Deutscher Gegner des Österreichers konnte in Indian Wells wegen Krankheit nicht antreten, nächster Gegner: Roddick - Federer scheitert an Baghdatis
Indian Wells - Jürgen Melzer steht
im Achtelfinale des mit 4,5 Millionen Dollar dotierten
ATP-Masters-Series-Turniers von Indian Wells. Der als Nummer 22
gesetzte Niederösterreicher profitierte am Dienstag von einer
Erkrankung seines deutschen Gegners Simon Greul und trifft nun in
der Runde der letzten 16 auf Andy Roddick, der den
Niederländer Thiemo de Bakker mit 6:3,6:4 abfertigte.
Ausgeschieden ist hingegen der
Weltranglisten-Erste Roger Federer. Der Schweizer unterlag in 2:23
Stunden dem Zyprioten Marcos Baghdatis mit 7:5,5:7,6:7 (4). Der
Eidgenosse, der das Hartplatzturnier bereits dreimal gewonnen hatte,
lag im dritten Satz bereits mit 4:1 vorn und konnte bei einer
6:5-Führung drei Matchbälle nicht zum Einzug ins Achtelfinale
nutzen. Für ihn war es das erste Mal seit seiner Finalniederlage
2006 in Rom, dass er eine Partie trotz Matchball noch verlor.
Sechs Wochen nach seinem Sieg bei den Australian Open in Melbourne
und einer Lungeninfektion, die seinen Start in Dubai verhinderte, war
der Schweizer in Indian Wells auf die ATP-Tour zurückgekehrt.
Baghdatis, der 2006 im Finale der
Australian Open gegen Federer verloren hatte, hingegen bejubelte
ausgelassen seinen ersten Sieg im siebenten Duell mit dem Schweizer.
In der Runde der besten 16 spielt Baghdatis gegen Tommy Robredo aus
Spanien.
Seit Mai 2006 und dem Finale in Rom gegen Rafael Nadal hat Federer
keine Partie mehr verloren, in welcher er einen Matchball hatte. "Ich
hatte in diesem Spiel sowohl gute als auch schlechte Phasen", sagte
Federer, "aber ich vergab zu viele Möglichkeiten, war in den
Schlüsselmomenten zu passiv, und Marcos hat nie aufgegeben." Federer
hatte im zweiten Satz bei 5:4 zwei Matchbälle und vermochte im
dritten weder eine 4:1-Führung noch einen weiteren Matchball bei 6:5
zu nützen. "Der Grat zwischen Sieg und Niederlage war heute wirklich
sehr schmal."
Nur verloren hat Jürgen Melzer bisher gegen seinen nächsten
Gegner: Andy Roddick ist also nicht nur ein großes Kaliber,
sondern auch ein Angstgegner. Alle neun bisherigen
Begegnungen mit dem US-Amerikaner gingen an denselben, nur in
Wimbledon (2009/3. Runde) und beim Davis Cup in Wien (2008) auf Sand
musste Roddick einmal einen und einmal zwei Sätze abgeben.
"Als ich nach dem Einschlagen Richtung Umkleidekabine ging, erfuhr
ich, dass ich eine weitere Trainingseinheit am Nachmittag haben
werde. Simon Greul ist über Nacht krank geworden und musste w.o.
geben. So leid es mir für ihn tut, dieses Geschenk nehme ich sehr
gerne an", meinte Melzer in seinem Webtagebuch auf www.laola1.at.
Melzer freute sich auf das Duell mit dem Weltranglisten-Achten. "Ich
habe mit Andy noch einige Rechnungen offen." (APA)