Überraschungseier

Süße Schalen mit kleinen Schätzen

Karin Tzschenke, 18. März 2010, 13:50
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    foto: apa/bachmann

    Überraschungseier sind zuweilen nicht nur bei den Kleinen gefragt.

Die Sammlerwelt steckt voller Überraschungen. Manche sind in hohlen Schokoladeneiern versteckt und erzielen mitunter fünfstellige Euro-Preise

Vielen Eltern versauern sie, geschickt an der Kasse des Supermarkts platziert, als Quengelware ("ich will aber eiiiiins" ) den Einkauf. In den USA sind sie ob ihrer für Kinder gefährlichen Kombination aus braun-weißem Naschwerk und buntem Spielzeug gleich gar nicht zu haben.

Dem Sammler, dem es nur um den Inhalt geht, schert das alles nicht. Im Gegenteil. Als im Sommer 2008 auch deutsche Politiker drohten, sie aus Sicherheitsgründen mit einem Bann zu belegen, rechneten viele Sammler der ovalen Bescherung gleich einmal die daraus resultierende Wertsteigerung ihres bis dato angehäuften Guts aus.

1974 schlüpfte in den italienischen Labors des Süßwarenherstellers Ferrero erstmals ein kleines Spielzeug aus einem Schokoladenei - die Geburtsstunde der Kinderüberraschung bzw. des Überraschungseis (vulgo Ü-Ei) und der Beginn eines bis heute anhaltenden süßen Erfolgs.

In buntes Alupapier eingewickelte 20 Gramm Schokolade umhüllen in Form eines teilbaren Eis das gelbe Ding, das den begehrten Sammelschatz einkapselt. Mittlerweile werden geschätzte 1,2 Milliarden Überraschungseier pro Jahr hergestellt.

So richtig auf den Geschmack der Schokospielzeug-Verbindung kamen kleine Naschkatzen von Bremen über Tokio, Hongkong, Sydney, Buenos Aires bis Dubai Anfang der 1980er-Jahre, als Ferrero begann, zusammengehörende handbemalte Hartplastikfiguren in die Überraschungseier zu packen. Eine der ersten Serien war "Erkennst du deinen Schlumpf?" mit zwölf Figuren. Pumuckl, Dschungelbuch, Biene Maja, Micky Maus und viele mehr folgten.

Warum der Sammelboom allerdings erst so richtig um das Jahr 1992/1993 einsetzte, vermögen heute nicht einmal mehr Experten zu sagen. "Aus irgendeinem Grund poppte das Thema damals in den Medien auf" , erzählt André Feiler im Standard-Gespräch. Die Folge: Kleine und große Schokokramuriliebhaber entsorgten ihre gerade aus dem Ei gepellten Teile nicht mehr leichtfertig, sondern bewahrten sie in Hoffnung auf wundersame Geldvermehrung fein säuberlich auf.

Feiler entdeckte mit 16 Jahren den Reiz der Ü-Ei-Inhalte, von 1997 bis 2004 wuchs seine Sammlung auf "ein paar tausend Stück" an - die er 2005 verkaufte. Für rund 60.000 Euro. Seit ein paar Jahren hat sich der studierte Geologe auf den (Online-)Handel mit den Spielzeugen verlegt. Vor kurzem hat er den Preiskatalog O-Ei-A des Platzbecker Verlags übernommen, ein Buch der Bücher für den Eiersammler.

Spitzen-Schlümpfe

Auf mehr als 1000 Seiten wird im O-Ei-A-Preisführer ein jährlich neu erstelltes Panorama der Unendlichkeit der Ü-Ei-Füllungen gezeigt. Immerhin sollen bis heute mehr als 12.000 verschiedene Spielzeuge, vom Babypüppchen, Papp-Puzzle, Auto über Zinnfiguren und Flugzeuge bis hin zum Außerirdischen, im Schokoei versteckt worden sein - am Stück oder in zusammenbaubaren Einzelteilen.

