Neue Therapie gegen Osteoporose

11. April 2003, 11:32
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Erstmals können Knochen wieder aufgebaut werden - Mit Parathormon nimmt Mineralsalzdichte zu

Göttingen - Zur Behandlung von Osteoporose steht erstmals ein Medikament vor der Zulassung, das nicht nur den für die Krankheit typischen Knochenschwund stoppt, sondern Kochen wieder aufbaut. Dabei handelt es sich um das von der Schilddrüse gebildete Parathormon, wie der Würzburger Mediziner Eberhard Blind auf einem Osteologie-Kongress in Göttingen erklärte. Die Knochen aufbauende Wirkung des Hormons wurde bereits in mehreren Studien nachgewiesen, Parathormon wurde Ende vergangenen Jahres in den USA als Medikament zugelassen.

Bisher nur hemmende Therapie

Osteoporose wurde bisher nur mit Präparaten behandelt, die den Knochenabbau hemmen. Eine Knochen aufbauende Therapie gab es dagegen bisher nicht. Parathormon führt eigentlich laut Blind bei einer Mehrausschüttung durch die Nebenschilddrüse zu Kalksalzverlust des Knochens. Injiziert man das Hormon jedoch einmal täglich unter die Haut, baut es paradoxerweise Knochen wieder auf. Das Prinzip für diese Umkehr der Wirkung ist bisher nicht bekannt.

Erfolg durch Studie

Die Wirksamkeit des Parathormons wurde in mehreren Studien nachgewiesen. In einer Untersuchung wurden mehr als 1.600 Frauen nach der Menopause und mit eingetretenen Wirbelkörperverformungen 21 Monate lang einmal täglich damit behandelt. Die Häufigkeit neuer Wirbelkörpereinbrüche sank um 65 Prozent, die Rate anderer Brüche ging um 53 Prozent zurück. Die Mineralsalzdichte des Knochens nahm an der Lendenwirbelsäule um neun Prozent, am Oberschenkelhals um drei Prozent zu. (APA/AP)

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