Lukaschenko trickst Putin aus

17. März 2010, 18:06

Weißrussischer Präsident schließt Öldeal mit Venezuela

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat dem russischen Premierminister Wladimir Putin die kalte Schulter gezeigt. Anstatt den mächtigsten Mann Russlands in Minsk zu empfangen, ist Lukaschenko demonstrativ nach Lateinamerika gereist. Dort verhandelte er mit einem der engsten Verbündeten Moskaus, dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez, Öllieferungen für Weißrussland aus.

Das Verhältnis zwischen Weißrussland und Russland ist seit Längerem angespannt, da sich Lukaschenko die Tür nach Europa offenhalten will und Russland immer öfter vor den Kopf stößt. Erst im Jänner eskalierte ein Streit um russische Öllieferungen. Weißrussland, das seit 1. Jänner mit Russland und Kasachstan eine Zollunion bildet, fordert, dass die russischen Öllieferungen zollfrei erfolgen. Russland besteht jedoch darauf, dass nur das Öl, das Weißrussland selbst verbraucht, zollfrei geliefert wird.

Putin machte bei seinem Besuch in Brest klar, dass Weißrussland von Russland abhängig sei. Mit billigen Energielieferungen würde Russland den einstigen Bruderstaat mit mehr als vier Milliarden US-Dollar jährlich subventionieren. „Wir gehen davon aus, dass diese Investitionen gerechtfertigt sind, wenn man das Potenzial für eine weitere Integration beachtet", sagte Putin.

Einheitswährung angedacht

Der russische Premier stellte auch klar, wie er sich die weitere Integration vorstellt. Weißrussland soll einem gemeinsamen Wirtschaftsraum mit einer Einheitswährung beitreten. Wenn sich Weißrussland dieser Wirtschaftszone anschließe, würden alle Abgaben abgeschafft, versuchte Putin seinen weißrussischen Amtskollegen Sergej Sidorski zu locken.

„Wenn es nicht gelingt, sich mit Russland zu einigen, dann muss man andere Varianten suchen", sagte Sergej Mussijenko, Mitglied der weißrussischen Präsidialadministration. Diese Alternative hat Lukaschenko nun in Venezuela gefunden. Chávez hat dem weißrussischen Präsidenten versprochen, ab Mai 80.000 Tonnen Öl täglich zu liefern. Laut dem weißrussischen Politologen Jurij Schewzow entspreche das in etwa den vier Millionen Tonnen Öl jährlich, über die Minsk mit Moskau streitet.

Lukaschenko hat wenig Spielraum. Weißrussland liefert fast die Hälfte seiner Waren nach Russland. Ein Drittel der Exporte entfallen auf Erdölprodukte. (Verena Diethelm aus Moskau, DER STANDARD, Printausgabe, 18.3.2010)

Kommentar posten
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Schluß mit der Bagage!
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19.3.2010, 22:47
Gut gemacht von Lukaschenko!

Standard Leser4
 
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19.3.2010, 12:07
Mit der Bitte um Korrektur:

Lieber Standard, In der Zeile: .....ab Mai ...soll es richtig heissen: 80.000 Barrel Oel taeglich und nicht wie von Verena geschrieben: 80.000 Tonnen... laut Belarus-TV und Ein mal Eins.!

. Diogenes
00
18.3.2010, 16:02
Pack schlägt sich, Pack verträgt sich...

http://manu.theoffside.com/files/2009/01/2mci0y.jpg
00
18.3.2010, 13:22
ich glaube das ist alles nur sprichwörtlicher futterneid ...

chavez hat sowohl ein "öl für nahrungsmittel" als auch ein "öl für medikamente" programm für die elendsviertel in der erfolgsstory usa auf die beine gestellt, aber eben noch nicht für jene innerhalb der eu ...

hier könnte auch der hase begraben sein ....

mfg

Standard Leser4
 
11
18.3.2010, 11:33
Bitte melden wer von den brillanten Postern in den letzten 12 Monaten in Belarus war:

Lieber Standard, ein wesentliche Punkt fehlt in Eurer Geschichte: Laut Belarus TV zahlt Belarus kein Geld sondern liefert Milch und Milchprodukte und Erzeugnisse die sich in Russland und Belarus nicht verkaufen lassen. Somit ist allen gedient und die Schlagzeile eigentlich nicht ganz korrekt. Liebe Verena auch mal Belarus TV Nachrichten ansehen, dann werden Ihre Berichte sicher spannender.!

anders and
 
00
18.3.2010, 13:01
ich stehe voll auf Belarus-TV!!