"Wie in allen Sammelgebieten sind Katalogpreise nur Richtwerte, die immer am obersten Limit eines zu erzielenden Preises liegen und daher nur selten erreicht werden" , erläutert Feiler. Der realistische Marktpreis liegt Sammlern zufolge in etwa bei 30 bis 60 Prozent des Katalogpreises. Wer mit dem Kaufen von Überraschungseiern nicht nur seine Lust auf Süßes befriedigen, sondern auch Mäuse machen will, muss wissen, "dass es auf das Alter der Figuren ankommt" , sagt Feiler. Und sie müssen in einem guten und vollständigen Zustand sein.

"Ein alter Schlumpf von 1983 erzielt nur dann einen Preis von 600 oder 700 Euro, wenn die Zubehörteile wie etwa zwei kleine Stelzen beim Stelzenschlumpf auch mit dabei sind." Ohne diese bekommt ein Sammler, bei gutem Zustand, vielleicht gerade zehn Euro für den sportlichen Schlumpf.

Als eine der teuersten Figuren gilt der Nachtwächterschlumpf. Seine Besonderheit: Statt des üblichen weißen Rohlings wurde ein blauer Rohling verwendet, der dann weiß übermalt wurde. Sein Wert: 12.000 Euro. Sehr hoch im Kurs stehen auch sogenannte Dioramen und Musterkoffer. Diese wurden von Ferrero-Vertretern Süßwarengeschäften zur Verfügung gestellt, um der Klientel Appetit auf neue Serien zu machen. Die Toppreise dafür bewegen sich zwischen 4000 und 15.000 Euro.

Wo gesammelt wird, gibt es aber auch Fälscher. Auch das Revier des Ü-Ei-Sammlers ist nicht frei von Kuckucken. Diese verdienen ihr Geld unter anderem damit, dass sie Zubehör (wie Schlumpfstelzen) billig reproduzieren. Unkundige Käufer glauben, damit den Wert von unkompletten Figuren auffetten zu können. Bevor man auf Onlinebörsen oder Flohmärkten auf Jagd geht, sollten deshalb Internetseiten wie faelschungszentrale.de besucht werden. Denn eines sollten sich auch Ü-Ei-Sammler ersparen: böse Überraschungen. (Karin Tzschentke, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.3.2010)

 

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Der Große von Gegenüber
12
19.3.2010, 11:59

kinderüberraschung tragens bei uns nur unter der sutane ...

Der Ursprung
00
22.3.2010, 15:00
wie einst die kardianalschnitten

artista
00
19.3.2010, 09:38
wie üblich fehlen wieder einmal die wirklich wichtigen fragen

1. wo und unter welchen bedingungen wird das spielzeug hergestellt? china? womöglich mit ausbeuterischer kinderarbeit?
2. wo und unter welchen bedingungen wird der kakao und zucker produziert? westafrika? allein dort werden auch heuer wieder ca. 300.000 (dreihunderttausend!!!) kindersklaven (sklaven = kein lohn, über nacht eingesperrt) im alter zwischen 6 und 14 auf den kakaoplantagen eingesetzt.

wenn ein achtjähriger die schweren Bohnensäcke für meine schokolade schleppen muß, schmeckt mir die lila (und co.) schoki nimmer :(

Mark Syl
01
19.3.2010, 12:03
hm

das sind definitiv nicht die wichtigsten fragen in dieser thematik. inwieweit kinderabreit auswirkungen auf unser spielzeug hat, muss man gesondert betrachten. inwieweit rohstoffe wie kakao, kaffee usw im weltwirtschaftlichen gefüge problematisch sind, ist ein eigenes sehr großes thema. hier geht's eben nur um ein produkt spielzeug und um ein prdoukt schokolade, welches eben einzigartig ist und eine sammlerleidenschaft bewirkt. ihre konsum und wirtschaftskritik in aller ehren, aber bitte dort, wo diese notwendig ist, wo es um solche fragen geht. Hier geht's um Sammlerei und ein skurilles, sehr beliebtes Produkt. wenn ich über die neuesten Jeansfarben des Sommers diskutiere, brauche ich auch nicht ihre weltverbesserlichen Ausführungen

Walter Tiefenthaler
02
19.3.2010, 10:37
das ist immer eine frage der perspektive...

