Das Fahrrad-Fest am Rathausplatz

Guido Gluschitsch, 21. März 2010, 16:37
  • Artikelbild
    foto: argus bike festival

    Beim "Vienna Air King"-Contest gibt es ein Preisgeld von 10.000 Euro, und das die Starter kämpfen werden.

  • Artikelbild
    foto: argus bike festival

    Da steht der Rathausplatz am Kopf. Mit den Test-Elektro-Rädern darf man aber leider nicht auf die Dirt-Strecke.

Am zweiten April-Wochenende, wenn das ARGUS bike festival in Wien stattfindet, wird der Rathausplatz zum Rad-Hausplatz

Der Stephansdom wird am Samstag, dem 10.4., noch nicht zum Mittagessen geläutet haben, wenn Dominik Raab mit einem Lächeln gegen die Gesetze der Schwerkraft verstoßen wird. Der 25 Jahre alte Oberösterreicher ist seit drei Jahren Fahrrad-Profi und verdient sich mit Trial-Shows das Geld, wegen dem andere jeden Tag ins Büro trollen. Dominik Raab wird am Samstag um 11:30 Uhr seinen ersten Turn auf dem ARGUS bike festival am Wiener Rathausplatz fahren. Sonst tourt er durch Österreich, Deutschland, Italien und die Nachbarländer im Osten. Sogar in Taiwan und China zeigte er, was mit zwei Rädern, Pedalen und einer Keine-Angst-Vor-Gar-Nix-Mentalität, wie sie sonst nur junge griechische Götter haben, alles geht. Vier weitere Auftritte werden bis zum Ende der größten Fahrrad-Veranstaltung in Österreich am Sonntag um 18:00 Uhr folgen.

Neben Dominiks Trial-Show werden aber auch noch andere Fahrrad-Künstler ihre Tricks zeigen. Vorführungen finden quasi das ganze Wochenende über statt, wenn der Rathausplatz, während des ARGUS bike festivals, zum Rad-Hausplatz wird. Höhepunkt der Überflieger wird der „Vienna Air King"-Contest sein, bei dem 50 internationale Dirt-Jumper in die Luft schießen werden wie die Silvester-Raketen - und vermutlich werden einige auch Sterne sehen: Die Jumper vorm geistigen Auge, wenn sie einen der Sterne reißen, die das Publikum den Atem anhalten lassen. Die Dreck-Hupfer kämpfen um ein Preisgeld von 10.000 Euro und werden sich wohl nichts schenken.

Panem et circenses
Leichtere Unterhaltung bietet Mr. Marcus, der auf seinem Hoch-Einrad jongliert. Und: Wie es sich bei „panem et circenses" gehört, gibt es auch ordentlich was zu futtern. Gleich in fünf Gastrobereichen kochen die Töpfe für die rund 100.000 erwarteten Besucher über. Da braucht man sich mit der Burenhaut nur um 180 Grad drehen, und schon sieht man statt des Grills die fliegenden Räder im Trial-Garten. Oder man zwickt sein Leberkäs-Semmerl, während sich der Radler-Nachwuchs in der Kinderwelt die Wadeln auftrainiert und sich den Sonntagsanzug mit Kettenfett einsaut.

Erwachsene haben aber auch einen eigenen Spielplatz. Mit rund 100 Ausstellern ist das ARGUS bike festival ja auch eine große Fahrrad-Messe. Und weil Elektro-Antriebe jetzt auch den Unsportlichsten und sogar die „Ich trage immer Anzug"-Business-Menschen aufs Fahrrad ziehen wie sonst nur Semino Rossi Pelzmäntel in die Stadthalle, gibt es ein eigenes Gelände zum Testen der E-Bikes. Dort kann man von 20 Herstellern die Fahrräder mit Elektro-Tretunterstützung ausprobieren.

Urlaub auf zwei Rädern
Neben Rad-Produzenten und -Händlern stellen sich auch Regionen vor, die sich besonders für einen Fahrrad-Urlaub eignen. Und das reicht vom Burgenland bis zum Zillertal, von Slowenien bis nach Salzburg und von den Nockbergen bis nach Wagrain.

Historischen Fahrrädern wird beim ARGUS bike festival besondere Aufmerksamkeit zuteil. Es gibt eine Ausstellung, zum Thema passende Interviews, Vorträge und einen Flohmarkt. Damit auch Ihr Fahrrad als Ihr Eigentum alt wird, bietet die Polizei an einem eigenen Stand, gleich beim Ring, an, Ihr Fahrrad zu kodieren. Zum Gratis-Fahrrad-Check schauen Sie beim ARGUS-Stand vorbei - der ist eh auch gleich beim Eingang, in Ring-Nähe. Das wäre vielleicht auch eine Idee für die Sternspritzer beim "Vienna Air King"-Contest. (Guido Gluschitsch)

  • Blutkrusten und Sprünge [16]

    TitelbildKrystian Herba springt in 18 Minuten über das Stiegenhaus den Milleniumstower hinauf. Ob der Othmar auch einmal so weit gekommen wäre?

