"Shock and Awe"-Werbung für Insekten-Vernichter und Boxhandschuhe

11. April 2003, 12:49
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US-Firmen reißen sich um Markenschutz für Militärmotto im Irak

Das Motto der US-Militärstrategie im Irak wollen Firmen auch für ihre Werbung nutzen: Nicht weniger als 15 Unternehmen haben beim US-Patent- und Markenamt mittlerweile rechtlichen Schutz für das vom US-Verteidungsministerium für den Irak-Feldzug gebrauchte Motto "shock and awe" (frei übersetzt: "Angst und Schrecken") beantragt, wie eine Sprecherin der Behörde am Donnerstag (Ortszeit) in Washington sagte. Unter den Bewerbern seien Hersteller von Computerspielen, Feuerwerken, Pestiziden, Boxhandschuhen, Bademode, Basketbällen, T-Shirts, Baseball-Kappen sowie Souvenier-Tassen und Tellern.

"Eine Menge Aufmerksamkeit"

Mit "shock and awe" hatte die US-Regierung ihre Taktik massiver Luftangriffe bezeichnet, mit denen die irakische Führung in die Knie gezwungen werden sollte. "Der Ausdruck hat eine Menge Aufmerksamkeit bekommen", sagte Behördensprecherin Sharon Marsh. Offenbar wollten die Unternehmen davon profitieren.´

"Operation Iraqi Freedom"

Als eine der ersten Firmen habe der japanische Sony-Konzern am 21. März für ein Videospiel den Schutz des Slogans beantragt. Auch von anderen Kriegsbegriffen erhoffen sich Firmen aus der Branche steigende Verkäufe: So will sich der Hersteller von Videokriegsspielen Battlefront.com bei der Behörde den Ausdruck "Operation Iraqi Freedom" sichern.

"Liberty Shield"

Aber auch weniger martialische Branchen finden Gefallen an den der Terminologie: Ein Anbieter von Sonnenbrillen will künftig mit dem Begriff "Liberty Shield" ("Freiheitsschutzschild") werben, dem Namen des Sicherheitsprogramms zur Abwehr von Terroranschlägen des Ministeriums für Innere Sicherheit. (APA)

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