Bruder der Ex-Außenministerin Araújo verurteilt
Bogotá - Wenige Tage nach der Parlamentswahl in
Kolumbien hat der Oberste Gerichtshof des Landes einen früheren
Senator wegen seiner Verbindungen zu ultrarechten Paramilitärs zu
neun Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Das Gericht sah es in
seinem Urteil am Donnerstag als erwiesen an, dass Álvaro Araújo,
Bruder der früheren Außenministerin María Consuelo Araújo, einer
kriminellen Vereinigung zur Förderung illegaler bewaffneter Gruppen
angehörte. Er verbündete sich demnach mit einer Gruppe der
rechtsextremen Vereinten Selbstverteidigungsgruppen Kolumbiens (AUC)
im Norden des Landes, was ihm 2002 einen Sitz im Senat einbrachte.
Der Senator war im Februar 2007 wegen mutmaßlicher Verbindungen
zu
Paramilitärs festgenommen worden. Seine Schwester trat daraufhin als
Außenministerin zurück. Gegen mehr als 80 der bisherigen Senatoren
und Abgeordneten sind Verfahren wegen des Vorwurfs der Zusammenarbeit
mit den Todesschwadronen anhängig, zwölf dem Staatschef Álvaro Uribe
nahestehende Parlamentarier wurden deswegen verurteilt. Aus der
Parlamentswahl am Sonntag gingen die rechtsgerichteten Parteien des
Regierungsbündnisses von Präsident Uribe als Sieger hervor.
Die in den 1980er Jahren mit Unterstützung von Armee und
Polizei,
Großgrundbesitzern und Drogenhändlern gegründeten paramilitärischen
Gruppen werden für die Ermordung von mindestens 20.000 Menschen
verantwortlich gemacht. Die Opfer sind unter anderen Gewerkschafter,
Menschenrechtsaktivisten, Mitarbeiter sozialer Bewegungen und
Guerillakämpfer. Die Entwaffnung der AUC war im April 2006 offiziell
abgeschlossen worden, es gibt jedoch zahlreiche
Nachfolgegruppierungen. (APA)