Ich hab´s von Ostpolen aus gesehen: da gibt´s noch die Kaffeewerbung, die ich in den 70ern gesehen habe, irre drapierte Moderatorinnen, die in der Sendung die Kleidung wechseln und die Telenovellas mit der geschmacklos-protzigsten Deko die vorstellbar ist.
Das ist Trash as Trach can, mit enormem Suchtfaktor.

Der auf der Nudelsuppen dahergschwommen is
 
03
18.3.2010, 12:16

belarus tv ist ja auch bestimmt eine sehr objektive quelle...

Standard Leser4
 
10
18.3.2010, 18:39

Die kleinen feinen Unterschiede zwischen Russland-TV der Verena und Belarus-TV sind aber die Information die wir im Standard lesen wollen sonst koennen wir ja gleich die deutschen Seiten von Ria Novosti lesen.

helge schneider
02
18.3.2010, 11:18
Russland besteht jedoch darauf, dass nur das Öl, das Weißrussland selbst verbraucht, zollfrei geliefert wird.

kapiert endlich wer um was es da seit jahren geht ?

die belorussen wollen auch das öl u. gas daß sie WEITERVERKAUFEN zum kreml freunschafts preis kaufen. um die marge der russen "mitzunehmen".

bis heuer haben sie auch 1/3 unter weltmarktpreis bezahlt.

wer da die russen nicht versteht tut mir leid. warum sollten sie was herschenken ?

Standard Leser4
 
20
18.3.2010, 18:51

Na und? Jede Firma macht d so, billig einkaufen und so teuer wie moeglich verkaufen! Ich habe noch nie erlebt d Russland ewas "herschenkt". Wer sich mit Russland verbuendet zahlt immer, "irgendwie" ! Siehe zur Zeit Belarus: wo Russland die Erdoelraffinerien von Belarus "billig" erwerben moechte. Wenn moeglich in Rubel als Gemeinschaftswaehrung die man dann selbst in Moskau ohne Limit drucken kann.

Noitulover
01
22.3.2010, 00:30
Und in wie weit zahlt jetzt Belarus? In dem sie Raffinerien "billig" verkaufen müssen?

Also erstens bedeutet Verkaufen, dass man bezahlt wird nicht umgekehrt.

Zweitens, wie viel ist eine Erdölraffinerie in einem Land wert, dass über keine Erdölvorkommen verfügt?

Drittens, wäre es äußerst unangebracht teuren Preis, von einem Partner, für veraltete, noch zu Sowjetzeiten gebaute Betriebe, zu verlangen wenn man anderseits, vom selben Partner stehts mit vergünstigen Preisen einkauft.

Und wer würde ihre Meinung nach die meisten Kosten bei der Gemeinschaftswährung tragen, sollte es doch noch zu diesem, schon seit 1993 geplantem Vorhaben kommen?

Ich denke der Grund warum es dazu immer noch nicht gekommen ist, ist weil es wohl eine Reihe russische Politiker und Ökonomen gibt, die absolut dagegen sind.

Also wie zahlt man den?

Standard Leser4
 
00
22.3.2010, 12:45

Besonders gefaellt mir Ihre Bezeichnung "Partner". trifft im Handel aber nicht zu und bei den Investionen schon gar nicht:
Belarus hat jaehrlich ein Handelsdefizit von 13 Mild USD mit Russland und d bei einem Belarus Gesamteinfuhrvolumen von 39.380 Mil USD !
Bei den Investitionen liegt Russland mit 14% nicht gerade an Partnerschaftlicher Stelle.
Wie erklaeren Sie diese Zahlen?

Standard Leser4
 
00
22.3.2010, 12:25

Ich wusse nicht d die OMV Raffenerie wertlos ist, weil Oesterr ueber keine grossen Oelvorkommen verfuegt!
Ein paar Oelpumpen gibt es auch in Belarus u wer sagt d die Raffenerien in Belarus veraltert sind, die Chefeinkaeufer in Moskau? u warum will d Moskau diese wenn sie sowieso wertlos sind? Nun da taeglich 80 000 Barrel Oel aus Venezuela kommen u Belarus bald die EU Visafrei einreisen laesst, wird sich d Tanktourismus aus Polen schlagartig erhoehen u die Raffenerien in Belarus werden gebraucht. Schon allein wegen des Transits von RF nach Kaliningrad. Ach eine Gemeinschaftswaehrung verursacht Kosten? Bisher waren Zentral Banken immer eine Cashcow, siehe EZB mit gut bezahlten Posten. Liegt der Grund vielleicht in d Russ. Goldverkaeufen?

Noitulover
00
22.3.2010, 20:17
Wir reden ja nicht von "wertlos" sondern von "billig" oder?

