Marokkos Außenminister

Westsahara-Unabhängigkeit "unmöglich"

20. März 2010, 11:58

Neue Sondierungsmission des UNO-Beauftragten Christopher Ross unter keinem guten Stern

Rabat - Die Unabhängigkeit der von Marokko besetzten spanischen Ex-Kolonie Westsahara ist nach den Worten des marokkanischen Außenministers Taieb Fassi Fihri "unmöglich". Rabat werde niemals einem Souveränitätsverzicht zustimmen können, betonte der Minister gegenüber dem UNO-Sonderbeauftragten Christopher Ross, der am Freitag eine neue Sondierungsmission in dem Konflikt begonnen hat. Das von den Vereinten Nationen geforderte Selbstbestimmungs-Referendum bezeichnete Fassi Fihri als ein "altes Schema", das Marokko definitiv verworfen habe. Marokko könne sich "in Übereinstimmung mit der internationalen Gemeinschaft" einen "Status weitreichender Autonomie" vorstellen, so der Minister. Ross wurde auch von König Mohammed VI. in Tetouan empfangen.

Ross soll anschließend in Tindouf in Algerien Gespräche mit der Befreiungsfront Polisario führen. Zudem sind Konsultationen des UNO-Emissärs mit den Regierung von Algerien und Mauretanien geplant. Im Vorjahr hatten informelle Westsahara-Gespräche unter UNO-Schirmherrschaft in Österreich und danach im Februar in der Nähe von New York stattgefunden. Rabat stützt sich auf die Position des früheren UNO-Beauftragten Peter van Walsum, dass das Ziel einer staatlichen Unabhängigkeit der Westsahara "nicht mehr erreichbar" wäre. Nachdem ihm daraufhin von der Polisario vorgeworfen worden war, für die marokkanische Seite Partei ergriffen zu haben, war der Niederländer von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon abberufen und durch Ross ersetzt worden.

Baker-Plan

Die in Algerien etablierte Exilregierung der Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS) hatte dem vom ehemaligen US-Außenminister James Baker ausgearbeiteten Referendums-Plan zugestimmt, doch Marokko lehnte ihn kategorisch ab. Der Baker-Plan sah vor, die Bevölkerung bis 2008 in einem Referendum darüber entscheiden zu lassen, ob sie die volle Unabhängigkeit will oder zu Marokko gehören möchte. Während die DARS einem Referendum mit drei Optionen (Unabhängigkeit, Anschluss an Marokko oder Autonomie) zustimmt, kommt für Marokko nur eine Autonomielösung infrage.

Die Westsahara wurde nach dem Abzug der spanischen Kolonialmacht 1975 zunächst zwischen Marokko und Mauretanien aufgeteilt. Marokko besetzte schließlich das gesamte Territorium, nachdem Mauretanien 1979 mit der von der Polisario ausgerufenen DARS einen Friedensvertrag geschlossen und sich aus dem südlichen Teil zurückgezogen hatte. Die von Algerien unterstützte Polisario nahm den bewaffneten Kampf auf, der 1991 mit einem von den Vereinten Nationen vermittelten Waffenstillstand beendet wurde. Österreich stellte in den 1990er Jahren in der Person von Brigadier Bernd Lubenik den Kommandanten der UNO-Mission in der Westsahara (MINURSO).

Zuletzt hatte es starke Irritationen zwischen Marokko und der EU wegen der Westsahara-Menschenrechtsaktivistin Aminatou Haidar gegeben, die Rabat erst unter massivem Druck nach einer Auslandsreise wieder in ihre Heimat einreisen ließ. (APA)

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10 Postings
masaru tak
02
21.3.2010, 20:22

israel und marokko stehen sich näher als mancher denkt.beide tauschen ihre erfahrungen und methoden aus.marokko hat mit dem grünen marsch(200.000~ marokkaner in die westsahara umsiedeln) tatsachen geschaffen.genau so geht israel jetzt auch vor (siedlungen) um tatsachen zu schaffen.

marokko war je her immer ein sicherer hafen für juden aus europa vor verfolgung.

ob bürgermeister einer stadt oder berater des königs bekleiden juden immer noch hohe ämter in marokko.

huzlweibl
00
23.3.2010, 19:11
na und

hast was dagegen?

erzählst hier was von der "jüdischen gefahr"?

Der Waehlerwille
 
11
21.3.2010, 13:48
erstaunlich wie wenige menschen sich über westsahara aufregen

in anbetracht des umstandes dass die situation sehr sehr ähnlich .. aber eigentlich wesentlich schlimmer ist .. zu jener zwischen israel und dem wjl ist.

Ernst Guevara
20
21.3.2010, 12:24
da marokko eine diktatur ist,

ist es nur folgerichtig, dass marokko sich aufführt als könne es alleine bestimmen, wohin der weg führt. aber es handelt sich nun mal um einen konflikt, an dem zumindest zwei seiten beteiligt sind und eigentlich noch viel mehr interessen eine rolle spielen (algerien, europa,..). daher sind die worte des marokkanischen aussenministers zwar sehr bezeichnend für einen autoritären politiker, aber ansonsten wenig aussagekräftig. bewundernswert ist übrigens die geduld der polisario, die sich von der marokkanischen diktatur seit jahrzehnten hinters licht führen lässt, aber trotzdem an einem verhandlungsprozess festhält. dabei geht es gar nicht vordergründig um die unabhängigkeit sondern nur um ein referendum über den politischen status.

Chien de Pique
24
21.3.2010, 02:59

Die Postingflut sprengt erwartungsgemäß wieder alle Dämme. Größtes Mitleid hat man mit den Pal., die Tibeter verhöhnt man vorwiegend, der Rest ist uninteressant.

masaru tak
23
21.3.2010, 12:39

2 völlig verschiedene konflikte..

die demokratisch arabische republik sahara bzw.polisario war ein produkt algeriens um marokko zu schwächen,das gute beziehungen zum erzfeind algeriens hat,frankreich.

sie ist nicht demokratisch (seit jahrzenten keine wahlen) und sie sind nicht arabisch.marokko hat außerdem viel länger anspruch bei spanien auf das gebiet erhoben und dafür gekämpft.

erst als die spanier weg waren kam plötzlich die dars.

das beste wäre wen sich marokko/algerien/dars zusammenschließen zum groß maghreb.bleibt wohl aber nur ein wunschtraum.kolonialismus sei dank.

Der Waehlerwille
 
10
21.3.2010, 14:26
dass die saharaui das völlig anders sehen ist ihnen schon klar?

masaru tak
20
21.3.2010, 22:16

marokko wird niemals aufgeben und ist militärisch nicht zu unterschätzen.was bringt der widerstand da noch?

vor allem meiner meinung nach sollte man sich mit einer weitreichenden autonomie anfreunden,es ist ja kein rein ethnischer/religiöser konflikt es geht hauptsächlich nur um land.

die flüchtlinge könnten zurück kehren es werden häuser für sie gebaut etc. marokko investiert in die westsahara enorm.

eine entschädigung seitens marokko wäre auch angebracht.

Der Waehlerwille
 
10
22.3.2010, 10:29
vielleicht aber wollen die saharauis einfach ihren eigenen staat und nicht besetzt sein?

an anderer stelle scheint aussenstehende menschen soetwas wichtiger zu sein ...

warum wohl.

Timagoras
 
23
21.3.2010, 09:35

also bitte!
ist doch klar, dass solche krisen oder ungerechtigkeiten hier niemanden interssieren, wenn man weder Israel noch den USA die schuld geben kann ...

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