USA-Israel

"Wenn Sie Frieden wollen, rufen Sie uns an"

16. März 2010, 18:18

US-israelische Verstimmungen hat es auch früher schon gegeben, sie wurden immer relativ rasch repariert

Am nachhaltigsten hat sich US-Präsident George Bush senior mit einer israelischen Regierung angelegt: James Baker versus Yitzhak Shamir hieß damals das Match.

*****

Die aktuelle Krise zwischen den USA und Israel wird bereits mit der von 1991 verglichen - wobei jedoch auch Mitte der 1970er-Jahre, während der Verhandlungen über den Abzug Israels vom 1967 eroberten ägyptischen Sinai, so manche verbale Watsche von Washington nach Jerusalem flog, gesandt von US-Außenminister Henry Kissinger. Aber da ging es eben, anders als 1991 und heute, eben nicht primär um die Palästinenserfrage.

Das soll nicht heißen, dass die US-Regierungen sich nicht schon früher auch für die Palästinenser um eine Lösung basierend auf Uno-Sicherheitsresolution 242 von 1967 bemüht hatten. Deren Prinzip "Land für Frieden" wurde aber erst bei der Madrid-Konferenz 1991 zum offiziellen Leitfaden für alle israelisch-palästinensischen Verhandlungen. Und ebendieser Konferenz ging der jetzt oft zitierte US-israelische Knatsch voran.

Im vor den Kulissen vernehmbaren Ton war er nicht schärfer als der aktuelle, bei dem ja eine wirklich enge Israel-Freundin, US-Außenministerin Hillary Clinton, mit ihrem Frust nicht hinter dem Berg hielt. In den Mitteln fuhr jedoch vor fast zwei Jahrzehnten die US-Regierung von George H. W. Bush wirklich scharfe Geschütze auf: Sie hielt eine Kreditgarantie von zehn Milliarden Dollar zurück, Geld, das Israel dringend brauchte, um die starke jüdische Einwanderung aus der zerfallenden Sowjetunion zu absorbieren.

Bush senior und sein Außenminister James Baker hatten 1990/91 die historische Chance ergriffen, die die Auflösung des Ostblocks - und wenig später der Sowjetunion - bot, und Saddam Hussein aus Kuwait vertrieben und kaltgestellt. Saddams Versuch, seinen Überfall und die anschließende Besetzung des Emirats mit der Frage der Besetzung arabischen Landes durch Israel zu verknüpfen, war zwar ins Leere gegangen, und Washington hatte auch den sowjetischen Vorschlag vom Herbst 1990, eine alle Themen umfassende Nahostkonferenz einzuberufen, sozusagen nicht einmal ignoriert. Ein Jahr später, im Herbst 1991, war es aber trotzdem so weit: Als gemeinsame Sponsoren beriefen Washington und Moskau - das viel zu sehr mit sich beschäftigt war, um eine echte Rolle zu spielen - eine Nahost-Friedenskonferenz ein.

Den damaligen israelischen Premier Yitzhak Shamir mussten die USA tatsächlich fast hinschleppen. Allein das Wort "Konferenz" erschien ihm als eine Provokation. Mit den Arabern hatten es die USA leichter: Mit den einen, weil sie ohnehin reden wollten, mit den anderen, weil sie ihren Sponsor, den Irak, und/oder den politischen Protektor, die Sowjetunion, verloren hatten.

Wie der israelische Historiker Avi Shlaim schreibt, fiel es Bush relativ leicht, so streng mit Israel zu sein und Shamir die Botschaft zukommen zu lassen, dass er wählen müsse, ob er die besetzten Gebiete oder die US-Unterstützung behalten wolle. "Bush selbst war überzeugt, dass er weder Israel noch den amerikanischen Juden etwas schuldete. Er war acht Jahre lang Vizepräsident in der israelfreundlichsten Regierung der amerikanischen Geschichte gewesen und hatte 1988 dennoch nur fünf Prozent des jüdischen Votums erhalten."

Wie man weiß, ging Shamir nach Madrid, wo es - wie von Israel, aber auch Baker gewünscht - keine PLO-Delegation, sondern nur "palästinensische Vertreter" gab: Das führte zum bestimmt nicht intendierten Effekt, dass das Publikum in Madrid nicht mit den notorischen palästinensischen Betonschädeln konfrontiert wurde, sondern mit dem intellektuellen, besonnenen Palästinenser Haidar Abdel Shafi - der seinerseits Shamir wie einen Betonschädel aussehen ließ.

