Wollte geplantes Projekt zur Modernisierung eines Braunkohlenkraftwerkes nicht mittragen
Prag - Nur zwei Monate vor den Parlamentswahlen hat der
tschechische Umweltminister Jan Dusik am Donnerstag
überraschend seinen Rücktritt bekanntgegeben. Er begründete seine
Entscheidung mit Worten, dass er "nicht mit sauberem Gewissen" die
geplante Modernisierung des nordböhmischen Braunkohle-Kraftwerks
Prunerov mittragen könne. Deswegen habe er Premier Jan Fischer seinen
Rücktritt mitgeteilt.
Dusik, der im Übergangskabinett als Parteiloser von den Grünen
nominiert worden war, erklärte weiters, er habe den Tschechischen
Energiekonzern (CEZ) um den Einsatz modernerer Technologie oder aber
um Kompensationsmaßnahmen bei der Modernisierung des Kraftwerkes
ersuchen wollen. Da ihm aber Fischer gesagt habe, dass es keine Zeit
mehr für weitere Überlegungen hinsichtlich des Projektes gebe und er
deswegen seine (Dusiks) Vorschläge zum Umbau der Anlage abgelehnt
habe, habe sich der Minister für das Ausscheiden aus der Regierung
entschlossen.
Ob ein Nachfolger für Dusik überhaupt ernannt wird, war
zunächst
unklar. Die Parlamentswahlen finden am 28. und 29. Mai statt. (APA)