Forscher: Privatsphäre im Web ein Trugschluss

17. März 2010, 12:10
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Forscher konnten anhand von Social Networking-Profilen Sozialversicherungsnummern zuordnen

Experten werden nicht müde, vor den Gefahren durch Social Networks zu warnen. Basierend auf den Angaben, die Nutzer über Facebook, Twitter und Co über sich selbst machen, würden sich private Informationen bis hin zur Sozialversicherungsnummer herausfinden lassen, berichtet die New York Times.

Profile erstellen

So könnten relativ exakte und vollständige Profile von Personen allein über die im Web zur Verfügung stehenden Daten erstellt werden. Bislang würden statistische Experimente - etwa die sexuelle Orientierung männlicher Facebook-Mitglieder vorherzusagen - eher im Rahmen von Universitätsstudien durchgeführt. Neben Marketingzwecken könnten die Daten aber auch von Kriminellen missbraucht werden, warnen Experten.

""De-Anonymisierung"

So beauftragte der Online-Filmverleih Netflix ein Team aus Statistikern und Computerwissenschaftlern damit, die Empfehlungs-Software zu verbessern. Dafür erhielten die Forscher Zugriff auf die Nutzungs-History von 500.000 Netflix-Abonnenten. Die Daten hätten zwar keine Informationen zur direkten Identifikation der User enthalten. Doch Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Daten mit statistischen Analysen basierend auf Filmbewertungen und Empfehlungen wieder "de-anonymisiert" werden könnten.

Sozialversicherungsnummern

Die "de-Anonymisierung" sei möglich, indem man Informationen verschiedener Quellen im Web heranziehe und statistisch analysiere. Forscher der Carnegie Mellon-Unitersität hätten auf diese Weise sogar die Sozialversicherungsnummern von 8,5 Prozent aller in den USA zwischen 1989 und 2003 geborenen Personen herausfinden können. Dafür seien lediglich Informationen über Geburtsort und -datum nötig gewesen - etwas, das viele Personen bedenkenlos auf Facebook und Co preisgeben. 8,5 Prozent mag nicht viel klingen, dahinter stehen jedoch fast fünf Millionen Menschen.

Freunde können Details verraten

Nutzer könnten die Privatsphären-Einstellungen zwar auf die höchste Stufe setzen, doch die Maßnahmen einzelner User seien nicht ausreichend um ihre Privatsphäre im Internet ausreichend zu schützen. So könnten etwa Online-"Freunde" Details veröffentlichen, die Rückschlüsse auf Arbeitgeber, Wohnort oder Interessen einer Person geben könnten. Experten empfehlen, dass man sich im Web so verhalten sollte wie in der Öffentlichkeit. Einer fremden Person auf der Straße würde man schließlich auch nicht einfach so verraten, wo man wohnt und arbeitet. (red)

 

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    Privatsphäre im Web kann trügerisch sein

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