"Lebendigerer Journalismus"

17. März 2010, 17:58
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Gerfried Sperl, lange Chefredakteur des STANDARD, will den Markt der Vierteljahresschriften mit "lebendigem Journalismus aufmuntern"

Den Versuchsballon ließ Gerfried Sperl im Oktober steigen, in Gestalt einer verkauften Nullnummer. Dieser Probe-Phoenix hob im Rahmen der Erwartungen ab, sagt der Herausgeber und Eigentümer der kleinformatigen Zeitschrift: Von 1000 gedruckten Exemplaren gingen fast 600 weg.

500 abgesetzte Hefte wären eine "sichere Basis", um ein solches Projekt zu starten, hatten Vertriebsexperten vor dem Probelauf erklärt. So erinnert sich der Blattmacher, sieht sich bestätigt und macht nun also Ernst.

Mit 2000 Exemplaren und 48 Abonnenten geht die Nummer 1 an den Start. Mit - gegenüber der Nullnummer unverändert - 64 Seiten, sechseinhalb mit Inseraten. Nicht wenig für eine Zeitschrift wie diese, sagt Sperl.

Eine Zeitschrift, die Tiefgang bieten will, eine Lücke schließen zwischen aktuellem Bericht und Buch. Der Schwerpunkt der ersten Ausgabe widmet sich auf 34 Seiten der "großen Angst vor dem Islam". Gerfried Sperl analysiert mit "Big Bang Eurabia" jene Furcht, die Europas Erweiterungsdebatte dominiert.

Ins Detail geht Klaus Ther von der ORF-Religion - er berichtet von der Herkunft des Großteils türkischer Einwanderer in Österreich aus einer mittelanatolischen Provinz. Sara Mansour Fallah, 17 und Kind einer iranischen Familie in Wien, schreibt über junge Muslime in Österreich. AFP-Mitarbeiterin Sabina Niksic aus Sarajevo über bosnische Glaubensgenossen, der rumänische Journalist Adrian Mogos über gefälschte Identitäten. (fid, DER STANDARD; Printausgabe, 18.3.2010)

  • Cover der ersten regulären "Phoenix"-Ausgabe.
    foto: phoenix

    Cover der ersten regulären "Phoenix"-Ausgabe.

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