US-Studie

Heutige Jugendliche sind keine Egoisten

19. März 2010, 08:04
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    foto: apa/felipe dana

    Was Lebensglück und Optimismus angeht, gleicht die Jugend ihren Eltern.

Jugend ähnelt der Generation vor 30 Jahren - Zynismus ist stärker geworden - Von Sozialproblemen weniger berührt

East Lansing/Bielefeld - Wer die heutige Jugend als "Generation Ich" bezeichnet, verkennt die Realität. Das sagen zumindest Psychologen der Michigan State University. Im Vergleich zur Jugend vor 30 Jahren seien heutige Jugendliche nicht egozentrischer, fauler oder unpolitischer, hätten kein geändertes Selbstwertgefühl und genauso viel Hoffnung. Weder die allgemeine Lebenszufriedenheit noch die Bedeutung von Religion und Sozialstatus hätten sich verändert, berichten die Wissenschaftler um Brent Donnellan im Fachmedium "Perspectives on Psychological Science".

Ältere schimpfen schon immer

Die Forscher beziehen sich in ihren Aussagen auf die Untersuchung "Monitoring the future", für die bisher fast 500.000 Jugendliche in einem Zeitraum von 33 Jahren befragt wurden. "Die Jugendlichen ähneln der Generation vor 30 Jahren. Sie versuchen, ihren Platz in der Welt zu finden und dabei ihre Identität zu entwickeln. Das kann nach wie vor schwierig sein", so Studienleiter Donnellan. Die gängigen Stereotypen seien starke Überzeichnungen der Realität, zudem sei es schon immer so gewesen, dass ältere Teile der Bevölkerung über die Jüngeren schimpfen.

Einige Unterschiede zu früheren Jahrzehnten wurden freilich schon sichtbar. Jugendliche schätzen ihre Bildungschancen heute höher ein, zudem sind sie zynischer und haben weniger Vertrauen in Institutionen. Die letzten beiden Entwicklungen sind jedoch laut den Forschern nicht jugendtypisch, sondern in allen Altersgruppen festzustellen. Ein weiteres Ergebnis ist, dass sich Jugendliche weniger von Sozialproblemen wie Ausgrenzung, Hunger und Armut in der Gesellschaft berühren lassen. Eine Aussage, die der Bielefelder Soziologe Mathias Albert nicht nachvollziehen kann. "Ich sehe nicht, dass Jugendliche heute von Sozialproblemen weniger betroffen wären", so der Mitautor der Shell-Jugendstudie.

Unterschiede trotz globaler Jugendkultur

Das Bild der "Generation Ich" entstand, als die sogenannte 68er-Generation traditionelle Werte wie Treue und Familienbezogenheit zugunsten der eigenen Selbstverwirklichung immer mehr zurückdrängte. "Gerade im Rahmen der letzten beiden Shell-Jugendstudien haben wir aber etwa in Deutschland beobachten können, dass Jugendliche heute solche traditionellen Werte mit dem Streben nach individueller Selbstverwirklichung kombinieren", erklärt der Jugendforscher. Die Rede von einer "Generation Ich" gehe an der Realität vorbei, muss auch Albert feststellen.

Vergleichen könne man die Ergebnisse mit Europa nicht. Zwar hätten Jugendkulturen und ihre Integration in Konsum- und Freizeitmärkte schon seit längerem zu einer 'globalen Jugend' geführt. "Dennoch gibt es große Unterschiede in Einstellungen und Lebenslagen zwischen Europa und den USA, jedoch auch innerhalb Europas", so Albert. Statt über die gesamte Alterskohorte zu generalisieren, sollte man lieber auf Entwicklungen achten, die sich in den Detailergebnissen verstecken. "Interessant wäre, welche Wertetypen sich herausgebildet haben und wie diese mit den Einstellungen Jugendlicher zusammenhängen." (pte)

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21 Postings
mirror
00
Es gibt Egomanen und Egoisten in jedem Papier-Alter und umsichtigere, achtsamere, ergo weiterentwickeltere Menschen ebenso. Was soll diese banal-plumpe Kathegorisierung also?

www.maennerpartei.at
00
21.3.2010, 14:30
Sokrates

Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.

der standard.at-User "wer anderen in die möse beißt, ist böse meist":

An den gegenwärtigen Zuständen in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft etc. ist eine Generation Schuld, die mindestens 2-3 Jahrzehnte mehr auf dem Buckel hat. Das sind nämlich die Egoisten und Gierschlünde. Und nicht die heutigen Jugendlichen.


Wer hat Recht? Sokrates (rot) oder der Standard-User (grün) mit dem markanten Nickname?

her wig
32
20.3.2010, 16:25

Die Generation Bonus kann man nun wirklich nicht als Egoisten bezeichnen, so wie die sich für ihre Firma aufopfern! Der Generation Praktikum dagegen muss man schon eindeutig egoistische Motive anlasten, geht es denen doch vorrangig um die eigene Erfahrung und nicht um die Firma.

saoTan
00
21.3.2010, 18:01
her wig
00
21.3.2010, 19:07

Das Leben ist ironisch, ich erkenne das nur.