Die Kreditgarantiefreigabe sollte weiter an die Kooperation Israels bei den Gesprächen mit den Arabern gebunden bleiben. Als Bill Clinton nach Bush 1992 Präsident wurde, brachte er das jedoch sofort in Ordnung. In Israel wurde ein halbes Jahr später seinerseits Shamir abgewählt - wozu bestimmt auch beitrug, dass die Israelis sich wieder bessere Beziehungen zu den USA wünschten.

Sträuße mit Shamir hatte Baker auch schon zuvor ausgefochten, aus dem Jahr 1989 stammt das Zitat "Da haben Sie die Nummer 202-456-1414 (das Weiße Haus, Anm.): Wenn Sie Frieden wollen, rufen Sie uns an." US-israelischer Zerwürfnisgrund war eigentlich immer die Siedlungsfrage in den besetzten Gebieten. Damals ging es aber noch um völlig neue Siedlungen, nicht wie heute um den Siedlungsausbau und Ostjerusalem. Sonst würde man definitiv meinen können, die Zeit sei stehengeblieben. (Gudrun Harrer/DER STANDARD, Printausgabe, 17.3.2010)

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DieBo
00
18.3.2010, 09:26
Wenn sie Frieden wollen, rufen sie an........

Marsmensch 1: "Was ist dass denn da?"
Marsmensch 2: "Ein Telefon glaub ich"
Marsmensch 1: "Und das daneben?"
Marsmensch 2: "Ein Skelett nehme ich an"
Marsmensch 1: "Und was hält es in der Hand?"
Marsmensch 2: "Einen Zettel"
Marsmensch 1: "Und was steht drauf?"
Marsmensch 2: "SIE HABEN IMMER NOCH NICHT ANGERUFEN!"

Functio Laesa
410
17.3.2010, 11:54
Die USA kann sich keinerlei Verstimmung

mit Israel leisten denn es ist Staatsräson Israel zu unterstützen. Dafür sorgen schon die entsprechenden Lobbies in den USA. Und die werden wohl und das ist "no na net part of the game" aus "J...n" bestehen. Aber das darf in dem Zusammenhang selbtverständlich nicht erwähnt werden weil politisch unkorrekt. Lustig das Israel irgendwie wie ein amerik. Außenposten im nahen Osten wirkt aber dort zu Abwechslung mal anscheinend überhaupt keine Amerikaner (Militärbasen) stationiert sind. Irgendwie nutzen die Israelis die USA gekonnt aus. Die USA würde sonst niemandem so aus der Hand fressen wie Israel. Da muß einiges hinter den Kulissen laufen was wir uns gar nicht vorstellen können.

Fritz Wunderlich
20
18.3.2010, 10:16

hehe

der weise von zion

Functio Laesa
12
18.3.2010, 13:37
Ich finde wenn man

das ganze mal NÜCHTERN betrachtet ............. Zuviel Macht korrumpiert. Und Israel hat sehr sehr viel Einfluß - das weiß auch die Fürhung der USA. Den diese blockiert ja jede Resolution im UN Sicherheitsrat die auch nur irgendwie gegen Israel gerichtet ist. Auch so ein Gremium von dem man nichts zu erwarten hätte außer es paßt den Amerikanern und ihren mächtigen Konkurrenten in den Kram. Sicherlich werden wir sehr stark von anderen gesteuert und wir können ob unserer Größe und unseres sehr geringen Einflusses nicht wirklich was dagegen tun - aber bedanken brauchen wir uns bei denen dafür nicht!

Der elegante Herr von nebenan
 
63
17.3.2010, 14:53

Es war stets und immer so dass antisemiten ihre eigenen Fehler auf die Juden projezieren. ("no na net part of the game"). Einerseits um abzulenken, andererseits damit man sich selbst nichts vorwerfen muss. Aber dass darf natürlich nicht erwähnt werden weil sonst ists eine Nestbeschmutzerei

Mucosaprolaps
05
17.3.2010, 12:48

Die Welt ist komplexer, als du sie dir vorstellst ... zwar gibt es durchaus jüdische Interessensvertretungen in den USA, wesentlich größer und einflussreicher sind jedoch radikale, evangelikale Protestantensekten. Diese interpretieren die Bibel wörtlich und meinen den Bibelübersetzungen entnehmen zu können, dass Israel zu unterstützen nötig sei, um den Armageddon zu verhindern, oder so ähnlich.

