ÖOC-VERGANGENHEIT UND -TRANSPARENZ

Kehrseiten der Medaillen

18. März 2010, 19:10

Es ist viel zusammengekommen in den rund 20 Jahren, in denen Leo Wallner als Präsident und Heinz Jungwirth als Generalsekretär die Geschicke des Österreichischen Olympischen Comités (ÖOC) gemeinsam bestimmten. Zum Beispiel 121 Medaillen sind zusammengekommen, wobei der Anteil des ÖOC an ihrer Erringung naturgemäß umstritten ist. Quasi die Kehrseiten der Medaillen werden nun nach und nach sichtbar und zu einem Fall für den Staatsanwalt. Ein geheimes Verrechnungskonto, fehlende Bilanzerstellung, fehlende Gewinn-Verlust-Rechnung, nicht ordnungsgemäße Buchhaltung, weil die Kassenbücher über vier Jahre nicht auffindbar sind. Der Sumpf sei bis zu 1,3 Millionen Euro tief, wird gemutmaßt, nicht wenig der versickerten Summe stamme aus Steuergeldern. Wie weit Wallner, Jungwirth oder die fristlos entlassene stellvertretende Generalsekretärin Manuela Kovarik im Sumpf stecken, ist von Gerichten zu klären. Für sie alle gilt die Unschuldsvermutung.

Das Problem des neuen ÖOC-Präsidenten Karl Stoss ist, dass sich die Vergangenheitsbewältigung über Jahre hinziehen kann. Da gerät der proklamierte Neustart durch die Präsentation eines Generalsekretärs seines Vertrauens ins Hintertreffen. Sie wäre übrigens eine treffliche Gelegenheit gewesen, Transparenz zu zeigen, dessen Gage offenzulegen und im schlimmsten Fall eine Neiddebatte zu riskieren. Die hielten das ÖOC und das Land auch noch aus. (Sigi Lützow, DER STANDARD Printausgabe, 19.3.2010)

 

Michael Holzermayr2
00
22.3.2010, 17:32
Sehr geehrter Herr Lützow:

nur Skocek schaffte es, qualitiativ ähnliche Glossen zu schreiben. Nur schreibt er Gott sei Dank hier nichtmehr.

Mein Hund, die arme Sau, heißt Hojac.
00
19.3.2010, 16:37
Enteignung!

Die Olympischen Spiele kann man als Erbe der Menschheit betrachten. Also - nehmt sie diesem Korruptionsstadl weg und überantwortet sie von mir aus der UNO.

Das Ziel: Zerschlagung der Marketingmaschine und spiele, die diesen Namen wieder verdienen.

Und allfällige Einnahmen direkt in gemeinnützige Projekte, von mir aus exklusiv in die Sport- und Volksgesundheit, investieren.

FatBoy
02
19.3.2010, 16:29
WIE TREFFEND FORMULIERT

Herr Redakteur!
Wie Sie folgerichtig und inhaltsschwer erkennen, leben wir offensichtlich in Absurdistan zur Zeit der Inquisition!
Zumindest eine Generation Ihrer Profession hätte allerdings schon die letzten 20 Jahre der Regentschaft Wallner/Jungwirth eigentlich die Chance gehabt, diesen Saustall offen zu legen - oder hat es vielleicht zu sehr gestunken?
Oder sind Sie auch nur - wie viele andere Ihrer Berufskollegen - alle 2 Jahre zwecks rechtzeitiger Akkreditierung zu den Spielen vor dem Herrn Reiseleiter in die Knie gegangen?

Ubaldini
00
19.3.2010, 12:45

Völlig wurscht was, überall wo Geld und Parteien zusammmenkommen, wird ein Futtertrog samt Sauwirtschaft draus.....

HOT MUSTARD
03
19.3.2010, 11:35
EINE SYSTEMFRAGE

Um die Finanzierbarkeit des gesamten Sports auf Jahrzehnte hinaus zu sichern, hat man sich des Feigenblattes der Lotterien/Casinos bedient - und tut es heute noch!
Warum? Ist doch ur leiwand`, wenn man bei jedem Finanzierungsloch einfach nur bei den Casinos Austria anzurufen braucht - das erspart eine Menge Arbeit und auf den eigenen Pfründen sitzt man umso besser. Ordentliche Geschäftsgebarung oder gar -moral? - etwas für kleingeistige Idealisten!
Die Drecksarbeit hat das Fußvolk zu erledigen - zu bezahlen übrigens auch. Und der kleine Funktionär am Ende der Kette muss froh sein, wenn er überhaupt was kriegt - und kuschen!
Konsequenzen? Jo mei - schau ma amoi - oba wo denn bittschön?

Der Große von Gegenüber
02
19.3.2010, 10:11

Und es gilt natürlich für alle wieder einmal die ... aber was red ich ...

a number only
05
19.3.2010, 08:44

Die Chaffeure waren es; die Stellvertreter waren es; wahrscheinlich auch Anonyme, die man vergessen hat, waren es. Aber selbstverständlich waren es nicht jene, die Entscheidungen getroffen haben. Unterschreiben lässt man immer andere.

http://diepresse.com/home/spor... e/index.do

Natürlich wird hier an der Spitze nichts herauskommen, weil nichts herauskommen darf. Wenn nicht aus anderen Gründen, dann aus Gründen der Staatsräson.
Was wäre beim so genannten "Kleinen Mann", wenn solche Zores auftreten? Vernehmungen, Hausdurchsuchungen, Untersuchungshaft. Ist das den Großen wirklich per se nicht zumutbar? Ist das die Gesellschaft, die wir noch wollen?

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