Das haben sie doch gesagt, dass Russland "billig" abkaufen möchte. Und wir reden auch nicht darüber ob das stimmt oder nicht, nur weil sie es sagen, sondern wir gehen einfach davon aus.

Wenn Russland es billig erwerben will, so behaupte ich, dann nur weil die Anlage von Anfang an, auch kein besonders hohen Wert hat. Dazu kommt die "freundschaftliche Vergünstigung" etc, etc.

Darüberhinaus beantworten sie meine Frage nicht. Sie behaupteten Belarus muss zahlen. Ich habe gefragt in wie fern. Und sie lenken nur ab.

Standard Leser4
 
00
22.3.2010, 21:48

Belarus wird also erpresst, und "muss" die Anlagen "billig" abgeben obwohl Belarus eine Erdoelfoerderung von 2 Mill t im Jahr hat. Die Differenz zum richtigen Preis ist also d Preis d Belarus " bezahlt " wenn es d Druck Russlands nachkommt. Ich hoffe ich war klar genug! Ausserdem ist bei einen Jaehrlichen Handelsdefizit von 13 Mild USD sicher Belarus im Nachteil und kann gerne auf die Freundschaftlichen Verguenstigungen verzichten, wenn die Handelsbilanz wie unter Freunden ausgeglichen waere. Ich lenke nicht ab, Sie beantworten nicht meine Fragen: Warum moechte RF die Raffenerien wenn sie doch keinen Wert haben? Warum importiert RF nicht mehr von Belarus? Warum investiert RF nicht in Belarus? Warum kostet eine Gemeinschaftswaehrung Geld?

Noitulover
00
23.3.2010, 15:57
Und wieder nur Ausreden.

Wie wird das Land den erpresst? In dem es billigen Anlagen billig verkaufen muss? Warum "muss" Belaurus den überhaupt verkaufen? Weil Sie davon geträumt haben?

Und immer noch keine Spur von Zahlungen. Belarus muss zwar zahlen, wie jeder der mit Russland zu tun hat, aber wie... das können wir leider nicht erklären. Erbärmlich...

Ganz geschweige davon, dass sie mir mit Fragen auf meine Frage antworten, so das ich nicht angenommen habe, dass sie es nicht ernst meinen. Aber bitte.

Wenn Belarus mehr nach Russland verkaufen möchte, muss es auch mehr Güter produzieren die Russland braucht, so einfach ist das. UdSSR ist weg, unnützen Kram abkaufen, nur weil es der Plan verlangt ist nicht mehr.

Und wieder mal reden wir nicht von "keinen Wert".

Standard Leser4
 
00
23.3.2010, 16:27
UND WIEDER NUR BILLIGE AUSREDEN UND V THEMA ABSCHWEIFEN.

Alle diese Fragen haben Sie aufgeworfen, z.B die Kosten der Gemeinschaftswaehrung, nun da Sie sehen d ich Ihnen Ihre Agitationen nicht abkaufe, schalten Sie auf nichts verstehen. Tatsache ist d Russland v Belarus jaehrlich 13 Millarden USD Geldwert absaugt. Sich wie ein Imperialist mit seiner Kolonie verhaelt.Sie Antworten mir mit Platitueden. Milchpulver u Milchprodukte waeren zB Produkte d RF kaufen koennte. Oder ist d auch unnuetzes Kram? Uebrigens bei d Ukraine d mit Russland nicht so eng wie Belarus verbunden ist betraegt die Differenz nur 2 900 Mill USD obwohl d Land 4:5 x so gross ist. Damit habe ich meine Theorie, Laender die sich mit RF abgeben zahlen immer, bewiesen, Antworten Sie, oder fehlt Ihnen diese Seite im Agitations Buch?

Noitulover
00
23.3.2010, 19:23

Und wenn sie glauben, dass eine Gemeinschaftswährung vom Himmel fällt und sich von allein in die Wirtschaft einzelner Staaten integriert und ihr anpasst, dann haben wir auf diesem Bereich auch nichts zu besprechen.

PS: Immer noch keine Spur von Zahlungen. Ihre Theorie ist leider in ihren Grundsätzen falsch, weil Handel nun mal keine Zahlung ist.

Standard Leser4
 
00
23.3.2010, 20:25
09 03 2010 BELTA NEWS

Nachdem die Mazeikiai Raffinerie/ Litauen an einen Polnischen Investor verkauft worden war, wurde die Durchleitung durch die "Drushba" wegen "technischer Stoerung" unterbrochen. Die Lieferung wurde eingestellt um M. in den Bankrott zu treiben um die Raffinerie "billig" aufkaufen zu koennen. Ein Teil der Aktien soll nun an eine Russische Ges verkauft werden, damit d Oel wieder fliessen kann.
Soweit die Meldung aus Belarus aehnliche gab es auch bei Ria Novosti. Aber ich habe ja nur getraeumt, weil bei euch Russlandverehrern soetwas
nicht vorkommt, sondern Russland grosszuegige Geschenke an seine Partner verteilt.

