Report des Worldwatch Institutes: Dringend Einstellungsänderung nötig
Berlin - Das Konsumdenken nach westlichem Muster ist der Klimakiller Nummer
eins, geht aus dem "State of the World Report 2010" hervor, den das
unabhängige Worldwatch Institute verfasst hat. Um eine Zerstörung der weltweiten
Ökosysteme zu vermeiden, seien nicht nur umweltfreundliche Technologien oder
staatliche Maßnahmen erforderlich, sondern vor allem ein Wandel im
Konsumverhalten, fordern die Autoren des Reports "Einfach besser leben -
Nachhaltigkeit als neuer Lebensstil".
Werde Nachhaltigkeit nicht über das Konsumverhalten gestellt, könnten keine Regierungszusicherungen und keine technologischen Fortschritte die Menschheit vor unzumutbaren gefährlichen Umwelt- und Klimarisiken retten. "Consumerism" wird in dem Bericht als Ausrichtung definiert, die Menschen dazu führt, Sinn, Zufriedenheit und Akzeptanz hauptsächlich durch das zu finden, was sie konsumieren.
Ressourcenverbrauch
Schon heute übernutze die Weltbevölkerung die natürlichen Ressourcen der Erde
um ein Drittel, heißt es in dem Report. Die Hauptverantwortung dafür liege bei
den Industriestaaten: Wenn alle Menschen so viele Ressourcen verbrauchen würden, wie
die konsumhungrigen US-Amerikaner, könnte der Planet nur 1,4 Milliarden Menschen
ernähren. Doch werden 2050 voraussichtlich rund neun Milliarden Menschen auf der
Erde leben. Die 500 Millionen Menschen mit dem größten Wohlstand stellen zwar
nur sieben Prozent der Weltbevölkerung, sind aber für die Hälfte der
Treibhausgasemissionen verantwortlich. (APA/red)