STANDARD-Interview

Ortstafeln: Slowenien drängt auf Lösung

17. März 2010, 17:44
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    foto: hopi-media / bernhard j. holzner

    Der Weg zu einem allgemein anerkannten auch slowenischen Kärnten scheint immer noch weit. Im Bild der slowenische Außenminister Samuel Žbogar.

Außenminister Žbogar: Ljubljana ist "Partei des Staatsvertrags"

Wien/Ljubljana - Als Rechtsnachfolger des früheren Jugoslawien sei Slowenien „Partei des österreichischen Staatsvertrags", sagt der slowenische Außenminister Samuel Žbogar im Gespräch mit dem Standard. Eine offizielle (einseitige) Notifizierung dieser Position etwa bei der Uno, wie dies Sloweniens Präsident Danilo Türk fordert, sei gar nicht notwendig.

Žbogar hofft, dass es heuer zu einer Lösung in der Kärntner Ortstafelfrage kommt, in Übereinstimmung mit Artikel 7 des Staatsvertrags und den Entscheiden des Verfassungsgerichtshofes. Die Kürzung der Mittel für die drei politischen Organisationen der Kärtner Slowenen durch Ljubljana begründet er mit deren Uneinigkeit. Diese resultiere allerdings auch aus erfolglosen Bemühungen.

Der vor der Selbstauflösung stehende Rat der Kärntner Slowenen, eine der drei Organisationen, strebt die Einrichtung einer einzigen Körperschaft an, die die Minderheit künftig vertreten soll. Justizministerin Claudia Bandion-Ortner sagte am Mittwoch bei einem Besuch in Ljubljana, sie werde alles tun, um den Kärntner Gerichten zweisprachige Richter zur Verfügung zu stellen.

Der slowenischer Außenminister im Interview: Ob international verankert oder nicht: Slowenien sei Partei des österreichischen Staatsvertrags. Und die Uneinigkeit der österreichischen Slowenen resultiere aus langjährigem Frust.

***

STANDARD: Wie wird Slowenien reagieren, wenn es auch heuer nicht zu einer Lösung in der Kärntner Ortstafelfrage kommt?

Žbogar: Ein chinesisches Sprichwort sagt: Wir gehen über die Brücke, wenn wir dort sind. 2010 bietet mit seinen Jubiläen - 55 Jahre österreichischer Staatsvertrag, 90 Jahre Kärntner Volksabstimmung - eine gute Gelegenheit, zu einer Lösung zu kommen. Ich war froh zu hören, dass das auch Außenminister Spindelegger so sieht. Wir hoffen jedenfalls, dass die österreichische Bundesregierung zusammen mit der slowenischen Minderheit eine Lösung findet.

STANDARD: Ist Ihre Regierung für eine bestimmte Lösung, was die Zahl der Ortstafeln entsprechend einem bestimmten slowenischen Bevölkerungsanteil betrifft?

Žbogar: Nein, wir haben keine Minimalforderung. Das ist Sache der Bundesregierung, des österreichischen Verfassungsgerichtshofes und der slowenischen Minderheit. Was immer sie akzeptiert, werden wir unterstützen.

STANDARD: Slowenien betrachtet sich hinsichtlich des österreichischen Staatsvertrags, der in Artikel 7 die Aufstellung zweisprachiger Ortstafeln vorschreibt, als Rechtsnachfolger Jugoslawiens. Österreich bestreitet dies. Wird Ljubljana seine Position in internationalem Rahmen notifizieren, wie dies unter anderem Staatspräsident Danilo Türk vorschlägt?

Žbogar: Das ist immer eine Option, obwohl wir glauben, dass eine offizielle Notifizierung nicht notwendig ist. Wir sind Rechtsnachfolger des früheren Jugoslawien, wir haben alle Rechte und Pflichten geerbt, und deshalb betrachten wir uns auch als Partei des österreichischen Staatsvertrags.

STANDARD: Ist Sloweniens Position in dieser Frage vergleichbar mit jener Österreichs bezüglich Südtirol?

Žbogar: Wir brauchen keinen Vergleich, obwohl viele Leute in diesem Kontext auf Südtirol verweisen. Wir haben unseren eigenen Fall: Staatsvertrag, Artikel 7, Entscheide des österreichischen Verfassungsgerichts. Österreich ist ein Rechtsstaat, und wir glauben, dass sich die Dinge am Ende des Tages zusammenfügen werden.

STANDARD: Der Rat der Kärntner Slowenen, eine der drei Vertretungsorganisationen, begründet seine Auflösung vor allem damit, dass Ljubljana seine Finanzhilfe für alle drei Minderheitenorganisationen um die Hälfte gekürzt hat.

