Die Herrschaft der Bandidos

19. März 2010, 17:56

Mexiko will im Krieg gegen die Drogenbanden Unterstützung von den USA

Mexiko-Stadt/Wien - Die Regierung in Mexiko-Stadt hat einen Schuldigen für die eskalierende Gewalt der Drogenbanden in ihrem Land gefunden, die allein im vergangenen Jahr 7000 Mexikaner tötete. "Die Gewalt, die auf Ciudad Juárez niederstürzt, hat ihren Ursprung im Drogenkonsum in den USA und in den Waffen, die aus diesem Land nach Mexiko gelangen" , sagte der mexikanische Präsident Felipe Calderón bei einem Besuch in der Stadt, die vergangenes Wochenende Schauplatz von Feuergefechten war. Die Bekämpfung der Mafia müsse künftig zu einer "gemeinsamen Aufgabe" beider Staaten werden.

Mit seinen Aussagen manövriert Calderón gefährlich zwischen diplomatische Klippen hindurch. Denn in Ciudad Juárez waren auch Angehörige des US-Konsulates erschossen worden. Präsident Barack Obama sei "empört" über die Morde, hieß es aus dem Weißen Haus. Washington schickt zur Aufklärung nun eigene Beamte des FBI und der Drogenbehörde DEA nach Mexiko.

Die US-Regierung finanzierte bereits Ausrüstung und Ausbildung mexikanischer Sicherheitskräfte. In den letzten zwei Jahren überwiesen die USA im Rahmen der "Meridá-Initiative" zur Drogenbekämpfung etwa eine Milliarde Euro an Mexiko.

Zum Schutz vor dem ausufernden Drogenkrieg verstärken die USA beständig ihre Grenze zu Mexiko. Seit 2005 arbeiten die Amerikaner an einer vollständig elektronischen Überwachung durch Kameras und Radargeräten. Der Bau des "virtuellen Zaunes" musste jedoch nach Betriebspannen gestoppt werden. US-Heimatschutzministerin Janet Napolitano erwägt nun den Einsatz von Predator-Drohnen an der Grenze, wie sie die Regierung auch in Afghanistan einsetzt.

Gescheiterte Strategie

Einst war die Bekämpfung der Gewalt auf den Straßen das zentrale Wahlkampfversprechen des mexikanischen Präsident Felipe Calderón. Die Regierung hat seit seiner Amtsübernahme ihre Mittel im Drogenkrieg vervielfacht. Rund 45.000 Armeesoldaten setzt Mexiko der Eskalation der Gewalt auf Mexikos Straßen entgegen.

Gegen die Stärke der Kartelle, die im Jahr geschätzte 15 Milliarden Dollar durch den Drogenschmuggel verdienen, kommt die Regierung in Mexiko-Stadt jedoch kaum an. Die Politik der "Enthauptung" der Verbrecherbanden durch gezielte Verhaftung der Bosse führte nicht zur Zerschlagung der Kartelle. Häufig waren blutige Diadochenkämpfe unter den "Juniorchefs" die Folge - auf offener Straße.

Ursache für die Eskalation der Gewalt und die Macht der Banden sind auch soziale Probleme. Dem mexikanischen TV-Publikum wird fast täglich der unglaubliche Reichtum der Dealer gezeigt, die bei ihrer Verhaftung dicke Bündel Geldscheine und teure Uhren bei sich haben, und zur Gerichtsverhandlung mit Autos der Marke Hummer vorfahren. "Man muss nicht Soziologie studiert haben, um zu verstehen, welche Auswirkungen solche Bilder in einem Land haben, in dem 250.000 Jugendliche weder an den Universitäten noch am Arbeitsmarkt Platz finden" , schrieb ein Kommentator der spanischen El País.

