Reds lassen Lille bei 3:0 keine Chance - Werder nach 4:4 gegen Valencia out - Fulham schießt unsportliche Turiner aus Bewerb
Der Gewinn der "Trosttrophäe" bleibt für Liverpool weiter im Bereich des Möglichen. Nach der 0:1-Auswärtsniederlage im Europa League-Achtelfinale revanchierten sich die Reds im Rückspiel an der Anfield Road mit einem 3:0 (1:0)-Sieg.
Steven Gerrard brachte die Liverpooler nach 9 Minuten per Strafstoß in Führung. Zuvor war Lucas im Sechzehner gefoult worden. Die Gastgeber kontrollierten in der Folge das Spiel, kamen zu ihren Chancen. Jedoch konnte die Benitez-Elf vor der Pause keine mehr verwandeln.
Lille war zwar nie ganz abgemeldet, konnte aber seinerseits die Möglichkeiten auch nicht verwerten. Vor allem in der 33. Minute stockte den Reds-Fans kurz der Atem. Bei einem Konter von Hazard entschärfte Pepe Reina den Ball mit der Glatze.
Nach der Pause blieb das Wesen des Spiels ähnlich. Liverpool kontrollierte und dominierte, Lille stichelte immer wieder mit guten Aktionen. Fernando Torres verbesserte die Ausgangslage seiner Mannschaft allerdings schon in der 49. Minute mit seinem ersten Treffer des Tages.
Diesem folgte in der 90. Minute noch ein zweiter. Gerrard setzte sich über die rechte Seite durch, sein Schuss wurde vom Torhüter gerade noch abgewehrt, doch der spanische Starstürmer stand genau richtig und netzte zur endgültigen Entscheidung ein.
Liverpool steht mit einem Gesamtscore von 3:1 im Viertelfinale.
Werder-Krimi endet mit spanischem Glück
Mit einem hochdramatischen Spiel verabschiedete sich Werder Bremen aus der Europa League. Die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf scheiterte mit zahlreichen vergebenen Torchancen und schweren Patzern in der Verteidigung vor allem an sich selbst.
Trotz der Überlegenheit der Deutschen ging Valencia durch Tore von David Villa (4.) und Mata (14.) in Führung. In der 26. Minute konnte Pizzaro erstmals eine Chance für Werder verwerten, doch in der 45. Minute erhöhte abermals Villa auf 3:1 für die Gäste.
Die 23.000 Zuseher im Weserstadion sahen auch in der zweiten Hälfte eine klar dominierende Heimmannschaft, die im Abschluss immer wieder ihr Unvermögen bewies. Doch bei einer Vielzahl an Chancen lässt sich gar nicht vermeiden, das ein oder andere Tor zu schießen.
Nach einem Foul am alles überragenden Marko Marin entschied der Schiedsrichter auf Strafstoß. Torsten Frings verwertete den wohl schlechtestgeschossenen Elfmeter der vergangenen Jahre. Der deutsche Nationalspieler traf genau in die Mitte des Tores, doch der dort stehende Valencia-Keeper Cesar Sanchez griff daneben.
Fünf Minuten später war es Marin selbst, der für Werder aus kurzer Distanz ausglich. Doch nach einem Konter mit Abseitsverdacht ging Valencia abermals in Führung. Die Spanier hatten bis zu diesem Zeitpunkt schon zahlreiche Karten und Ermahnungen wegen Zeitschinderei erhalten und suchten ihr spielerisches Heil in den seltenen Gegenstößen.
In der 83. Minute köpfte der sträflich vernachlässigte Claudio Pizzaro Werder abermals ins Spiel zurück. Die Bremer hätten auch in der Folge und in den fünf Minuten Nachspielzeit noch einige Male treffen müssen, doch es gelang nicht mehr. Nach dem 1:1 im Hinspiel sind die Deutschen wegen der Auswärtstorregel bei einem Gesamtscore von 5:5 aus dem Bewerb.
