"Seilschaften gibt es nur am Berg"

18. März 2010, 19:05
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    foto: apa/techt

    Peter Mennel hat die Sparkasse Bregenz saniert, nun soll er die Geschäfte des ÖOCin Ordnung bringen. Präsident Karl Stoss traut ihm das zu.    

Das ÖOC hat einen Generalsekretär - Der Vorarlberger Jurist Peter Mennel schupft künftig den Laden

Wien - Für Peter Mennel ist ein Glas niemals halbleer. "Sondern immer halbvoll." Er musste nicht Generalsekretär des ÖOC werden, er wollte es. Dass sein Chef, Präsident Karl Stoss, auch aus Vorarlberg stammt, sei ein geografischer Zufall, habe mit Packelei oder Seilschaft überhaupt nichts zu tun. "Ich gehöre zu keiner Seilschaft, Seilschaften gibt es nur am Berg." Der 54-jährige Jurist Mennel erzählt, dass er den 8201 Meter hohen Cho Oyu bestiegen hat. Ohne zusätzlichen Sauerstoff. Und ohne Stoss. "Wir waren gemeinsam auf dem Kilimandscharo. Das war eine größere Gruppe aus Vorarlberg. Ich kenne Stoss seit 22 Jahren, der Kontakt war sporadisch, sprachliche Probleme gab es nie."

Ab 1. Juni wird der Kontakt sehr regelmäßig sein, an diesem Tag tritt Mennel sein Amt an. Weshalb er sich das antut, schließlich genießt das ÖÖC den Ruf eines mittelgroßen Sauhaufens (Schwarzgeldkonten etc.), und er den Job als Vorstands-Vorsitzender der Sparkasse Bregenz sausen lässt? "Weil ich Herausforderungen liebe, gestalten möchte und Lust verspürte, etwas anderes zu tun." Der Abschied aus der Sparkasse sei beschlossen gewesen, "lange bevor ich das Inserat vom ÖOC gelesen habe. Das Anforderungsprofil war mir auf den Leib geschnitten." 107 Bewerbungen sind eingetrudelt, mit 25 Kandidaten wurde gesprochen, sieben kamen in die Auswahl, der Vorstand entschied einstimmig für den Bregenzer.

Dem Standard sagte Mennel nicht, wie viel er als Generalsekretär verdient, "obwohl ich kein Gegner von Transparenz bin. Ich verdiene so viel, dass ich davon leben kann. Es zählt nicht immer nur das Geld, sondern besonders die Herausforderung und die Aufgabe." Mennel, verheiratet mit der Ex-Skirennläuferin Martina Ellmer und Vater von zwei Töchtern, kennt sich im Sport aus. Aktiv betrieb und betreibt er Paraski (Kombination aus Fallschirmspringen und Riesentorlauf), im Freifall-formationsspringen war er siebenmal Staatsmeister, den Helikopter steuert er äußerst präzise. Passiv ist Mennel ein recht aktiver Funktionär, Vizepräsident des Vorarlberger Skiverbandes und Finanzreferent des österreichischen. Mennel: "Ich bin kein Multifunktionär, kenne aber die Probleme der Vereine und der Sportler."

Dass ihn ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel quasi als Vertrauensmann in das ÖOC gehievt hat, sei blanker Unsinn. "Schröcksnadel war überrascht. Seilschaften gibt es nur am Berg." Parteipolitisch gesehen ist das ÖOC nun völlig schwarz eingefärbt (Vorarlberger sind eben selten rot). Mennel vernachlässigt das: "Natürlich ist Politik Bestandteil des Lebens. Aber im Sport spielt sie keine Rolle." Er glaube an die Ideale des Sports. "Er lehrt dich, mit Niederlagen und Siegen umzugehen." Wie er die Rolle des ÖÖC sieht? "Ein Bindeglied des Spitzensports zu den Fachverbänden."

Natürlich gelte es, die Vergangenheit aufzuarbeiten. "Aber ich schaue in die Zukunft. Die Vergangenheit lässt sich ja nicht mehr gestalten. Um die kümmert sich die Staatsanwaltschaft."

