Geiselnahme in Berlin beendet: Polizei stürmte Bus

11. April 2003, 15:06
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Polizistin und zweite Geisel unversehrt -Bankräuber verletzt - mehrere Schüsse gefallen

Berlin - Die Polizei hat am Freitag die Geiselnahme in einem Berliner Linienbus beendet. Nach Augenzeugenberichten fielen mehrere Schüsse, dann drangen Beamte in den Bus ein.

Polizistin und zweite Geisel unversehrt -Bankräuber verletzt

Die Exekutive warf eine Blendgranate in das Fahrzeug und stürmte anschließend durch die hinteren Fenster. Ein n-tv-Reporter beobachtete, wie der Geiselnehmer durch die vordere Tür abgeführt wurde. Nach ersten Angaben sind die Opfer unversehrt geblieben, der Geiselnehmer selbst erlitt eine Schussverletzung im Schulterbereich, wie die Polizei mitteilte. Eine Sache von Sekunden

"Der Zugriff war eine Sache von wenigen Sekunden", sagte ein Polizei-Sprecher nach der fünf Stunden dauernden Geiselnahme. Der Kidnapper hatte in der Früh zusammen mit einem Komplizen eine Bank im Stadtteil Steglitz überfallen. Der Komplize flüchtete, der Geiselnehmer brachte den Bus der Linie 185 mit einer Vielzahl von Menschen in seine Gewalt.

Nach einer Irrfahrt durch die Stadt stand der Bus mehrere Stunden im Stadtteil Schöneberg.

Bank von zwei Tätern überfallen

Am Morgen war eine Filiale der Commerzbank in der Schloßstraße in Steglitz von zwei Tätern überfallen worden. Der eine ergriff nach Angaben der Polizei zu Fuß die Flucht. Bei dem Überfall wurde niemand verletzt. Der andere Bankräuber kaperte den mit Fahrgästen besetzten Bus der Linie 185.

In Schöneberg gestoppt

Der Doppeldeckerbus konnte nach einer Irrfahrt von Steglitz durch das Zentrum der deutschen Hauptstadt am Vormittag im Bezirk Schöneberg gestoppt werden. Der Räuber trug nach Angaben eines Polizeisprechers Schusswaffen.

Umstellt

Das Fahrzeug war nach Augenzeugenberichten von Polizeiwagen umstellt, das Areal weiträumig abgesperrt. Die Feuerwehr war mit neun Fahrzeugen an Ort und Stelle, darunter nach Angaben eines Sprechers auch Spezialwagen für die medizinische Versorgung.

Zuvor war der entführte Bus mehr als eine Stunde durch die Straßen Berlins gekreist und hatte ständig seine Richtung geändert. (APA/dpa/AP/Reuters/AFP)

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