Fulham schießt Juventus ab
Erfolgreicher als für Werder gestaltete sich der Abend für Fulham gegen Juventus. Die Londoner mussten ein 1:3 aus dem Hinspiel aufholen, doch schon nach drei Minuten schien der Traum vom Aufstieg geplatzt. David Trezeguet brachte die Alte Dame in Führung.
Fulham steckte in der Folge nicht auf und spielte groß auf. Bobby Zamora glich in der 9. Minute aus. Nach einem weiteren Latten- und einem Stangenschuss war das Glück von Juventus aufgebraucht. Ein Fulham-Stürmer wäre bei einem Angriff durch gewesen, Fabio Cannavaro zog am Trikot des Gegners und sah dafür zurecht als letzter Mann die Rote Karte. Den daraus resultierenden Freistoß konnte der statt Gianluigi Buffon und Alexander Manninger spielende Antonio Chimenti noch entschärfen.
Doch noch vor der Pause (39.) traf Gera für Fulham zum 2:1 und brachte die Londoner damit im Gesamtscore auf Tuchfühlung. Nach der Halbzeit (49.) war es abermals er, der dann auch den Gleichstand herstellte. Juventus hatte numerisch unterlegen den gesamten Vorsprung verspielt. Fulham schaltete kurz einen Gang zurück um im Finish eine erneute Angriffswelle zu starten.
In der 82. Minute war es Clint Dempsey, der eine der Chancen mit einem genialen Heber ins Kreuzeck verwertete. Damit war Fulhams Aufstieg (Gesamtscore 5:4) besiegelt. Juventus fiel im Finish nur mit weiteren Unsportlichkeiten auf. Zebina sah ebenfalls die Rote Karte, für ein hart an der Tätlichkeit vorbeischrammendes Frustfoul wurde sein Teamkollege Melo in der Nachspielzeit verschont.
Wolfsburg schlägt Rubin Kasan
In einer engen Partie eliminierte der deutsche Meister Wolfsburg den russischen Gegner Rubin Kasan. Die Deutschen mussten in der 21. Minute den Rückstand durch ein Tor von Kasaev hinnehmen. Dies war gleichzeitig auch der Pausenstand.
In der zweiten Hälfte dauerte es eine knappe Viertelstunde, ehe der eingewechselte Obafemi Martins die Heimmannschaft wieder ausglich (59.). In der 93. Minute blieb den Fans der Torschrei im Halse stecken. Dzeko hatte nach schöner Kombination und Vorarbeit von Misimovic getroffen, doch der Schiedsrichter erkannte den Treffer fälschlicherweise wegen einer angeblichen Abseitsstellung ab.
Mit dem 1:1 war das Ergebnis des Hinspiels egalisiert, die Teams mussten in die Verlängerung. Da merkte man beide Mannschaften die nachlassenden Kräfte an, doch die Deutschen wirkten - wie das gesamte Spiel über - einen Hauch näher am Sieg. Es schien bis zur 118. Minute als würde ihnen dieser Vorteil nicht helfen, einem Elfmeterschießen zu entrinnen. Doch dann erlöste Gentner mit seinem Treffer die Werksmannschaft.
Auswärtserfolg für Benfica
Salzburgs Bezwinger Standard Lüttich machte nach dem 3:1 in Athen
zu Hause gegen Panathinaikos alles klar. Dieudonne Mbokani erzielte
in der Nachspielzeit der ersten Spielhälfte nach einem Gegenstoß den
entscheidenden Treffer zum 1:0-Erfolg der Belgier.
Ebenfalls im
Viertelfinale steht Benfica Lissabon nach einem 2:1-Auswärtssieg bei
Olympique Marseille. Stadtrivale Sporting verabschiedete sich mit einem 2:2 im iberischen Derby gegen Atletico Madrid aus dem Bewerb (0:0 im Hinspiel).
Dem RSC Anderlecht genügte ein ereignisreiches 4:3 gegen den Hamburger SV nicht. Die Deutschen, die in der Gruppenphase Gegner von Rapid Wien waren, sind mit einem Gesamtergebnis von 6:5 weiter. (tsc)