Flacher Kopf, kurze Beine und Schwimmhäute

17. März 2010, 18:39
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Prionailurus planiceps ist ein Regenwaldbewohner und stark vom Aussterben bedroht

Berlin - Die Flachkopfkatze (Prionailurus planiceps), mit nur 1,5 bis 2 Kilogramm eine der kleinsten Raubkatzenarten, wirkt mit ihren vergleichsweise kurzen Beinen gedrungen und hat überdies Schwimmhäute an ihren Pfoten - eine Anpassung zur Jagd auf Fische und Krabben in Sumpfgebieten. Sie kommt nur in tropischen Flachlandregenwäldern in Südthailand, West- und Ost-Malaysia sowie auf Borneo und Sumatra vor; aufgrund ihrer zurückgezogenen Lebensweise ist bis heute fast nichts über sie bekannt.

Fast 70 Prozent des Gebiets, das historisch gesehen gute Lebensräume für die seltene Spezies bot, ist bereits in Plantagen - etwa für die Produktion von Palmöl - umgewandelt worden. Die verbleibenden Lebensräume sind überdies hochgradig zersplittert sind. Nur 16 Prozent der für die Wildkatze verbleibenden Habitate stehen unter vollständigem Schutz nach den Richtlinien der Internationalen Naturschutzorganisation IUCN. Das liegt daran, dass sich die meisten Nationalparks in Südostasien im Hochland befinden, in Regionen in denen die Flachkopfkatze mit ihrer Spezialisierung auf Flachlandregenwälder und sumpfige Torfwälder nicht überleben kann.

Felides Flaggschiff für den Naturschutz

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Andreas Wilting aus dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin hat sich der Spezies näher gewidmet und seine Bestandsaufnahme in der Fachzeitschrift "PLoS One" veröffentlicht.  "Wir haben versucht, alle vereinzelten Informationen über diese seltene Wildkatzenart zusammenzutragen. Das hat uns gezeigt, dass sie ausschließlich in Flachlandregenwäldern, sumpfigen Torfwäldern oder Mangroven in der Nähe von Süßwasserquellen vorkommt. Mit den gesammelten Daten haben wir ein Computermodell entwickelt, um die historische und heutige Verteilung vorherzusagen. Als nächste Schritte für den erfolgreichen Schutz der Flachkopfkatze müssen wir mehr Informationen über ihre Ökologie sammeln, und vor allem die verbleibenden Lebensräume (Habitate) schützen. Aus diesem Grund haben wir anhand unseres Computermodells 19 zentrale Gebiete bestimmt, die für das Überleben dieser Art von besonders großer Wichtigkeit sind", sagt Wilting. 

Wilting hofft, dass die Flachkopfkatze aufgrund ihrer biologischen Besonderheiten als "Flaggschiff-Art" dienen kann, als Botschafterin für den Schutz der hoch bedrohten Flachlandregionen und Sumpfwälder Südostasiens. Außerdem könnte sie mit ihrer Spezialisierung auf Feuchtgebiete ein Symbol für die Renaturierung von Flüssen und der anliegenden Wälder werden. (red)

  • Die Flachkopfkatze ist eine der kleinsten Raubkatzenarten - und auch sonst körperlich bemerkenswert.
    foto: andreas wilting

    Die Flachkopfkatze ist eine der kleinsten Raubkatzenarten - und auch sonst körperlich bemerkenswert.

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