Der Gasriese von außerhalb

17. März 2010, 19:04
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Wissenschafter entdeckten jupiterähnlichen Exoplaneten in bewohnbarer Zone: "Corot-9b"

Graz - Wissenschafter haben einen großen jupiterähnlichen Planeten außerhalb des Sonnensystems entdeckt. Die Besonderheit daran: Der Gasriese mit dem Namen "Corot-9b" liegt in einer habitablen Zone, in der Wasser in flüssiger Form vorliegt. Das gilt allgemein als Voraussetzung für Leben in den bisher bekannten Formen. Die Entdeckung wurde in der neuen Ausgabe der renommierten Wissenschaftszeitschrift "Nature" publiziert.

Das 2006 gestartete Weltraumteleskop Corot, an dem auch österreichische Wissenschafter beteiligt sind, misst regelmäßige, minimale Helligkeitsschwankungen von fernen Sternen. Diese können durch sogenannte Transite verursacht werden, wenn aus Sicht eines Beobachters Planeten vor ihren Sternen vorbeiziehen. Dadurch verdunkelt sich der Stern auf typische Weise, gleich einer Mini-Sonnenfinsternis. Ist ein solcher Kandidat ausgemacht, richten sich auch irdische Teleskope auf den Himmelskörper und registrieren jedes noch so leichte "Wobbeln" - Zittern - des Sterns, verursacht durch die Schwerkraft des umkreisenden Planeten. Im aktuellen Fall waren das die Teleskope der Europäischen Südsternwarte (Eso), die an der internationalen Arbeit ebenso beteiligt ist wie Wissenschafter vom Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Graz.

Von den bisher rund 400 bekannten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems (Exo-Planten) wurden etwa 70 mithilfe dieser Transit-Methode entdeckt. "Corot-9b" selbst sei zwar nicht habitabel, ein vermutlich existierender Mond des Planeten, der nun gesucht wird, allerdings schon. Der Transit des Planeten vor seinem Stern dauert acht Stunden. Das ermöglicht laut Wissenschaftern besonders lange Beobachtungszeiten. (APA, pi/DER STANDARD, Printausgabe, 18. 3. 2010)

  • Illustration des Transits von Corot-9b vor seinem Zentralgestirn.
    foto: eso/l. calçada

    Illustration des Transits von Corot-9b vor seinem Zentralgestirn.

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