Lethawae
00
20.3.2010, 15:23

Witzig.
Meine Oma hat auch immer über die Jugend geschimpft. Wie schlimm die nicht alle sind. Und immer nur Verbrechen im Fernsehen.
Aber vermutlich hat sie die Tatsache, NSDAP gewählt zu haben, einfach sehr sensibel gemacht.

ilse schmidt
02
19.3.2010, 19:41
Das einzige was uns von der Vor-generation trennt:

unsere Elterngeneration hat selbst bis zu einem sehr hohen Ausmaß ein Eltern-ich gegenüber ihren Eltern entwickelt. Die 70er jahre haben eine starke Trennung zwischen meiner Großelterngeneration und meiner Elterngeneration bewirkt. In dieser starken Entfremdung die auch durch Krieg, Stadtflucht, Technologische Umwälzungen etc. begleitet wurde, hat sich die meine Elterngeneration die Entfremdung zu ihren Eltern mittels eines Toleranzverhältnis überwunden, dabei haben sich Eltern-Kind-Verhältnisse auch umgedreht...Wir haben es jetzt mit einer Vor-Generation zu tun, die sich ihre "Freiheit" im Establishment zurechtgezimemrt hat und dabei unfähig ist sich mit ihren Kindern ernsthaft zu solidarisieren.

silberstreif65
113
19.3.2010, 18:13

Natürlich nicht. An den gegenwärtigen Zuständen in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft etc. ist eine Generation Schuld, die mindestens 2-3 Jahrzehnte mehr auf dem Buckel hat. Das sind nämlich die Egoisten und Gierschlünde. Und nicht die heutigen Jugendlichen.

natoll
01
21.3.2010, 15:28

es ist absolut naiv zu glauben eine generation wär besser als die andere. alle sind sie gierig und nehmen was die jeweilige zeit hergibt.

Hans Müller1
 
141
19.3.2010, 09:46
Natürlich gibt es keine Generation ich, Geburtenraten

von 1,3 sind nur Zufall

Angelika70
00
31.3.2010, 14:33

Man darf es vielleicht nicht aussprechen, aber Kinderwunsch ist per se egoistisch. Für wen bekommen Menschen den Kinder, wenn nicht für sich selbst?

Der Mann
20
19.3.2010, 15:02
den zusammenhang ...

... sehe ich auch nicht.

was hat g-ich mit der geburt von kindern zu tun.

viele menschen, die ein kind haben sind die größten egoisten, weil sie es für ihre ego tun oder um in der geesellschaft gut dazustehen.

das beste beispiel ist ein haustier - warum hat jemand ein haustier, weil er so sozial ist - oder eher, weil er ein egoist ist, der seine bedürfnisse befriedigt sehen will?!

phaidros
05
19.3.2010, 13:18

und sie glauben ernsthaft, leute, die viele kinder haben, waeren automatisch besonders sozial?

miesebriese
04
21.3.2010, 10:43

ja klar, nationalsozial wie die babs' rosenkranz

chronowerxs
011
19.3.2010, 11:05

In meinem Freundeskreis können sich viele Mittzwanziger einfach nicht vorstellen ein Kind zu bekommen weil sie Angst vor der Verantwortung haben. In finanzieller Hinsicht und weil sie glauben emotional noch nicht reif genug zu sein. Ich glaube nicht, dass der Geburtenrückgang nur mit Egoismus zutun hat.

Ich als Studentin mach mir auch Gedanken wie ich später mal Kinder mit meiner Karriere verbinden soll. Umsonst will ich nicht studieren, mein Fach macht mir Spaß. Vielleicht sollten mehr Kinderbetreuungsplätze geschaffen werden um dieser Entwicklung vorzubeugen.

geniusgenitalis
10
19.3.2010, 20:11

stimmt schon.... gehört unbedingt her! aber ich glaube nicht, dass das die leute zum kinderbekommen während der studienzeit animieren würde. für ist es klar, dass ich um ein fürsorglicher vater mit genügend zeit für das kind sein zu können, ich erst meine ausbildung abgeschlossen haben muss. ansonsten würde sich mein studium wohl ewig hinauszögern.

chronowerxs
01
20.3.2010, 09:55

Da sind auch Leute dabei die nicht studieren bzw schon fast fertig mit ihrem Studium sind die sich die Verantwortung nicht zutrauen.

Ava Tar
12
19.3.2010, 18:57

Du willst wirklich Kinder bekommen, um sie dann den Großteil eurer gemeinsamen Wachzeit bei einer "Tante" abzugeben?

Mir fallen nur 2 Gründe ein, welche die (sehr starke) Bindung zwischen Elt und Kind überstimmen können:

a) Not (kein Geld, wenn man nicht die Kinder abgibt und hackelt)
b) Egoismus (die Hackn ist interessanter als s'Kind, das bekommt daher tagsüber eine Ersatzmutti)

Fällt dir noch ein dritter Grund ein ?

chronowerxs
02
20.3.2010, 09:59

Ich bin auch dafür, dass Eltern möglichst viel Zeit mit ihren Kindern verbringen. Da sollte auch noch viel bei der Aufteilung der Karenz (zwischen Vater und Mutter) passieren und Halbtagszeiten für leitende und wissenschaftliche Angestellte geschaffen werden (für alle anderen natürlich auch). In Schweden funktioniert es ja auch.

Außerdem gibt es sehr viele (nicht alle) Mütter deren Selbstwert drastisch sinkt während sie "nur" bei den Kindern zuhause sind. Ich kenne so einen Fall.

Ich glaube nicht, dass Kinderbetreuungseinrichtungen den Kindern schaden. Grad Erstgeborene und Einzelkinder lernen dort soziale Kompetenzen die sie Zuhause nicht lernen würden.

Ava Tar
00
21.3.2010, 01:06

die Karenz ist halt flott vorbei ... ich kenn keine Mutti die happy darüber ist, ihr 3-jähriges tagsüber abzugeben

Ein Betriebskindergarten, wo man als berufstätige Mutti unter tags ein paar mal vorbeischauen kann, das ist find ich noch die beste Lösung

Ingen Ting
01
21.3.2010, 11:24

und Sie glauben, dass das von den anderen KollegInnen toleriert wird?

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