Bericht: Lage der Guaraní-Indigenas desolat

18. März 2010, 19:09

Opfer von Übergriffen und Mordanschlägen von Killertrupps der Farmer

São Paulo - Verfolgt, vertrieben, ermordet - so lautet die katastrophale Bilanz eines Berichtes der Hilfsorganisation Survival International über die Lebenssituation der Guaraní-Indigenas im Südwesten Brasiliens. Die Guaraní seien regelmäßig Opfer von Übergriffen und Mordanschlägen von Killertrupps der Farmer, die das Land der Indigenas übernommen hätten, hieß es in einem am Donnerstag vorgestellten 26-seitigen, an die Vereinten Nationen adressierten Report. In der Volksgruppe sei die Selbstmordrate extrem hoch und Unterernährung und Alkoholismus seien stark verbreitet.

Die steigende Nachfrage an Biokraftstoffen werde die Guaraní um noch mehr Land bringen und die Lebenssituation weiter verschlimmern, befürchtet die in London ansässige Organisation, die sich sich seit 40 Jahren in der Öffentlichkeit für die Rechte indigener Völker engagiert. In Brasilien leben den Angaben zufolge zwischen 43.000 und 46.000 Guaraní. Viele Guaraní-Gemeinschaften, die von ihrem Land vertrieben wurden, lebten unter Zeltplanen am Rande stark befahrener Landstraßen.

Gewaltsame Dorf-Räumung

Im September 2009 berichtete auch der mit der Katholischen Bischofskonferenz in Brasilien verbundene Indianermissionsrat (CIMI) von der gewaltsamen Räumung eines Dorfes im Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Dort seien 35 Häuser zerstört worden und die Einwohner, darunter 60 Kinder, hätten das Dorf verlassen müssen. Der CIMI-Rat kritisierte damals, dass die Farmer die Indigenas mit "terroristischen Mitteln" zum Verlassen des Gebietes zwingen wollten.

Survival International weist in dem Bericht darauf hin, dass seit 1981 mehr als 625 Guaraní Selbstmord begangen hätten. Dies seien fast 1,5 Prozent der heutigen Guaraní-Gesamtbevölkerung. "Im Jahr 2005 war ihre Suizidrate 19 mal höher als der nationale Durchschnitt. Auch Guaraní-Kinder, sogar im Alter von neun Jahren, haben Selbstmord begangen", heißt es in dem Report.

Der Direktor der Organisation, Stephen Corry, sprach von einer erschreckenden Lage: "Die Regierung Brasiliens ist moralisch und gesetzlich dazu verpflichtet, den Menschenrechtsverletzungen und rassistischen Diskriminierungen ein Ende zu setzen und die Guaraní davor zu schützen. Wenn nicht schnellstens und wirksam etwas unternommen wird, werden noch viele weitere Guaraní leiden und sterben. (APA/dpa)

Kommentar posten
17 Postings
A_Schläsinger_vu_Brassel
00
"Guaraní-Indigenas"??

Politische Korrektheit bis zum Exzesse.

Man darf ruhig (Guarani-)Ureinwohner oder Indianer sagen.

@Überkorrektheit: Zudem wäre bei einem Bericht über deren Zustände in Brasilien die Schreibung "Guarani-Indígenas" richtiger - oder weiß man etwa nicht, dass in Brasilien portugiesisch gesprochen wird? Was soll hier spanisch?

Im Übrigen leben in Brasilien mehr Menschen, die deutsch als Muttersprache haben als Spanischsprachige. Nur so ein Detail am Rande...

Malkaye
03
19.3.2010, 10:25
Lulas "Unternehmensfreundlichkeit" sei dank.

er hätte sich an Chàvez oder Rafael Correa ein Beispiel nehmen sollen - die haben Indìgena-Rechte und Gebietsansprüche in die Verfassung aufgenommen.

mcon
21
21.3.2010, 15:32

@ Malkaye

Sicher hat die ven. Verfassung viele positive Sachen für die Indígenas verankert jedoch werden sie auch umgesetzt/eingehalten?
Ihnen ist aber bekannt, dass in VE die Führer der Indígenas von Chávez Schergen mit fadenscheinlichen Anschuldigungen verhaftet wurden.

Chávez ist doch der Meister des Verfassungsbruchs & dafür wird er eines Tages zur Rechenschaft gezogen.

