Rauchende Jugend

14. April 2003, 21:16
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Studie in Deutschland zeigt starken Zusammenhang zwischen Häufigkeit des Rauchens und Wertschätzung von Tabakwerbung

Ulm - Jugendliche in Deutschland greifen immer häufiger und immer früher zum Glimmstängel: Laut einer am Freitag veröffentlichten Studie der Universitäten Ulm und Münster stieg der Anteil von Rauchern im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren in den vergangenen Jahren eklatant an. Während 1994/95 rund 21 Prozent der Befragten mindestens einmal im Monat zur Zigarette griffen, waren dies 1999/2000 schon mehr als 28 Prozent. Der Anteil der Jugendlichen, die täglich rauchten, stieg im selben Zeitraum von zehn auf rund 14 Prozent. Besonders dramatisch stieg der Nikotinkonsum bei den jungen Frauen.

Laut Studie zeigte sich zudem ein sehr starker Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Rauchens und der Wertschätzung von Tabakwerbung. Bei denjenigen Jugendlichen, denen die Werbung nicht gefiel, lag der Anteil der täglichen Raucher bei 3,2 Prozent. Dieser Anteil stieg bei Jugendlichen, denen die Werbung gelegentlich oder häufig gefiel, auf 9,5 Prozent beziehungsweise rund 16 Prozent.

Forderungen

Die Verantwortlichen der Studie, der Leiter der Epidemiologie in Ulm, Stephan Weiland, und der Direktor des Instituts für Epidemiologie und Sozialmedizin in Münster, Ulrich Keil, forderten deshalb nachdrücklich Konsequenzen. Die deutsche Bundesregierung müsse endlich der weltweiten Rahmenkonvention der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Tabakkontrolle zustimmen und die Werbung für Tabakprodukte verbieten.

Nach Schätzungen der WHO ist Tabakkonsum für weltweit jährlich rund vier Millionen vorzeitige Todesfälle verantwortlich, davon 110.000 in Deutschland. Für die Studie wurden 1994/95 und 1999/2000 jeweils rund 4.000 ausgewählte Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren zu ihren Rauchgewohnheiten befragt. (APA)

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