Žbogar: Es gibt nicht nur einen Grund für die Auflösung. Viel hat auch mit der Frustration darüber zu tun, dass sich die Lage der Minderheit nicht bessert. Die Ortstafeln sind nur das sichtbarste Zeichen. Aber nicht gekürzt wurde unsere Finanzierung der kulturellen und anderen Aktivitäten der slowenischen Minderheit.

STANDARD: Warum wurden die Mittel für die politischen Organisationen reduziert?

Žbogar: Nach unseren Regeln sollten alle drei Gruppen ihr Programm für gemeinsame Aktivitäten präsentieren. Letztlich waren sie nicht fähig, gut miteinander zu kommunizieren und gemeinsame Positionen zu formulieren. Jede präsentierte ihr eigenes Programm. Wir ermutigen alle drei Organisationen, einiger zu sein, denn nur so können sie die Rechte der Minderheit stärker verteidigen. Aber es ist verständlich, dass man nach so vielen Jahren erfolglosen Bemühens frustriert wird.

STANDARD: Die Bedingungen für die Minderheit haben sich gegenüber jenen unter dem verstorbenen Landeshauptmann Haider also nicht gebessert?

Žbogar: Es wäre schwer für mich zu sagen, dass wir seit einem Jahr bessere Bedingungen für die Minderheit sehen. Wir sind bereit, mit Kärnten grenzüberschreitend und in konkreten Projekten zusammenzuarbeiten. Aber die slowenische Minderheit ist ein Teil von Kärnten. Das Zusammenleben muss an Ort und Stelle gelöst werden, dort, wo die Minderheit lebt, unter Einhaltung der gesetzlichen Verpflichtungen Österreichs. (Josef Kirchengast, DER STANDARD, Printausgabe, 18.3.2010)

 

 

ZUR PERSON: Der Berufsdiplomat Samuel Žbogar (geb. 1962 in Postojna/ Adelsberg) ist seit November 2008 slowenischer Außenminister. 2004 bis 2008 war der begeisterte Langstreckenläufer Botschafter Sloweniens in den USA.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 153
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derfalke
12
26.3.2010, 15:30
msm
00
19.5.2010, 00:45
Was soll das, Falke oder Backhendl?

Das sind alles bekannte Tatsachen.
SHS, YU oder Slowenien, versucht haben sie es immer und immer wieder, teils mit, teils ohne Erfolg.
Die Nachbarn kann man sich eben nicht aussuchen.
Man muß damit leben, damit zurecht kommen.
Das Polit Ringelspiel von FP auf BZ auf FPK + BZ hat Kärnten wohl mehr geschadet als genutzt. Das Problem mit Slowenen gibt es sowieso kaum mehr, deren Anzahl bewegt sich rapid auf die 1 % Prozent zu, das Polit Ringelspiel FPF etc. ist ebenfalls ein auszuwechselndes Modell. Bei den nächsten Wahlen bestimmt, besser wäre es früher

schlitzohr2
00
19.3.2010, 09:18
Her, mit die Zwei,-Drei- u. Viersprachigen Ortstafeln! De hirnrissige Herumwurschtlerei, geht ma gewaltig auf die Nerven. Pardon, wir wollen doch keine „Erdverbundene“ Identitätskrise.

Miss Spock
33
23.3.2010, 11:40
Mir geht dieses Slowenische Priviligen-Stadel auch schon auf die Nerven ..

Eigentlich müßte man den Staatsvertrag rein juristisch gesehen aufheben. Durch die EU Gemeinschaft hat scih Europa grundlegend verändert. Der Kalte Krieg ist Geschichte. Rechtsradikale Tendenzen gibt es überall und Jugoslawien besteht nicht mehr, auch wenn sich Slowenien als Rechtsnachfolger nennen möchte. Rein Juristisch gesagt hat der eigentliche Rechtsnachfolger seinen Sitz in Beograd. Ljubljana ist in meine Augen kein legitimer Rechtsnachfolger der Regierung Tito, geschweige Beograd. Verträge wären daher zu erneuern. Die Thema Slowenische Ortstafeln ist in Anbetracht vieler neuer Minderheiten nicht mehr verbindlich, als mehr Machstreben und Einflussnahme anderer Staaten - gegen die wir uns laut wehren müssten.

derfalke
53
18.3.2010, 23:54
Wem es in Kärnten nicht passt,

der kann jederzeit gerne gehen.

hansteiner
14
19.3.2010, 20:56

Du, das passiert täglich, um fast 4 Kärntner und Kärntnerinnen. Kärnten ist das einzige Bundesland das eine abnehmende Bevölkerungsentwicklung hat - 2009 um 1400 Einwohner weniger als 2008.

Nein, das ist nicht super, wie in BZÖ/FPK/FIK-Manier geantwortet werden wird. Die Arbeitslosenquote sinkt dadurch nicht. Nein, es bleibt dadurch auch nicht mehr Geld im Land, das ausgeteilt werden kann. Ja, möglicherweise steigt dadurch der Prozentuelle Anteil an FIK-Wählern.

