Russland fordert zentrale Rolle der UNO bei Neuordnung des Irak

11. April 2003, 17:12
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Putin: Deutschland und Russland sollen für wirksames europäisches Sicherheitssystem sorgen

St. Petersburg - Der russische Präsident Wladimir Putin hat dazu aufgerufen, den Vereinten Nationen so schnell wie möglich die Verantwortung für die Nachkriegsordnung im Irak zu übertragen. Russland und Deutschland seien von der "völligen Perspektivenlosigkeit einer militärischen Lösung" im Irak überzeugt, sagte er in Gegenwart des deutschen Kanzlers Gerhard Schröder am heutigen Freitag in St. Petersburg.

Die beiden sprachen vor den Teilnehmern des "Petersburger Dialogs". Russland und Deutschland müssten alles tun, damit die Stabilität des Völkerrechtssystems erhalten bleibe, das auf der überragenden Rolle der UNO beruhe. Beide Länder müssten außerdem gemeinsam für ein wirksames europäisches Sicherheitssystem sorgen, betonte Putin.

Schröder ging in seiner kurzen Ansprache nur indirekt auf den Irak-Krieg ein. "In internationalen schwierigen Situationen ist es umso wichtiger, dass Völker, die einst in kriegerischen Auseinandersetzungen standen, nun für Frieden in der Welt eintreten", sagte der Kanzler.

Putin wollte anschließend zu einem Gespräch mit dem französischen Präsidenten Jacques Chirac zusammentreffen. Später war eine Unterredung zwischen allen drei Politikern vorgesehen. Russland, Deutschland und Frankreich hatten sich vergeblich darum bemüht, den Irak-Krieg zu verhindern. (APA/dpa)

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