Menschenrechtsbeirat

"Höchst skeptisch" über Aufenthaltspflicht

18. März 2010, 13:55

Kritik auch an Schubhaftbedingungen

Wien - Die von Innenministerin Fekter vorangetriebene Idee, Flüchtlinge während deren Zeit in der Erstaufnahmestelle generell in Verwahrung zu nehmen, stößt beim Beratungsgremium des Ressorts auf deutlichen Widerstand. Der Beirat hat bereits eine entsprechende Stellungnahme an die Ressortchefin übermittelt, die "Ausdruck eines hohen Ausmaßes an Skepsis" sei, wie es Gremiumleiter Gerhart Wielinger anlässlich der Präsentation des Tätigkeitsberichts 2009 formulierte.

Ins Detail ging der Beirat in seiner Kritik nicht, da es noch keinen offiziellen Entwurf zur Anwesenheitspflicht gebe. Die stellvertretende Leiterin des Gremiums, Gabriele Kucsko-Stadlmayer, stellte aber bereits klar, dass aus ihrer Sicht solch eine Anhaltung nur wenige Tage zulässig sein könne und auch das nur, wenn die Rechtsberatung ausreichend sei und danach eine Entlassung erfolge.

Der von Fekter gebrachte Vergleich zwischen Anwesenheitspflicht für Asylwerber und Lehrer auf Skikursen wurde von Kucsko-Stadlmayer zurückgewiesen: "Dieser Vergleich hinkt." Einem Lehrer könne bei Verlassen des Skikurses zwar vielleicht im schlimmsten Fall eine Kündigung drohen, für den Flüchtling seien aber Zwangsmaßnahmen wie etwa Haft vorgesehen.

Kein Rechtsschutz für Schubhäftlinge

Deutliche Kritik des Beirats gab es auch einmal mehr an den Bedingungen in der Schubhaft, vor allem daran, dass die Betroffenen einen so schlechten Zugang zu Information hätten, dass sie ihre Rechte nicht wahrnehmen könnten - etwa jenes einer Haftprüfung. Denn in der Schubhaft könne es passieren, dass es erst nach sechs Monaten automatisch zu solch einer Prüfung komme, meinte Anwalt Georg Bürstmayr, Leiter einer Beiratskommission für den Tätigkeitsbereich des Oberlandesgerichts Wien.

Bekrittelt wird ferner, dass die Einschränkungen für die Schubhäftlinge unverhältnismäßig seien. Die soziale und medizinische Betreuung sei "zum Teil völlig unzureichend", heißt es im Tätigkeitsbericht. Adäquate Beschäftigung in der Haft fehle fast völlig. Trotz der Kritik an diesen Zuständen habe sich in den vergangenen Jahren kaum etwas geändert. Es gebe eine "Stagnation auf problematischem Niveau", formulierte Bürstmayr.

"Ethnic profiling"

Besonderes Augenmerk legte der Beirat im Vorjahr auf Rassismus im Bereich der Exekutive. In einzelnen Fällen lägen aber deutliche Anhaltspunkte zumindest für "Ethnic profiling" vor.

Darunter versteht man, dass eine bestimmte Gruppe von Zuwanderern einer speziellen Behandlung durch die Polizei unterzogen wird. Im Konkreten fielen im Vorjahr vor allem zwei Fälle auf. Nachdem im Polizeianhaltezentrum Innsbruck drei Marokkaner für Brandstiftungen verantwortlich waren, wurde für sämtliche algerische und marokkanischen Insassen Einzelhaft angeordnet. Und in Wien kam es im Zuge der Bekämpfung von Einbruchskriminalität zu einer groß angelegten Aktion, bei der sämtliche in Wien gemeldete Georgier und Moldawier von der Polizei kontaktiert bzw. kontrolliert wurden.

Hohe Stressbelastung

Weitere vom Beirat beanstandete Problemfelder betreffen die Einkesselung von Demonstranten durch die Exekutive sowie die schlechte räumliche Ausstattung vieler Polizeistellen und die Arbeitsüberlastung von Beamten, die eine Gefahr von hohem Stress erzeuge, was in weiterer Folge inadäquate Reaktionen zur Folge haben könne. Schließlich wird auch zum tödlichen Schusseinsatz eines Polizisten in Krems Stellung genommen. Als "menschenrechtlich bedenklich" wird dabei kritisiert, das die beteiligten Beamten erst verzögert und ohne Vorkehrung bezüglich möglicher Absprachen einvernommen wurden, während das überlebende Opfer noch im Krankenhaus befragt wurde. Durch dieses Vorgehen sei der Eindruck einer "Schieflage" entstanden. (APA)

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12 Postings
Erleuchter
00
27.3.2010, 17:44
Wenn ein Islamer erzählt, wir sein für ihm Dhimmis, die seinen Unterhalt freudig zu leisten haben, werde ich wurlig!