Das so klar wie das Armen in der Kirche

Er hat dieses Land in 11 J. heruntergewirtschaftet, das hat kein anderer Präsident vor ihm geschafft
Ansonsten kann ich ihnen nur sagen, sie haben so viel Ahnung über die Machenschaften dieser ven. Regierung *wie die Kuh vom Eierkriegen*.

Zitat:
*Schuster bleib bei den Leisten*

Michael Kolhaas
 
10
22.6.2010, 12:39
"Chávez ist doch der Meister des Verfassungsbruchs & dafür wird er eines Tages zur Rechenschaft gezogen"...?

Vergessen Sie ihre feuchten Träume von einem faschistischen Militärputsch mit Hilfe der CIA wie 1973 in Chile. Das wurde bereits in ähnlicher Form versucht und ist gründlich in die Hosen gegangen.

Malkaye
22
21.3.2010, 21:02
wenn so etwas schon in so einer form loswerden will, sollte man schon wissen, dass man keine eier bekommt, sondern eier legt.

im übrigen stimme ich mit ihren ansichten über venezuela nicht überein.
chavez hat vielen menschen würde und leben ermöglicht. wenn etwas nicht mehr so gut läuft, dann das parasitäre gebaren der elite, die venezuela nur als ihren kühlschrank, nicht aber als patria sieht.

und dass chavez zur rechenschaft gezogen wird, bleibt wohl nur ein feuchter traum von denen, die von einer militärdiktatur träumen. dass das volk hinter chavez und seiner demokratischen regierung steht, hat es 2002 eindrucksvoll bewiesen.

el pueblo unido, jamas sera vencido.

hansito
21
24.3.2010, 23:57

Ach jaaaaaaaaaa, hier spricht wieder einer von den peinlichen profunden Kennern von Venezuela! :--)))))))))))))))))))))) 1. Referendum zur Wiederwahl - abgelehnt, 2. Referendum - mit Stimmenkauf gewonnen! ... und es war verfassungswidrig, also halten Sie sich im Zaum!

Malkaye
10
25.3.2010, 13:22

irgendeine quelle für die anschuldigung des stimmenkaufes? so seriöse quellen, wie es sie zu haufe zu den wahlen in kolumbien gibt bitte.

Da Flowmaster
010
18.3.2010, 19:17
und wenn hier von Farmern die Rede ist...

sind wahrscheinlich Großgrundbesitzer gemeint, die selbst nie einen Fuß auf die Erde dort setzen.

zaikoh
11
19.3.2010, 10:53

auf jeden fall sind das keine menschen

leider ist unser wohlstand zu nem grossen teil auf solchem elend aufgebaut; der gedanke wird aber nicht oft (zu ende) gedacht

sambajodler *
01
19.3.2010, 10:44
Die Regierung Brasiliens ist moralisch und gesetzlich dazu verpflichtet

das wird die regierung nicht verstehen, da moral unbekannt ist. und gesetz? jaja, da gibts irgendwo ein bücher da steht was drin.

asinus
00
19.3.2010, 07:59

Das muss nicht einmal sein; es haben sich auch die einfachen Campesinos zusammengeschlossen und treten gegen die Indianer auf, vor allem nach Übergriffen. Und die europäische Vorliebe für Palmölplantagen wird die Lage dramatisch verschlimmern. In Kolumbien sind schon deshalb Indianer umgebracht und vertrieben worden.

Macky Messer
22
18.3.2010, 18:45

an die person die den artikel verfasst hat, bzw. die infos von der apa übernommen hat...lieber standard

der begriff "naturvölker" ist schon seit längerer zeit obsolet, welche menschliche gesellschaftsorganisation hat schon keine kultur?

bitte darum das zu berücksichtigen...der terminus indigenas ist hingegen so weit ich weiss nicht abwertend...

ligrü

Meine Wenigkeit mit viel Senf
00
19.3.2010, 07:05
Und was ist mit...

Indigenos, oder gibt's da keine Männer?

pipi pipifax
10
19.3.2010, 12:23

in austria muchos hombres habla muchos espanol!

Hamit_Hatemi
01
22.3.2010, 18:42

In einem Artikel über Brasilien ist Ihr Spanisch schon ein bisserl unpassend.

pipi pipifax
10
23.3.2010, 11:24

lesen sie auch den thread oder nur einzelpostings? der begriff "indigenas" kommt aus dem spanischen.

Helmut Thomas Wiener
 
00
19.3.2010, 09:02
el indígena, la indígena

el indígena, la indígena = spanisch der Eingeborene, die Eingeborene, schreibt sich beides gleich

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.