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Delfintouren stressen die Tiere

19. März 2010, 18:54

Kurzzeiteffekte vor der Küste von Sansibar untersucht - Forscher rät Touristen zu verantwortungsvollem Handeln

Newcastle - Britische Forscher glauben, dass die menschliche Interaktion mit Delfinen die Tiere in großen Stress versetzt. Nach jüngsten Untersuchungen vor der Küste der ostafrikanischen Insel Sansibar verändert die menschliche Anwesenheit das Verhalten der Delfine. Sie kümmern sich weniger um ihren Nachwuchs und kommen auch nicht zur Ruhe, berichten die Forscher im Magazin "Endangered Species Research".

Am schlimmsten war der Stress für die Tiere dann, wenn Schwimmer ganz nahe gekommen sind und versucht haben, sie zu berühren. Die Meeresbiologen um Per Berggren von der Newcastle University fordern nun Beschränkungen, um die potenziellen Langzeitfolgen von Delfintouren zu minimieren.

Kurzzeituntersuchung

"In unseren Untersuchungen haben wir festgestellt, dass die Tiere bei der Präsenz von Touristenbooten aufgeregt waren und weniger Zeit zum Jagen oder zum Vergesellschaften aufgewendet haben", so Berggren. "Das hat negative Auswirkungen nicht nur auf individuelle Tiere, sondern auf die gesamte Schule", meint der Forscher. Dies könnte auf lange Sicht negative Folgen für die Population haben.

40 Tage lang hat das Forscherteam die Delfine beobachtet. Wenn die Boote mit den Touristen da waren, sank die Ruhezeit der Tiere von 38 auf zehn Prozent des Tages. Ähnlich reagierten die Tiere auch bei der Futtersuche. Hier sank der Zeitaufwand von 19 auf zehn Prozent. Bei Anwesenheit der Boote wurden die Delfine extrem aktiv. Der Zeitaufwand des Herumschwimmens stieg von 33 auf 77 Prozent und wurde zur dominanten Aktivität im Beisein der Boote.

Verhaltensregeln

Seit 1992 werden an der Südküste der Insel Sansibar Delfintouren angeboten. Dieser Industriezweig hat die traditionelle Jagd auf die Meeressäuger total verdrängt. "Das ist sehr erfreulich", meint Berggren. Allerdings sei die Art und Weise, wie dieser Delfintourismus betrieben wird, nicht nachhaltig. Bis zu 30 Boote scharen sich um eine Delfingruppe. "Da die lokale Bevölkerung vom Tourismus lebt - in diesem Fall also von den Delfinen - müssen unbedingt Verhaltensregeln eingehalten werden", so der Forscher, der sich seit 20 Jahren mit Meeressäugern beschäftigt.

"Der Ersatz der Delfinjagd durch Delfintouren kann als Durchbruch gesehen werden, da dies eine humane und nachhaltige Alternative darstellt", meint der Forscher. Unglücklicherweise muss der Delfintourismus jedoch ohne Regulierung ebenso in Frage gestellt werden. "In der derzeitigen Situation brauchen die Tiere viel mehr Energie, weil sie mehr schwimmen müssen, um den Touristenbooten zu entkommen, die ihnen nachfahren."

"Eigentlich sollten alle Touristen, die solche Delfin-Exkursionen mitmachen, vorher aufgeklärt werden, damit sie wissen, dass verschiedene Handlungen zu großem Stress bei den Tieren führen", meint Berggren. Der beste Ansatz wäre, die Tiere frei entscheiden zu lassen, ob sie zu den Menschen kommen wollen oder nicht, anstatt ihnen nachzufahren.

Verantwortungsbewusstsein

"Sansibar, das zu Tansania gehört, ist eine wundervolle Insel und die Exkursionen sind besonders während Juli und Oktober interessant", erklärt Berggren. Zu dieser Zeit könne man auch Buckelwale beobachten. "Ich würde jedem Besucher raten, die lokale Gemeinschaft zu unterstützen, aber verantwortungsbewusst zu handeln und Tourveranstalter darum zu bitten, gewisse Richtlinien einzuhalten." Die Tour-Veranstalter richten sich nämlich danach, was die Gäste sehen wollen, so Berggren abschließend. (pte/red)

Kommentar posten
12 Postings
pier paolo pasolini1
 
00
22.3.2010, 08:31

hat sich da mal jemand schon die Arbeitszeitbedingungen angesehen.
Hat da schon mal ein Arbeitsinspektor eine Betriebs-Beschwimmung gemacht.

dr.no3
00
20.3.2010, 21:08
da kannst du nur noch am montag

runter zum supermarkt und dir
ein paar dosen tunfisch kaufen

peter purzel
00
20.3.2010, 18:44
endlich müssen sie mal was leisten...

...die damen und herren delfine, wird ja auch zeit, wo sie ansonsten schon quasi eingemenscht sind. nachdem unsere delfingeschwister aber so intelligent sind, werden sie sich in zukunft halt einfach von menschen fernhalten (bekanntlich können sie deren boote ja 1.000 km weit hören). ich lach mich scheckig ! unterwasserkühe !

Thomas Wetschnig
00
20.3.2010, 12:05
Vielleicht sollte man ........

........ der Sache nachgehen, wie die Wale über die Menschen denken:

http://members.chello.at/wetschnig... tching.pdf

Irma la Douce
00
20.3.2010, 10:20
Mich nerven solche Touren auch ;-)


Bin mal beim Tauchen welchen unter Wasser begegnet -- und da ging s mir wie Jamie Lee Curtis in >>Wild Creatures<<.

JosyH1
11
20.3.2010, 09:28
Schwule Haie ;-)

Kuschelig wie Gummistiefel...

caranx
00
19.3.2010, 19:59
"dass die Tiere bei der Präsenz von Touristenbooten aufgeregt waren "

Denen machts halt Spass. Wahrscheinlich wird heimlich gefüttert.

Nathaniel Winerib
10
19.3.2010, 18:59

Ich kann nicht im Mindesten nachvollziehen, was den Reiz dieser Tiere ausmacht.

Allmächtiger Satan
03
20.3.2010, 11:27

Können die Delphine bei Ihnen auch nicht.

neferaton
00
19.3.2010, 22:19

Sie sind schön anzusehen und intelligent.

coole wampe
01
19.3.2010, 21:41

Richtig : Wienerschnitzel vom Delphin bringts nicht :))

h 90
01
20.3.2010, 02:55

ausser fuer japaner

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