..|..
00
25.3.2010, 18:02
Als Magna Opel kaufen wollte

hat VW/Porsche den Bau des Boxsters bei Magna in Graz storniert.

So ist das Wirtschaftsleben nunmal. Willkommen in der Marktwirtschaft.

Standard Leser4
 
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26.3.2010, 05:26

Ihr Kommentar zeigt Sie haben nicht mitgelesen, total daneben. Um Ihr Beispiel stimmend zu machen, muesste die Version wie folgt lauten: Da VW die Firma Magna "billig" kaufen wollte hat sie die Produktion des Boxsters in Graz storniert um damit Magna in den bankrott zu treiben um danach die Aktien billig aufzukaufen.
Jetzt kapiert? Willkommen in der Imperialistischen Einkaufspolitik.

Wähler Wille
00
26.3.2010, 09:52
Aber wo

VW ging es darum, die Rettung von Opel zu verhindern bzw. zu verzögern. Dabei geht es angesichts der Überkapazitäten im Automobilsektor nicht um den Kauf von Fabriken (VW braucht keine neue Fabrik in Deutschland) sondern um den billigen Gewinn von Marktanteilen.

Noitulover
00
23.3.2010, 23:13
"Na und? Jede Firma macht das so, billig einkaufen und so teuer wie möglich verkaufen!"

Kommt es ihnen bekannt vor? Sollte es, dieser Satz stammt von ihnen.

Und es ist nach wie vor keine Zahlung, weil es sich um Handel handelt.

Wenn man sich keine Raffinerie leisten kann, sollte man keine besitzen.

Wenn Russland ein bankrottes Unternehmen aufkaufen will und die Arbeiter damit vor Arbeitslosigkeit rettet, sollte man dankbar sein.

Und das wichtigste! Wenn irgendwelches Öl durch deine Leitungen fließt, gehört es noch lange nicht dir.

Und wenn du deine Wirtschaft auf fremden Gütern aufbaust, dann sollst gefälligst auch du dafür sorgen, dass der Fremder so gütig ist, die Güter weiter zu liefern.

Und weil es dazu nicht gekommen ist, trotz der Differenzen in letzter Zeit, ist es großzügig von Russland.

Standard Leser4
 
00
24.3.2010, 05:48
Ihre Russische Arroganz ist nicht mehr zu ueberbieten!

Sie setzen billig einkaufen mit "erpressen" und in den Ruin fuehren gleich. Die Abnehmer Russischer Waren muessen froh sein wenn Russland diese "guetig" und "grosszuegig" zu ueberhoehten Preisen, siehe Ukraine Gas liefert.
Wie praepotent, im Sinne von ueberheblich, sind Sie eigentlich? Wenn dies die vorgegebene Linie aus Moskau ist, kann ich Belarus gut verstehen d es dringend neue Partner sucht.
Natuerlich ist die EU kein Land, aber Russland ist gross, soll ich es mit Sloweniens Handel mit Belarus vergleichen?
Eine Gemeinschaftswaehrung kostet nichts, sondern bringt sehr viel Geld, siehe EZB die jaehrlich einen netto Gewinn von 2 Mild EURO erwirtschaftet. Aber da kann man halt nicht mehr mit Goldverkaeufen tricksen. Oder?

Noitulover
00
24.3.2010, 19:23
Wie wäre es wenn sie die Sachen etwas objektiver betrachten?

Ihrer Meinung nach ist es vollkommen ok das Öl von Russland billig zu erwerben und es dann teurer zu verkaufen. Sie argumentieren dabei, so als wäre es das Vorrecht von Belarus das Öl zum halben Preis zu verlangen. Aber wenn Russland etwas billiger haben möchte ist es eine Erpressung? Wie erklären sie das?

EU hat 500 Mil Einwohner, Russland 160. Somit ist ihr Vergleich was Russland und EU betrifft absolut fehl am Platz. Das selbe betrifft auch die EZB. Gemeinschaftswährung = EZB??? EZB ist eine Bank. Und eine Bank erzielt gewinne, in erster Linie durch Kredite.

Das einzige was sie bewiesen haben, ist dass sie keine Ahnung von Wirtschaft haben und dass sie parteiisch sind. Mehr nicht.

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