Clinton verhandelt in Moskau über Abrüstungsvertrag

18. März 2010, 18:38

Russland will defensive Waffen einbeziehen

Moskau/Wien - US-Außenministerin Hillary Clinton will während ihres zweitägigen Besuchs in Moskau Schwung in die festgefahrenen Abrüstungsverhandlungen bringen. Beide Seiten beteuern, dass der Abschluss eines neuen Start-Vertrages greifbar nah sei. Im entscheidenden Punkt, der Einbeziehung von defensiven Waffensystemen, wurde bisher jedoch keine Annäherung erzielt.

Russland werde nicht auf die Verknüpfung zwischen offensiven und defensiven Waffen verzichten, sagte Außenministeriumssprecher Andrej Nesterenko am Donnerstag. Die USA bestehen auf den Standpunkt, beide Fragen getrennt zu behandeln.

Einen Tag vor Clintons Besuch drohte Duma-Sprecher Boris Gryslow, dass das russische Parlament den Start-Nachfolgevertrag nicht ratifizieren werde, wenn er keine Verknüpfung mit Raketenabwehrsystemen enthält. Laut der Nesawissimaja Gaseta sei die Drohung mit Premier Wladimir Putin abgesprochen.

Bereits im Sommer 2009 einigten sich die USA und Russland auf eine Obergrenze von 500 bis 1100 Raketen und 1500 bis 1675 nuklearen Sprengköpfen. Seitdem stocken die Verhandlungen jedoch.

Medwedew: "I hope so"

Nun wächst der Druck auf die Vertragspartner. Bis zum Atomsicherheitsgipfel am 12. April wird von den USA und Russland, die 90 Prozent aller Atomwaffen besitzen, ein neuer Abrüstungsvertrag erwartet. "Wir hoffen, dass Sie und Präsident Obama demnächst einen neuen Start-Vertrag unterzeichnen", sagte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon am Donnerstag zu Russlands Präsident. "I hope so", antwortete Dmitri Medwedew lapidar auf Englisch.

Heute, Freitag, nimmt Clinton nicht nur am Treffen des Nahost-Quartetts teil, sondern spricht auch mit Putin, dem noch immer mächtigsten Politiker Russlands. Der Termin wurde laut einem US-Diplomaten kurzfristig angesetzt. (Verena Diethelm/DER STANDARD, Printausgabe, 19.3.2010)

tomthecat
02
19.3.2010, 11:25
glaubt diese propaganda eigentlich irgendjemand?

möchte wissen ob es wirklich menschen gibt welche diesem geschwafel über abrüstungsverträge glauben schenkt. vor allem wenn man die usa über abrüstung predigen hört muss man schmunzeln, stocken sie doch ihr budget für rüstung jährlich immens auf.
erinnert irgendwie an die nichtangriffspakte vergangener zeiten... über die ernst- und sinnhaftigkeit darf gezweifelt werden

NONE
04
18.3.2010, 20:03

Das Raketenschild ist nicht "defensiv" solange die USA mind. eine Rakete besitzen.

Denn das Schild verhindert das ein Gegner seine offensive Waffen einsetzen kann. Russland hat aber diesen Schild nicht, es macht daher keinen Sinn das Schild einfach nur als "defensives Mittel" zu präsentieren solange man selbst offensive Mittel besitzt und diese strategisch einsetzen möchte - so wie hier in diesen Verhandlungen.

Die EU muss sich endlich von den USA trennen. Wir brauchen die USA nicht. Wozu diese unterwürfige Haltung?

tom krishan1
 
05
18.3.2010, 12:48

na ja, so lange die usa von ihrem raketenschild nicht eindeutig abstand nehmen, wird russland auch nicht viel machen.

die kennen das kalkül der amis, wozu der schild in erster linie dienen soll:
nämlich schutz vor dem konter-erstschlag der russen bei erstschlag der amis.

Stephan Schaefer
 
02
18.3.2010, 12:36

Die Raketenabwehrschirme sind äusserst hilfreich für die Verlängerung des START-Vertrages.


U.U. werden die Russen darauf zu sprechen kommen.
Auch will Russland den Handelspartner Iran, der im Gegensatz zur USA mit harter Währung die Schulden begleicht.

Mfg

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