Die Spitze dabei ist, er meint wir dürften keine Waffen besitzen, weil die Gläbigen würden uns verteidigen, wenn es notwendig ist.

Ich schüttelte nicht nur den Kopf, es schüttelte den ganzen Körper - vor Lachen bei so einer Chuzpe.

Machtjan X
00
16.5.2010, 20:25
Verdunkler

Sie beginnen einen Konditionalsatz, um dann eine Dummheit als Tatsache hinzustellen. Ihr "Islamer" ist eine Wort-Neuschöpfung und wahrscheinlich eine Schöpfung Ihrer Einbildungskraft. Die darauf folgende Schüttellähmung gönn´ ich Ihnen.

Knieriem
15
20.3.2010, 15:35
"Ethnic profiling"?

Also ich sehe nur, daß damit angeblich ein Großteil der georgischen Einbrecher geschnappt wurde. Mir ist das Ergebnis so recht. Alles andere ist einfach im besten Fall Blauäugigkeit und Dummheit, weil man sich die Chance nehemn würde, die Gauner zu erwischen! Bezüglich der Anwesenheitspflicht für Asylwerber kann ich nur darauf verweisen, daß die Rekruten früher die Kasernen in der ersten Zeit auch nicht verlassen durften. Ist das heute beim BH auch noch so?

suboptimal
 
02
22.3.2010, 00:55
die Anwesenheitspflicht für Asylwerber

wird von den Braven eingehalten werden, die anderen werden so wie schon bisher so schnell wie möglich verschwinden. Was genau ist daran so toll, dass dann die Braven eingesperrt sind und die Schlimmen nicht? Die Antwort bitte hier ablegen.

ramazotti
17
19.3.2010, 13:51

und ihr wundert euch wirklich noch weshalb so viele eher "rechts" wählen?

man braucht nur so einen artikel lesen, und weiss warum.

Bertel Mann
02
21.3.2010, 09:45
Ich lese bei solchen Artikeln immer die Postings

Eine solche Ansammlung von rechten, ausländerfeindlichen Dumpfbacken findet man sogar in der Kronenzeitung nur schwer.

parapente
06
19.3.2010, 09:10
Bevor ich jemanden fremden


in mein Haus lasse, will ich schon wissen, wer er ist, was er hier macht und was er von mir will!

Machtjan X
00
16.5.2010, 20:26

Unser Land ist nicht Ihr Häusl.

salzstreuerIn
03
19.3.2010, 08:54
ist frau stadlmayer eine provokateurin der rechten?

die linke reichshälfte kann froh sein, dass vermutlich nur ein geringer teil der sozial schlechter gestellten in österreich den standard lesen.

andernfalls würden legionen von linkswählern (damit mein ich auch jene der spoe) das lager wechseln und rechts wählen.

die ansichten der dame sind unter jeder kritik.
liebe frau stadlmayer fragen sie mal einen rentner oder arbeiter was er so zugeschossen kriegt zu seinen dritten zähnen oder seinen brillen (die er eventuell für seine arbeit benötigt). und dann verfassen sie den artikel über die ach so schlechte medizinische betreuung der schubhäftlinge neu. jeder schubhäftling kriegt die ihm aufgrund seiner krankheit zustehende med betreuung und zwar umsonst (ausnahme: simulanten)

Machtjan X
00
16.5.2010, 20:29

Ihre Mitteilung über die medizinische Betreuung von Schubhäftlingen beruht bestimmt auf einer lückenlosen Datenerfassung. Danke für die beruhigend erfreuende Aufklärung.

salzstreuerIn
00
25.5.2010, 11:44
wird von einigen nichtstaatlichen organisationen

auf das gründlichste dokumentiert. daher: bitte dort nachlesen oder nachfragen

Sponge Bob
09
18.3.2010, 17:33
habe den Artikel gelesen!

das hat mich nur bestärkt "rechts" zu wählen!

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