Eine interne Untersuchungskommission hat diverse Fehlverrechnungen festgestellt, die stellvertretende und zeichnungsberechtigte Generalsekretärin Manuela Kovarik wurde fristlos entlassen. Für sie und auch den ehemaligen Generalsekretär Heinz Jungwirth gilt die Unschuldsvermutung. Minister Norbert Darabos wird überprüfen lassen, ob auch Bundesmittel versickert sind. Mennel: "Ich werde durch Taten überzeugen." Schließlich sei ein Glas niemals halbleer. (Christian Hackl, DER STANDARD Printausgabe, 19.3.2010)

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14 Postings
FatBoy
00
21.3.2010, 11:50
ALS JURIST

wissen Sie ja sicher, wie Sie aus der Nummer wieder herauskommen...
Kleiner Tip: keine Zeit verlieren!
Möglicherweise gibt es dann nämlich keinen mehr, der Ihre Gage auch bezahlen kann.

living reef
00
21.3.2010, 08:56
auf dem leib geschneidert

sind auch nicht wenige andere ausschreibungen im öffentlichen bereich, wenn mann von vornherein andere ausschließen möchte. wäre übrigens intreressant zu wissen ob und wenn wie viele frauen sich im "machofunktionärsbereich sport" für diese position beworben haben.

anahotimmadesbummal
01
19.3.2010, 18:40
schon lange vor der "Wahl" alles klar?

interessant, dass Mennel offensichtlich schon im Jänner von seiner Bestellung wusste, die "Wahl" erscheint damit suspekt, siehe: http://oesterreich.orf.at/vorarlber... es/398126/

HOT MUSTARD
01
19.3.2010, 20:33
DIE RACHE DES JOURNALISTEN

ist das ARCHIV!
Wer hat denn das bloss gesagt - ja wer hat denn das bloss...- ach ja, ein gewisser Robert Hochner war das wohl!
Bekanntlich demaskiert sich doch so manche(s)r im Angesicht eines einfachen, simplen Archives...?!
Warum macht denn da bloss keiner seinen Job...?!
Aber schön vorbereitete Platitüden auf "schöne" Fragen abdrucken gell?

willywonka
00
19.3.2010, 16:34
nur am Berg?

udn wer hat das ÖOC Haus gebaut in Whistler?
Wer hat schlussendlich den Cateringauftrag bekommen?
Die Xiberger beherrschen Sportösterreicr(ja vor allem der mit der Zigarre);-)

zaikoh
00
19.3.2010, 11:10

*harhar* der war gut ... (ad headline)

FatBoy
01
19.3.2010, 10:32
DAS TRAUMMÄNNLEIN

hat jahrzehntelang die Kinder Ihrer Generation mit "guten" Gedanken ins Bett gebracht.
Die Realität des Alltags hat dann allerdings mit den hehren Zielen oftmals nicht ganz Schritt gehalten.
Die Einen haben das früher kapiert, die Anderen eben etwas später und Manche bis heute nicht.
Das Problem ist dabei nicht der Zugang, sondern die faktische Beherrschbarkeit dieser Realitäten.
Ihre Bregenzer Sparkasse ist geradezu ein Kindergeburtstag gegen das, was Ihnen im ÖOC noch bevorsteht.
Träumen Sie ruhig weiter - ein bisschen Zeit haben Sie ja noch.

Radi Ator
00
19.3.2010, 08:59
"Seilschaften gibt es nur am Berg"

richtig. im wirklichen leben heißt das schon lange netzwerk und das ist natürlich etwas ganz anderes ;-)

Die Gezeichneten
00
19.3.2010, 10:24

Völlig richtig. In einer Zeit, wo fast überhaupt nichts mehr ohne "Netzwerk" geht, so eine Aussage - für wie dumm wird man eigentlich gehalten?

Dr. 2Much
00
18.3.2010, 22:38
Welch ein Freudscher Versprecher!

"Das Anforderungsprofil war mir auf den Leib geschnitten", sagt Herr Mennel wortwörtlich.
Ist das nur eine höchst unglückliche Aussage auf Prinz Philip-Niveau oder die Wahrheit? Seilschaften gibt es zwar keine, nona, in Österreich schon zweimal nicht, aber man kennt sich. Also kann es ja nicht so schwer gewesen sein, das Anforderungsprofil auf Mennel zuzuschneiden, Stoss freut es, Schröcksnadel freut es (trotz Überraschung), die Partei freut es. Na servas.

ceiberweiber.at
00
19.3.2010, 07:04
Betont schon sehr

er betont schon sehr, dass er überhaupt niemanden kennt, und doch haben sie sich für ihn entschieden, denn er ist einfach so gut geeignet....heisst, alle haben gelernt, bei uns gibt es keine freunderlwirtschaft, keine begünstigung, ebenso keinen partei-einfluss mehr. so kann ein völlig unbekannter alles weren...

HOT MUSTARD
04
18.3.2010, 22:28
BRAVO!

in nichtssagenden 08/15 Statements schon mal ganz ok - wenn auch noch ausbaufähig.
Soviele Platitüden gleich auf einem Haufen - nur weiter so.

kyselak3
 
01
18.3.2010, 21:09
speib!

redet der immer in powerpoint-präsentationen?

?und
00
18.3.2010, 20:36
politik spielt im sport keine rolle, endlich einer der sich das zu sagen traut

wenns auch ein ausgemachter blödsinn ist - er sagts wenigstens - ehrlich währt am längsten, wie`s in vorarlberg gern heißt.

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