahl der Wetten auch bedeutend höher, als die Anzahl der Pferde?!
Und die sind nur verwerflich, wenn sie betrügerisch sind (Doping, ...) oder zu Spielsucht führen.

Sie betreiben auch naked short selling Ihres Cash, wenn Sie auf Pump ein Schnäppchen im Supermarkt ..
ad 7. Die Optionentheorie ist genial. Sie kann nix dafür, das sie nicht eimal 0.2% der Bevölkerung verstehen (wollen).

Wie gesagt: nicht verbieten - sondern besteuern!

oag
22.03.2010 13:58
Rein bundespolitischer Effekt

Die Bürgermeister in der Mur-Mürz Furche haben im Rahmen ihrer budgetären Mögliochkeiten gut gearbeitet, ihnen ist kein Vorwurf zu machen. Wenn aber der Kanzler sich hinstellt, einen Sparkurs verkündet, der jeden und jeden trifft und gleichzeitig sagt, wir haben weitere 5 Millliarden für die Banken reserviert, dann braucht man sich ja nicht wundern, das die SPÖ-Kernwähler, die vielleicht gerade ihren Arbeitsplatz bei Böhler verloren haben, böse werden.

The Man With the Plan
22.03.2010 14:59

Und wer gibt's den Banken und spart das Geld ein? Ein schwarzer Finanzminister. Also warum wählen die Leute dann tendenziell den, der sich das auch noch auf die Fahnen schreibt? Gut, die Roten können es nicht verhindern, weil sie unfähig sind, aber gleich den Bock zum Gärtner machen ist unlogisch...

naja2009
 
22.03.2010 13:31
...FPÖ,Grüne bleiben stabil...

FPÖ +51 Mandate, Grüne -11 Mandate;und das ist stabil? Etwas so zu bezeichnen ist eher lächerlich.

Mecky2
22.03.2010 14:51

die gute nachricht ist grüne minus 11

anders and
 
22.03.2010 14:08
0,018% bzw. 0,08% der Mandate

ist wirklich gewaltig!

Wenn die FPÖ bei allen folgenden steirischen Gemeinderatswahlen im gleichen Ausmaß gewinnt braucht sie nur 1.200 Jahre, um auf ein Viertel aller steirischen Gemeinderatsmandate zu kommen.

So sehen Siege der FPÖ aus!


http://www.verwaltung.steiermark.at/cms/dokum... RW2010.xls

naja2009
 
22.03.2010 14:14
...dafür geht es bei den Grünen viel schneller...

Drago+
22.03.2010 13:21
Aber ja Privatisieren..

Mit dem Ausverkauf des "Familiensilbers", der Verstaatlichten, hat sich die SPÖ selbst ins Knie geschossen, die Auswirkungen wurden natürlich nicht sofort, sondern werden Jahre später gespürt. Heute kann die SPÖ nichts beschließen, ohne dass die Wirtschaftstreibenden schreien: "Halt! Sonst wandern wir aus!!" So, und was kann die SPÖ jetzt machen, ohne einen wirtschaftlichen Rückhalt wie einst mit den Verstaatlichten..? Die ÖVP dagegen als Interessenspartei der Industriellen und Gewerbetreibenden kann sich im heutigen wirtschaftsliberalen System besser zurechtfinden, weswegen sie auch nach außen hin stärker und entschlossener da steht. Die SPÖ indessen wirkt wie ein zahnloser Papiertiger..

sohn des kronos
24.03.2010 08:02
Sie haben am Ende doch nicht übersehen, dass Österreichs ...


...Verstaatlichte stets hochdefizitär war.
Der Staat musste jedes Jahr Milliarden an Steuergeldern zuschießen. Es waren die Käufer, welche die Betriebe in relativ kurzer Zeit profitabel machten.

So gesehen sind die Gesamtkosten für den Staat ohne "Familiensilber" weitaus geringer als mit.
Die Regierung braucht also nur dieses eingesparte Geld in arbeitsplatzfördernde Projekte zu stecken.

Es kann natürlich sein, dass die niedrigen Instinkte einer bestimmten Bevölkerungsschicht, innovativen Unternehmern das dabei verdiente Geld missgönnt.
Und es soll Parteien geben, welche diese als Wähler wiedergewinnen wollen und die für die Machterlangung bereit sind, Österreich ein Schicksal zu bereiten, wie es Griechenland gerade ereilt hat.

Zinnmo
 
22.03.2010 14:26

Die Verstaatlichte war am Schluss nur noch ein bodenloses Loch. Wäre sie nicht verkauft werden, hätte man sie in Konkurs schicken müssen. Es mag sein, dass eine große Verstaatlichte der SPÖ nützen würde, fürs Land wäre sie eine Katastrophe.

Tom93
22.03.2010 14:30
voest hat vor ihrer privatisierung durch schüssel&grasser gewinne gemacht!

also was soll das gerede vom "bodenlosen loch" verstaatlichte? die stahlkrise in den 80ern hat die gesamte stahlindustrie getroffen, egal ob sie in privater oder staatlicher hand war.

tempa
22.03.2010 14:03

1987 erhielt die Verstaatlichte Staatsgeld im Ausmaß von 33,6 Milliarden Schilling (ÖIAG-Finanzierungsgesetz 19/87)

Ein Teil der heutigen ö. Probleme führen daher, das zur Stützung des "Familiensilbers" gewaltige Summen notwendig waren.Natürlich auf Schuldenbasis.Die Zinsen bezahlen wir heute noch.
Aber sie koennen beruhigt sein. Verdiente Funktionäre,zB Erich Haider finden immer noch Möglichkeiten, ihre verdienstvolle Arbeit für die Gesellschaft in staatsnahen Betrieben weiterzuführen: http://www.nachrichten.at/nachricht... 383,302147

andreas breitwieser
22.03.2010 13:58

Ihr Sozis werdet es NIE begreifen !!!!!


warp.faktor
22.03.2010 13:15
Das eigene Grab geschaufelt!

Mit der Mindestsicherung wird die SPÖ große Teile ihrer einstigen WählerInnen in die dauerhafte Armut abschieben und sie werden dafür auch noch arbeiten müssen!

Die ÖVP senkt die Gehälter und die SPÖ unterstützt sie dabei!

Arbeit macht arm und das funktioniert so:

1) z.B. 55 Jahre - Job verloren.

2) nach 6 Monaten Notstandshilfe (55% Nettoersatzrate)

3) AMS weist in SÖB zu (§11 Sperre bei Ablehnung). Bezahlung unter Armutsgefährdungsniveau.

4) Anschl. Arbeitslosigkeit (Neuberechnung Notstandshilfe = ca. Eur 350.-)

5) Zwang in die "bedarfsorientierte Mindestsicherung", Verlust aller Ersparnisse, keine Chance der Armut zu entkommen.

also dann ...
22.03.2010 15:18
völlig richtig ! damit moch nicht genug, denn hundstorfer + trabanten

verkaufen die mindestsicherung
(die ja UNTER der armutsgrenze liegt...)
auch noch als e r f o l g, den die spö erzielte...

die spö steht vor allem für 1 :
totale v o l k s v e r a r . . . .

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