Bei Paris

Mutmaßliche ETA-Terroristen töteten Polizisten

17. März 2010, 13:09

Bei Versuch des Autodiebstahls überrascht

Paris/Madrid - Mutmaßliche Mitglieder der baskischen Untergrundorganisation ETA haben im Großraum Paris einen Polizisten erschossen. Ein etwa 35-jähriger Mann wurde festgenommen, nach drei oder vier weiteren Verdächtigen wurde am Mittwoch gefahndet, wie Ermittler in Melun sagten. Die mutmaßlichen ETA-Mitglieder hatten den vierfachen Vater am Vorabend getötet, als der Polizist mit Kollegen ein gestohlenes Auto aufgehalten hatte. Es war das erste Mal, dass die ETA einen französischen Beamten getötet hat.

Den Angaben zufolge stoppte die Polizeistreife am Dienstagabend in der Nähe von Melun südlich von Paris einen BMW, in dem drei Männer und eine Frau saßen. Als die Beamten die Personalien der vier Insassen aufnehmen wollten, hätten sich in einem weiteren Fahrzeug zwei Männer genähert. Einer von ihnen habe drei Schüsse auf die Polizei abgegeben und einen 52-jährigen Beamten tödlich in die Brust getroffen. Laut Ermittlern wurden bei der Schießerei auch ein oder zwei Angreifer verletzt.

Französische Ermittler sagten, der festgenommene Verdächtige sei ein Mitglied der ETA. Den Fahndern zufolge sprachen die bewaffneten Männer bei der Kontrolle untereinander Baskisch. Die Polizei suchte am Mittwoch noch nach dem Fahrzeug, in dem die weiteren Verdächtigen geflohen waren.

Der spanische Regierungschef Jose Luis Rodriguez Zapatero machte die ETA für den Tod des französischen Polizisten verantwortlich. "Diesmal hat Frankreich einen hohen Preis für die Zusammenarbeit mit uns im Kampf gegen die ETA gezahlt", sagte Zapatero am Mittwoch in Madrid. Die Ermordung des französischen Polizisten sei für ihn, als ob ein spanischer Polizist getötet worden sei - er wisse, wie sehr sich auch die französische Polizei für "das Anliegen der Freiheit und das Ende der ETA" einsetze.

Die von der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten als Terrororganisation eingestufte ETA kämpft seit vier Jahrzehnten gewaltsam für die Unabhängigkeit des Baskenlandes im Norden Spaniens und im Süden Frankreichs. Sie wird für den Tod von mehr als 820 Menschen verantwortlich gemacht. Der französischen Polizei sind in den vergangenen Monaten immer wieder Festnahmen mutmaßlicher hochrangiger ETA-Mitglieder gelungen. (APA)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 54
1 2
llewellyn
31
17.3.2010, 15:11

für "das Anliegen der Freiheit und das Ende der ETA"

muss es nicht für das anliegen der freiheit ODER das Ende der ETA heißen? Schließlich kämpft die ETA für die Freiheit des Baskenlandes.

Austro-Spanier0
21
17.3.2010, 20:04
Schließlich kämpft die ETA für die Freiheit des Baskenlandes.

Das haben sie doch sicher nicht ernst gemeint. Die ETA hat längst sämtliche ideologische Grundsätze über Bord geworfen und ist nur mehr eine ganz gewöhnliche Verbrecherbande, genauso wie die FARC, mit welcher sie ja einiges verbindet, u.a. der Drogenhandel.

mica he
20
19.3.2010, 00:13
Lesen Sie sich mal ein bisschen ein zu dem Thema

wenn Sie nicht einmal die politischen Ziele von ETA kennen (in meinem unten stehenden Posting finden Sie übrigens einen kleinen Hinweis darauf).
Auch mit dem behaupteten Drogenhandel durch ETA zeigen Sie vor allem, dass Sie gern voreilig drauflos schwadronieren.
Natürlich "wäre es ja theoretisch möglich"... Das ist aber keine seriöse Grundlage, um einfach irgendwelche Behauptungen aufzustellen, die durch keine seriöse Quelle gestützt werden.

Austro-Spanier0
01
21.3.2010, 11:44
Lesen Sie sich mal ein bisschen ein zu dem Thema

Jetzt versuche ich es zum vierten Mal: ich brauche ihre schulmeisterlichen Kommentare nicht, ich lebe seit 33 Jahren in Spanien und kenne das Thema sicherlich besser als sie. Zu meinem Freundeskreis zählen Staatsanwälte die Ende der siebziger Jahre im Baskenland stationiert waren und unter lebensbedrohlichen Verhältnissen Gerichtsverhandlungen führen mussten, weshalb ich also auf ihre oberflächlichen Beobachtungen wirklich nicht angewiesen bin.