  • Der Donald Duck des Radrennsports [16]

    TitelbildRaymond Poulidor ist unsterblich, weil er nie die Tour de France gewann, ja nicht einmal das gelbe Trikot ergatterte

  • Kein Gummi in Irland [17]

    TitelbildIm Ersten Weltkrieg war der Kautschuk knapp, und man baute Notmäntel für Fahrräder aus Stahlspiralen, wie man im Ulster Folk and Transport Museum sieht

  • Sicher unterwegs mit dem Anhänger [38]

    TitelbildWorauf man bei Kauf und Verwendung eines Fahrradanhängers achten sollte und was TÜV, ÖAMTC und Fachzeitschriften dazu sagen

  • E-Bike hin oder her in einer Stunde [15]

    Titelbild Auf der Eurobike feiert ein System Weltpremiere, das aus einem Fahrrad in kurzer Zeit ein E-Bike macht und sich genauso schnell wieder abmontieren lässt

  • Fahrradkauf beim Dosentandler [15]

    TitelbildPeugeot erfindet sich neu, erinnert sich dabei, dass unterm Markennamen Räder gebaut werden und lebt die Revolution von 1882 noch einmal

  • Interview: "Der Öko-Mief muss weg" [16]

    TitelbildEr kommt von den Motorrädern und hat die Maschinen gegen E-Fahrräder getauscht: Michael Bernleitner über die Zukunft der zweirädrigen Mobilität

  • Komplett high und trotzdem nüchtern [80]

    TitelbildReinhard fühlt sich ungerecht behandelt und mit schwachsinnigen Vorwürfen von Nicht-Radlern konfrontiert

  • Radler mit Brett vorm Kopf [14]

    TitelbildSportfahrer, die wegen der Kälte eingewintert und schon Entzugserscheinungen haben, können jetzt aufatmen

  • Fahrrad und Gesetz

    Strampeln ohne Ärger [153]

    TitelbildEinige Grundregeln für Radfahrer um Konflikte zu vermeiden

  • Ab in den Süden [2]

    TitelbildWährend sich der Winter in Österreich von seiner zapfigen Seite zeigt, ist im Süden Portugals gerade perfektes Radl-Wetter

  • Hilfe, mein Rad hat eine Panne [74]

    TitelbildWenn das Auto nicht anspringt, ruft man den Pannendienst. Aber was tun, wenn man am Rad einen Patschen hat, die Kette runter springt oder der Rahmen verzogen ist?

  • Radwege sind keine Schneedepots [313]

    TitelbildDie Winterradler in Wien haben dieser Tage ein massives Problem. Ihre Radwege liegen unter einer weichen, weißen Decke. In Kopenhagen könnte das nicht passieren

  • Schnee, Sterz und Ski-Bikes [11]

    TitelbildAls Kind war ich ganz deppat nach meinem Ski-Radl. Die heutigen Ski-Bikes haben aber nichts mehr mit meinem einstigen Holz-Trumm zu tun

  • Mit Video

    Abgekapselt und abgehoben [32]

    TitelbildGoogle prämiert die Rad-Kapsel-Schiene Shweeb von Geoff Barnett mit einer Million US Dollar

  • Singles sind sexy [109]

    TitelbildNach drei, zehn, 18 und 24 Gängen sind jetzt wieder Räder ohne Gangschaltung modern. Und dabei geht es nicht nur um Fixies

  • Starker Auftritt [103]

    Titelbild1200 Watt leistet der Motor im KTM eGnition und hat ein Drehmoment von 150 Newtonmeter. Damit fährt man vor dem Downhill selber den Berg rauf

  • Die legalen Fahrrad-Schlepper [90]

    TitelbildNicht nur falsch geparkte Autos werden von der MA 48 abgeschleppt. Mitunter ereilt das Schicksal auch Fahrräder

  • Der Radiomann kam übers Fernsehen zum Radfahren [29]

    TitelbildÖ3-Nachrichten-Redakteur Christian Panny ist begeisterter Radfahrer – nur in Wien möchte er nicht fahren

  • Race Across the Müllberg [8]

    TitelbildMitte März wird der Gerasdorfer Müllberg zur Rennstrecke. Die Wiener Cross-Country-Racer feiern den Saisonauftakt

  • Der Zahnriemen-Benz [104]

    TitelbildTechnik-Freak Thomas Kranewitter findet in der Werkstatt eines Freundes ein Rad mit Riemen-Antrieb und kauft es ihm sofort ab

  • Kein Schnee dafür viel Hügel und Schaf [5]

    TitelbildIrland-Expertin Simone Korb gibt Tipps zum Radfahren in Irland und ist dabei um keine bildstarken Vergleiche verlegen

  • Fahrradkultur

    Bicycle Film Festival in Wien [6]

    TitelbildRitterspiele auf Tall-Bikes, Eigenbauten, BMX und Fixies gehören zum Rahmenprogramm des Rad-Film-Festes in der Urania

  • Legalize it endlich [330]

    TitelbildRechtsabbiegen bei Rot ist verboten. Wie sinnvoll das ist, fragt sich so mancher, wenn man Radfahrer in der Stadt anschaut

  • Enthusiasten-Spielzeug [129]

    TitelbildNeilPryde baut jetzt auch Fahrräder. Nichts Gewöhnliches, sondern leichte und steife Rennräder aus Karbon für Rennfahrer

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.