Mensch "ohne bestimmtes Geschlecht" muss sich doch festlegen

18. März 2010, 12:33
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Standesamt von New South Wales erklärt entsprechende Urkunde nun für ungültig

Sydney - Ein paar Tage hat Norrie May-Welby in Australien als offiziell anerkannte Person ohne Geschlecht gelebt - nun machte das Standesamt von New South Wales das ausgestellte Dokument ungültig. "Ich fühle mich gesellschaftlich gemeuchelt", sagte May-Welby (48) am Donnerstag und kündigte an, weiter zu kämpfen, um offiziell als geschlechtslos anerkannt zu werden.

Eindeutigkeit verlangt

Das Standesamt hatte May-Welby ein geburtskundenähnliches Dokument ausgestellt, auf dem in der Kategorie männlich/weiblich "ohne bestimmtes Geschlecht" eingetragen war. Die BeamtInnen verständigten sich darauf, nachdem ÄrztInnen bezeugt hatten, dass das Geschlecht nicht eindeutig festzustellen sei. Dann änderte das Amt seine Meinung. Nach einer neuen Rechtsauskunft könne das Papier nur ausgestellt werden, wenn das Geschlecht eindeutlig männlich oder weiblich sei. Somit verliere das von May-Welby seine Gültigkeit.

"Weder das eine noch das andere"

May-Welby war als Bub geboren worden und hatte sich 1983 einer Operation an den Genitalien unterzogen, wollte dann aber trotzdem weder eindeutig als Mann noch als Frau identifiziert werden. "Ich sehe mich weder als das eine noch als das andere", schrieb May-Welby in einem Blog. "Manchmal benutze ich die Damentoilette aus Bequemlichkeit, aber ich ziehe mich mit meinen schwulen Freunden in der Herrenumkleidekabine um." (APA/dpa)

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