mica he
20
21.3.2010, 13:38
Mit einem Wohnsitz in Alicante wird man

automatisch zum ETA-Experten...?
Ich möchte Sie nicht kränken, aber aus Ihren Argumenten schließe ich, dass Sie noch nie ein seriöses Buch dazu gelesen haben u. nicht einmal regelmäßig (seriöse) span. Zeitungen lesen (sonst wüssten Sie, dass Ihre Behauptungen unhaltbar sind).
Mein Tipp (wenn Sie das Thema wirklich interessiert):
1) Hören Sie nicht auf Ihre Stammtisch-"Experten"
2) Besorgen Sie sich einige seriöse (wissenschaftl.) Bücher zu dem Thema (keine sensationslüsternen "Bestseller")
3) Gehen Sie in eine Hemerothek und holen Sie nach, was Sie in den letzten 33 Jahren versäumt haben.
Wenn Sie dort Belege (von Fachleuten) für Ihre Behauptungen finden, dann schreiben Sie mir wieder.
Bis dahin: gute Unterhaltung!

La Saeta Rubia
01
22.3.2010, 12:25
Mit einem Wohnsitz in Alicante wird man

Sie scheinen aber ein ganz schön aufgeblasener Zeitgenosse zu sein. Sie tun ja gerade so als, ob ihre postings weiter unten, mindestens einen Pulitzer wert wären:-))

mica he
10
22.3.2010, 13:53
Wenn alle Liebenswürdigkeiten hier veröffentlicht

würden, die mir Ihr Freund schon geschickt hat, weil ich seine Meinung zu dem Thema (zunächst sachlich) hinterfragt habe (s. Posting vom 18.03. 14.04 Uhr), dann würden Sie vielleicht anders denken; (oder sind Sie mit Ihm verwandt/ident?)

Austro-Spanier0
01
21.3.2010, 20:44
ETA Experte

Ich habe ja nie behauptet ETA Experte zu sein, aber sie sind es schon gar nicht. Ausserdem lebe ich in Madrid und nicht in Alicante und sie? Sie müssen halt Bücher lesen, ich habe die ETA leider die letzten 33 Jahre aus nächster Nähe miterlebt. Ich kann sie übrigens beruhigen, ich lese sehr wohl seriöse Tageszeitungen, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob sie überhaupt seriöse von unseriösen Tageszeitung in Spanien unterscheiden können. Ihrem überheblichen posting nach eher nicht.

mica he
10
22.3.2010, 12:30
Gut, ich nehme zur Kenntnis, dass Sie nichts zu

dem Thema gelesen haben und das auch gar nicht für nötig halten, weil Sie ohnehin in Madrid wohnen und daher (wie viele Madrilenen) sehr gut vom Hörensagen über das Baskenland Bescheid wissen, u.a. dass ETA keine polit. Ziele mehr verfolgt sondern rein zur Selbstbereicherung (= "normale Verbrecherbande") Autobomben bastelt.
Normalerweise hört man solche Kommentare nur von Spaniern, die sich (aus versch. Gründen) nicht wirkl. mit den Hintergünden im Baskenland auseinandersetzen möchten (aber zu denen gehören Sie und Ihre pensionierten "Experten" ja nicht).
Zum Glück gibt es im span. Staatsdienst wirkliche Experten zu dem Thema (zu denen ich mich nicht zähle), sonst würde es um die Sicherheit in meiner Wahlheimat schlecht aussehen

Austro-Spanier0
00
22.3.2010, 16:36
Zum Glück gibt es im span. Staatsdienst wirkliche Experten zu dem Thema (zu denen ich mich nicht zähle),

Sehen sie, Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung, vielleicht werden sie bald im Stande sein, ohne Sarkasmus und Überheblichkeit zu posten. Offensichtlich scheinen sie zu glauben, dass nur SIE die Probleme des Baskenlandes kennen, gerade weil sie vielleicht ein paar Bücher zu einem Thema gelesen haben. Übrigens waren sie beim Attentat auf den Hipercor in Barcelona schon in Spanien? Das war damals kein Hörensagen sondern traurige Realität für jedermann im TV zu sehen, ebenso wie eine Unzahl von anderen Gräueltaten. Ich würde ihnen nahelegen, gelegentlich Hermann Tertsch zu lesen, halb Baske, halb Österreicher, vielleicht wird er ihnen die Augen öffnen, um zu erkennen, dass die ETA eine Mörderbande ist und sonst nichts

mica he
00
22.3.2010, 17:43
Ich denke, Sie haben mich falsch verstanden:

Selbstverständlich ist ETA eine Mörderbande, dass sie aus politischen Gründen mordet, macht sie ja nichts besser...
Wenn Sie auch meine unten stehenden Antworten auf andere Poster gelesen haben, wissen Sie, was ich dazu denke.
Und ich kenne das Baskenland (u. den Rest Spaniens) auch schon aus einer Zeit, in der durchschnittlich alle 14 Tage Autobomben explodiert sind...