Der Drogenhandel schadet der Wirtschaft in Mexiko. Kanada hat seinen Bürgern bereits empfohlen, Mexiko nur zu besuchen, wenn es "unbedingt notwendig" sei. Im vergangenen Jahr war die Zahl der US-Besucher in Mexiko um 60 Prozent gesunken. Nach den Schießereien am vergangenen Wochenende wird der Zustrom der Studenten während des "Spring Break" - den Frühlingsferien der US-Universitäten - wohl noch deutlich magerer ausfallen. (Alexander Fanta/DER STANDARD, Printausgabe, 20.3.2010)

 

unbedeutend
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Auch liegt es daran, dass die USA die Grenzen immer stärker zumacht und die Kartelle sich deshalb um die besten Routen ins Nachbarland streiten. Und zudem forciert die USA momentan Abschiebung von "kriminellen Indocumentados", als Mexikanern, die illegal in den USA leben und einen kriminellen Background haben. Problem: diese werden durch ein einfaches Tor im Grenzzaun nach Mexiko entlassen und wo nistet sich ein krimineller Abgeschobener ein, wenn er keine berufliche Zukunft in Mexiko hat? Bei den Drogenkartellen.

estewe
00
21.3.2010, 13:23
Calderón halt völlig recht...

Wo kein Markt da kein Handel. Leider will er, dass die Amis in Mexico helfen, was absolut nichts bringen wird. Solang die Amis Drogen konsumieren und gutes Geld dafür zahlen wird sich in Mexico jemand finden der daran verdienen will.

Auch aus meiner Sicht derzeit einzige Lösung (wenn auch nicht gut): Legalisierung aller(!) Drogen in Mexico.

wolf67
00
16.6.2010, 07:14

Die kontrollierte Abgabe wird in Mexiko wegen der Korruption nicht funktionieren - wer soll die denn durchfuehren ? IMSS ?
Andererseits - wenn das mexikanische Oel in absehbarer Zeit zu Ende ist, koennte man dann statt Pemex ein Drogmex installieren, wahrscheinlich marschieren dann aber die Gringos in Mexiko ein.

frune
00
21.3.2010, 10:03
Drogen legalisieren.


Therapie, staatlich kontrollierte Abgabe an die Süchtigen. Dasselbe mit der Prostitution: Legalisierung, ärztliche Aufsicht, Rechtsschutz für die Beschäftigten Damen gegenüber ausbeuterischen Kartellen und Zuhältern.

Und schon brechen den Kartellen die Einnahmen weg. Aber das geht ja nicht. Was würden dann die ganzen "Sicherheitsfirmen" machen? Und die "Special Forces", die teils bei der korrupten Exekutive, teils bei den Kartellen unter Vertrag stehen.

Aber das grösste Problem wäre dann wohl, dass die geknechtete Masse, wenn sie nicht mehr täglich um ihr Leben fürchten müste, anfangen würde, vom Staat etwas zu verlangen - Bildung und Gesundheitsversorgung zB.

Bildung - Basis der Demokratie
00
20.3.2010, 12:25

unterstützung von der usa?
mexico usa und kanada sind e bei der NAU

http://en.wikipedia.org/wiki/Nort... ican_Union

ente,ente,ente,ente,ente,ente,ente,...
04
20.3.2010, 08:37
mit drohnen jagen?

ja klar, die drogenbanden schleichen nachts mit einem rucksack voller koks und einer bazooka durch die wüste....sehr realistisch.

Idol der Massen
 
11
19.3.2010, 18:46

*Mit grossem Aufgebot die Drogenbanden "jagen"
(ja, jagen - was willst denn sonst machen)
*Die Grenze zwischen den USA und Mexico dicht
machen
*Eine grosse Soziale Reform starten, um einerseits
Aufklärungsarbeit zu leisten, und andererseits um
all jenen zu helfen die ohne die Drogengelder
verhungern würden.
*Mexico ist ein "gescheiterter Staat" - mit eiserner Hand durchzugreifen, ist ein MUSS!

Und:.....
Um in Mexico wieder ein halbwegs geordnetes, demokratisches System hinzukriegen, wird wohl der durchnschnittsamerikaner in Zukunft auf seine Drogen verzichten müsse.

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