GENDERLOS
13
19.3.2010, 19:27

Als Rechtsnachfolger des früheren Habsburgerreiches könnte Österreich Slowenien ja an Serbien oder Kroatien verschenken.

Eine offizielle (einseitige) Notifizierung bei der UNO ist da dann ja auch nicht notwendig.

schlitzohr2
00
19.3.2010, 09:10
IST KEINE "GEISTVOLLE" AUSSAGE

exilkaerntner
10
19.3.2010, 09:04
wir sehen ja tagtäglich!

was dann zurückbleibt!

Andreas Ilger
35
18.3.2010, 15:53
Was heißt Lösung?

Die derzeitige Lösung ist doch mehr als ausreichend.

Sausband Kärnten
00
18.3.2010, 12:23
Der 20 Milliarden Hypo-Haftungspartei (u. der Fliesenleger) von den Scheuch`s bis Dörfler steigt der Schwachsinn von mehr Heimat immer mehr in den Kopf..

Auch wenn die Klagenfurter Staatsanwaltschaft (Amtsmissbrauch + Korruption) Dörfler wegen beschränkter Wahrnehmungsfähigkeit frei gesprochen hat, es hätte in Österreich genug Anstalten, diesem Politiker zu helfen.

Ben7
79
18.3.2010, 12:15
Minderheitenrecht ?

meine großeltern lebten bis 1945. Meine großmutter konnte noch vor den Slowenen fliehen. Ihr mann wurde von den ach so friedliebenden Slowenen die jetzt alle rechte fordern erhängt.

LPFe
20
22.3.2010, 19:05
ahso ?

wissen's was ? das Gschichtl können's wen anderen erzählen

msm
00
19.5.2010, 00:52
Diese Gschichtln passierten auch in Kärnten...

...die sogenannten Befreier führten sich auch hier dementsprechend auf. Zum Dank gab es Verdienstmedaillen und Partisanendenkmäler.
Wohl einzigartig in der Welt, Denkmäler für Mordsgesellen

Franz Rieser der Phaeton von 1987
00

Ich fürchte bei allen Kriegerdenkmälern ist die Chance groß, dass auch Mordsgesellen drauf stehen!

Franz Rieser der Phaeton von 1987
00

.. soll heißen: Die stehen drauf geschrieben im Sinne von eingraviert, nicht die stehen drauf weils so lässig ist ein Gefallener zu sein!

msm
00
Leider, das war auch meine Kritik...

Nicht der Opfer wird bei solchen Denkmälern gedacht, sondern der Täter.
Einzigartig, die Opfer, resp. deren Angehörigen und Nachkommen werden immer wieder durch solche Zeugen der Vergangenheit daran erinnert, daß die meisten dieser Taten nie vor ein Gericht kamen, die Täter noch immer frei herumlaufen(liefen)
Wenn diese Morde ans Tageslicht kommen, siehe Lasko, leben die meisten Mörder nicht mehr, Zeit-zeugen haben bezeichnenderweise Erinnerungslücken

temporär autonom
 
00

kann man also davona usgehen, dass sie gerne im dritten reich geblieben wären? ein eid auf den führer?

ich sage dazu echt nichts mehr!ich könnte gerade wegen dem braunen gesindel gar nicht so viel kotzen wie mir zumute ist.

LPFe
30
26.5.2010, 09:46
Sie sind also gegen Denkmäler für diejenigen ...

die Europa vom Faschismus und Nationalsozialismus befreit haben

sehr bezeichnend

msm
00
28.5.2010, 15:37
Wirklich, sehr bezeichnend

Denkmäler für Mordsgesellen finden Sie richtig!

exilkaerntner
75
18.3.2010, 13:41
und wir fragen uns nun,...

was die ach so freundliche wehrmachtunhd SS vor '45 in slowenien so gemacht haben??
hm???
na ben?? was haben die wohl gemacht?

GENDERLOS
31
19.3.2010, 19:29

Vor 1645 oder vor 1845?

exilkaerntner
10
19.3.2010, 20:04
don't feed the trolls!

Walter Bimini
24
18.3.2010, 22:07
deshalb kann sein großvater trotzdem schuldlos gewesen sein

oder übernehmen sie immer für alles was irgendein österreicher anstellt automatisch die schuld? was nicht heißt, daß ich auch die andere seite verstehe, die noch dazu keineswegs so einheitlich gegen das dritte reich waren wie sie vielleicht nahelegen wollen. das ustascha regime war mindestens so schlimm wie die adolf und die seinen.

dasseigesagt
 
100
18.3.2010, 11:57

kärnten ist doch slowenien, warum dann keine schilder in dieser sprache?

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