mica he
10
22.3.2010, 10:48
OK. Ich nehme zur Kenntnis, dass Sie nichts zu dem

Thema gelesen haben und das auch gar nicht für nötig finden, weil Sie ohnehin in Madrid wohnen und daher (wie viele Madrilenen) vom Hörensagen ausgezeichnet über das Baskenland Bescheid wissen, u.a. dass ETA jetzt nur zur persönlichen Bereicherung (= "normale Verbrecher") Autobomben bastelt und gar keine polit. Ziele mehr verfolgt.
Normalerw. hört man solche Behauptungen nur v. Spaniern, die sich (aus versch. Gründen) nicht mit den Hintergründen im Baskenland auseinandersetzen möchten (aber zu denen gehören Sie und Ihre pensionierten "Experten" selbstverständl. nicht).
Wissen Sie: Zum Glück gibt es i. span. Staatsdienst auch echte Experten zu dem Thema (zu denen ich nicht gehöre), sonst würde es um die Sicherheit hier schlecht aussehen.

Austro-Spanier0
01
21.3.2010, 00:06
Lesen Sie sich mal ein bisschen ein zu dem Thema

was ihre schulmeisterlichen Kommentare betrifft, die brauche ich nun wirklich nicht, denn ich lebe schon seit 33 Jahren in Spanien und kenne die Situation wahrscheinlich bedeutend besser als sie. Also seien sie ein bisschen vorsichtiger, wem sie ihre Kommentare anbieten, sie könnten an den falschen Adressanten gelangen.

mica he
20
18.3.2010, 14:04
ETA ist natürlich KEINE "gewöhnliche"

Verbrecherbande sondern verfolgt im Gegensatz zu "normalen" Verbrechern politische Ziele.
ETA finanziert sich auch nicht mit Drogenhandel, wie Sie hier behaupten (sondern hauptsächlich mit Schutzgelderpressung, s.g. "Revolutionssteuer").

Derartige Behauptungen verstellen die Sicht auf das Problem und spielen nur den Radikalen in die Hände.

Und das ist selbstverständlich KEIN Plädoyer für die Mittel (Terroranschläge) oder Ziele (Unabhängigkeit) von ETA (siehe meine Postings unten bzw. zu anderen Anlässen).

skip it
11
17.3.2010, 17:55
nur dass die basken selbst diesen kampf gar nicht haben wollen...

...hitler wollte deutschland auch vom bolschewistisch-juedischen joch befreien.

egal9
20
17.3.2010, 19:54
"nur dass die basken selbst diesen kampf gar nicht haben wollen"

Dann soll man sich das doch endlich durch eine Volksabstimmung bestätigen lassen...

Der rote Johann
 
00
21.3.2010, 11:45
prima, machen wir,...

und danach gleich ne Volksabstimmung über die Einführung der Todesstrafe für Kindermörder.

ok?!

J.J
10
17.3.2010, 11:23

Damit hätte man doch nur Fischer Stimmen weggenommen.

J.J
00
17.3.2010, 16:40

also dieses posting sollte natürlich nicht hier, sondern bei grünen-bp erscheinen.

ein versehen.

U-Bahn Steuer
00
19.3.2010, 19:32

DAS ist einmal peinlich! :-)

Austro-Spanier0
66
17.3.2010, 11:11
"Die mutmaßlichen baskischen Separatisten"

Ein niederträchtiger Euphemismus für eine Mörderbande. Einen französischen Polizisten zu ermorden war wohl der letzte Blödsinn, den diese Verbrecher begehen konnten.

NONE
31
17.3.2010, 13:32

Nicht jeder "Separatist" erschiesst einen anderen Menschen.

Man muss hier das eine vom anderen trennen.

Wieso sollten die Regeln die für den Kosovo gelten für andere Teile und Regionen nicht ebenso gelten?

yomellamo
11
17.3.2010, 15:02

eben ... nicht jeder separatist erschiesst gleich menschen.

Deswegen sollte man die ETA-typen auch nicht separatisten, sondern schlicht "mörderbande" nennen.

egal9
71
17.3.2010, 11:28

Was sagen Sie eigentlich dazu, dass spanische Polizisten in Frankreich ein ETA-Mitglied entführen und letztendlich töten?
http://info-baskenland.de/484-0-Vie... goback=328

(Ok, es gibt keine handfesten Beweise, aber offene Fragen und ein Verdacht liegt da mehr als Nahe. Zumal die Strategie nicht neu ist)

egal9
20
17.3.2010, 16:32
Woran erkennt man Mehrfachaccounts?

Wenn stundenlang kaum was passiert und innerhalb von 5 Minuten bekommen alle Posting n grüne oder n rote Striche dazu (in diesem Fall n=3 oder 4).

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 54
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.