...wenn die arbeit durch maschinen ersetzt wird und neben dem werk die familien verhungern schmeckt die schoko aber auch nicht besser.

esistnichtwasesist
00
19.3.2010, 09:29
mist

ich haette doch nicht die schachtel mit alten ueberraschungseierinhalten vor ein paar jahren entsorgen sollen... vielleicht habe ich ein kleines vermoegen aus dem fenster geworfen (sowie die banker es auch noch heute machen).

ich kann mich noch an ein funktionierendes segelschiff erinnern, das zusammengebaut vielleicht die drei- bis vierfache groesse vom ei hatte, als kind war ich schon beeindruckt, wie das alles ins ei gepasst hat...

Husten, Schnupfen, Heiserkeit
00
19.3.2010, 06:08
Nostalgiefrage

Wie viel hat früher ein Überraschungsei gekostet?

Ich glaube, 7 Schilling waren es konstant. Oder waren es 8?
Mitte, Ende der Achtzigerjahre.

Dante Alighieri
24
19.3.2010, 03:13

Ganz ehrlich, das Gute an den Überraschungseiern ist doch eindeutig die zweischichtige Schokolade. Da kann jeder Luxushersteller im Vergleich einpacken.

maxauthority
00
19.3.2010, 12:30

Ich haette echt gern einen 5er-pack ueberraschungseier, ohne inhalt. Weil so zahl ich ungern fast 1 euro fuer 20gram schoko, und muss die umwelt auch noch mit so einem weggeworfenen plastikteil "begluecken". Und nein, der Kinder-Riegel (oder wie das von Ferrero heisst) ist geschmacklich nicht das gleiche wie die schoko des ueberraschungseis.

piroschka d.
00
19.3.2010, 10:32

fand ich früher auch, da konnt ich mich gar net satt essen ...

aber irgendwie hat sich der geschmack veraendert. ist jetzt so künstlich und picksüss. baeh.

Mark Syl
00
19.3.2010, 12:05
hmq

nein, sie schmeckt eigentlich gleich wie immer...ihre sinne täuschen sie leider... is ja alles so künstlich in diesen modernen zeiten. alles wird schlechter, nix ist mehr so gut, wie aus Großmutters Suppentopf. sowas in der art schwingt mit bei ihren Ausführungen

piroschka d.
00
19.3.2010, 12:23

hochinteressant wie sie das aus meinen zwei zeilen (ausführungen) herauslesen.

warum spiegeln sie ihre verbitterung in derlei harmlose aussagen??

Mark Syl
00
19.3.2010, 13:05
hm

ach herrje... dieses picksüß und künstlich geschmacksgefassel ist ja nicht mehr zu ertragen, hört man aus jedem dritten mund ständig... nachgeplapperter schwachsinn

piroschka d.
00
19.3.2010, 13:18

glauben sies oder nicht, es ist nun einmal meine meinung.

schliessen sie nicht von sich auf andere.

nodiesop
01
18.3.2010, 21:36
früher waren die Gadgets einfallsreicher

nix mehr zu basteln... meißtens nur ganze figuren meißtens...

aber vielleicht bin ich einfach schon zu alt für die Dinger...

Max User
02
18.3.2010, 21:55

Und wenn Sie's 3x schreiben, es heißt trotzdem "meistens"

Zacki
00
19.3.2010, 08:42
Und wenn Sie's 3x schreiben, es heißt trotzdem "meistens"

meißtens, aber nicht imer

Emanuel S.
02
18.3.2010, 19:17

Dachte schon ich hab den Artikel komplett umsonst gelesen. Aber dann habe ich ganz unten einen Link zum aktuellen Wetter in Hong Kong entdeckt.
Sorry ;)

spitzenkandidat.2.0.
01
18.3.2010, 21:52

ich hab gerade das Wetter in Tokio als Link :)

[symbio]
00
19.3.2010, 08:13

ebenfalls Tokio

Max User
00
18.3.2010, 21:54

Dubai

Michael B
00
19.3.2010, 07:31
USA

super_simultan
00
19.3.2010, 10:20

ich auch USA

Dr. Prof. Senf
00
19.3.2010, 08:11

Sydney

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