Initiativen von Tansania und Sambia erneut gescheitert - Tierschützer freuen sich über "großen Sieg"
Doha - Die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens
CITES haben sich zum Abschluss ihrer knapp zweiwöchigen Konferenz noch einmal
für den Schutz der afrikanischen Elefanten ausgesprochen. Wenige Stunden vor
Ende der Konferenz in der katarischen Hauptstadt Doha wies das Plenum am
Donnerstag einen zweiten Versuch von Tansania und Sambia zurück, das
Handelsverbot für Elfenbein zu lockern. Die Konferenz hatte am Montag bereits
gegen eine Lockerung des Handelsverbots gestimmt, wegen des knappen Ausgangs
hatten aber beide afrikanische Staaten eine erneute Abstimmung am Schlusstag der
Konferenz beantragt. Das Plenum der Artenschutzkonferenz muss die Entscheidungen der vergangenen
Tage formell noch billigen. Bei knappen Entscheidungen kann auf Antrag
nochmals neu abgestimmt werden.
"Großer Sieg"
Die CITES-Vertragsstaaten lehnten außerdem einen Antrag Tansanias ab, Elefanten aus dem Anhang I, der den internationalen Handel mit Elfenbein untersagt, in den Anhang II zu verbannen. Dadurch wäre der Handel eingeschränkt möglich gewesen. Auch Sambia hatte einen solchen Antrag stellen wollen, zog ihn aber am Montag zurück. Afrikanische Elefanten stehen seit 1989 im Anhang I des Artenschutzabkommens. Im Jahr 2007 beschloss die CITES-Runde ein neunjähriges Moratorium für den Handel mit Elfenbein - dieses wollten Tansania und Sambia nun umgehen.
Der Internationale Tierschutz-Fonds sprach von einem "großen Sieg" für die Elefanten. Tansania und Sambia hätten mit ihren Anträgen dem Handel mit Elfenbein "die Tür öffnen" wollen. Dies sei aber verhindert worden. Auch die Organisation Pro Wildlife, die ebenfalls an der Konferenz in Katar teilnahm, begrüßte die Entscheidung "zugunsten der grauen Riesen". Gleichzeitig warnte die Tierschutzorganisation vor einer Zunahme der Wilderei. Pro Wildlife schätze, dass im vergangenen Jahr rund 38.000 Elefanten getötet worden seien, um den vor allem in Asien florierenden Schwarzmarkt mit Elfenbein zu versorgen.
Beschlüsse brauchen Durchsetzungsvermögen
Aktuelle Berichte aus Kenia zeigen, dass selbst Schutzgebiete nicht immer vor Wilderei gefeit sind: Mehr als 220 Elefanten sind im Nationalpark Tsavo seit
Dezember von Wilderern oder Bewohnern angrenzender Dorfgemeinschaften
getötet worden. Viele der Wilderer gelangten über die durchlässige
Grenze zu Tansania nach Kenia, berichtete die Zeitung
"The Standard" unter Berufung auf die kenianische
Naturschutzbehörde KWS.
Auch Nashörner geraten dort zunehmend ins Visier organisierter
Wildererbanden. Nach einem Hinweis nahmen KWS-Hüter kürzlich sechs
mutmaßliche Wilderer fest, die im Nakuru Nationalpark etwa 150
Kilometer entfernt von Nairobi Jagd auf Nashörner gemacht hatten. (APA/red)