Dotcom-Crash und Büro-Lovestory per E-Mail

22. März 2010, 17:46
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Der neue Roman Spam! von Jan Kossdorff kommt ohne "Blatt vor dem Mund" aus, dafür mit vielen E-Mails

"Von: Redaktion an alle", "Betreff: "Rotzfreches, sehr unterhaltsames Buch gelesen" - so könnte die Autorenzeile dieses Artikels lauten - wäre er in Form von E-Mails geschrieben, so wie eben besagtes Buch. Jan Kossdorff hat mit seinem neuen Roman Spam! ein so genanntes Mailodram verfasst, das tiefe satirische Einblicke in den Lebensraum Büro vermittelt. Die Geschichte spielt in einem Dotcom-Unternehmen kurz vor dem Börsencrash.

Der ein oder andere Bürocharakter mag bekannt vorkommen: der Chef, der gute Zahlen erwartet obwohl das Produkt schwächelt, der Sitznachbar, der etwas mit der Kollegin hatte, die Bereichsleiterin, die sich beim Chef einschleimt und die Neue, die wunderschön und intelligent ist. Und dann sind da noch die User, die alles besser wissen.

Kossdorff, der im Jahr 2000 selbst in ähnlichem Umfeld live beim Platzen der Dotcom-Blase dabei war, öffnet die Bürotüren und Posteingänge aller weiblichen und männlichen Beteiligten auf sympathisch bitterböse Art zwei Wochen vor dem Eklat und spinnt parallel eine Liebesgeschichte. Der geneigte Leser sei mitunter auf eine angenehm unfeine Sprache gefasst. Zum Trost: in der Realität geht es manchmal unfeiner zu, aber dafür weit weniger lustig. Auf alle Fälle: ein Jungautor ganz E-mail-like "zur Nachverfolgung" zu kennzeichnen. (derStandard.at, 16.3.2010)

  • Buchtipp
Jan KossdorffSpam! Ein Mailodram288 S., Klappenbroschur, EUR 16,90ISBN 978-3-85286-187-6
    foto: buchcover/milena verlag

    Buchtipp

    Jan Kossdorff
    Spam! Ein Mailodram
    288 S., Klappenbroschur, EUR 16,90
    ISBN 978-3-85286-187-6

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