F S 3
311
17.3.2010, 11:26
Verstimmungen? …

…Dem FS3 fehlt in der historischen Aufzählung die wohl markanteste "Verstimmung" zwischen diesen beiden Staaten, und die betraf sogar zwei isr.Führer-Ben-Gurion und Levi Eshkol.

JFK hatte ultimativ die Inspektionen der Nuklearanlage von Dimona gefordert.

Avner Cohen bringt es auf den Punkt, wenn er schreibt: "Kein amerikanischer Präsident verfuhr derart direkt mit einem isr.Präsidenten seit Eisenhowers Depesche an Ben-Gurion in der Mitte der Suez-Krise im Nov.1956…"

Und wenn im Artikel selbst zu lesen ist, daß "es Kissinger 1967 um etwas anderes ging", als heute, weiß der Verfasser wohl nicht, das das CFR nach wie vor die gesamten Geschehnisse im NO hinter dem Theatervorhang lenkt.

Fritz Wunderlich
50
18.3.2010, 10:19
das historische nackerpatzerl hat schon wieder seine glückspillen eingeworfen

was für ein quargel, kennedy, dann eisenhower, kissinger um 1967 (?)
fs3 sendet seinen geschichtsmüll und findet konsumenten wie müller und co

W. Müller
 
14
17.3.2010, 13:15
Die USS Liberty ...

... nicht vergessen.

F S 3
17
17.3.2010, 19:03
Die USS-Liberty Affaire ist ein Kapitel für sich. Hier stand die Welt haarscharf vor einer atomaren Auseinandersetzung. Weiters ein erschreckendes Beispiel dafür, daß manche 'egierungen gerne ihre eigenen Leute opfern, um eine fragwürdige…

…"Rechtfertigung" f.eine öffentlichkeitswirksame angebliche Verteidigung vorweisen zu können,um später nicht als Aggressor dastehen z.müssen.

Wir können es der tapferen Mannschaft dieses US-Schiffes verdanken,daß es nicht zu einem Flächenbrand unter Hereinziehung der USA u.d.UdSSR kam.Die Jagdflugzeuge,die von den US-Trägern im Mittelmeer z.Verteidigung der USS Liberty bereits gestartet waren,wurden auf ausdrücklichen Befehl Präzi Johnsons ZURÜCKGEORDERT,aber die UNMARKIERTEN isr.Flugzeuge konnten ihr Mordwerk nicht laut Plan verwirklichen.

Die USS Liberty wollte nicht einmal nach einem Torpedotreffer mittschiffs sinken.

Gottseidank.

Die USA u.Isreal hätten Ägypten f.d.Vorfall verantwortlich gemacht u.d.USA wären i.d.Krieg eingetreten.

Mucosaprolaps
43
17.3.2010, 12:51

Klar doch, der Mossad hat Kennedy auf dem Gewissen; dass Kriegsveteranen manchmal durchdrehen und privater Waffenbesitz gefährlich ist, ist natürlich völlig unwahr ... genauso hat ja Haider natürlich keineswegs gesoffen und ist dann mit dem Auto verunfallt, sondern der Mossad war's ...

... schon auffallend, dass solche Theorien von denselben Verlagen und Einzelpersonen vertreten werden wie etwa Dänikens Marsgesicht, die Mondlandung-gabs-nie-Märchen, die 911er-Mordgeschichten oder das Elektrikeruniversum und viele andere ...

DieBo
11
17.3.2010, 09:51
Gehts noch?? Seitenlang, Spalte an Spalte wird hier ausführlichst über die belanglose Verstimmung zweier Partner debattiert. Mich würde eher interessieren ob in China ein Sack Reis umgefallen ist.

Lichtfreak
01
17.3.2010, 13:14
Täglich, mehrere!

Quelle: Chin. Geheimdienst!

Tip vom Geheimdienst: Fahrräder fallen noch öfters um!

DieBo
00
18.3.2010, 09:18
Genau das wollte ich wissen! Und nicht irgendein blablabla.

gelolepsie
00
17.3.2010, 12:33
....

heut noch nicht ;)

Die Ente Lippens
10
17.3.2010, 09:32
Ich habe den Eindruck, dass die israelische Regierung und viele Israelis nicht an einen Frieden durch Friedensvertraege glauben.

Das kann man tlw verstehen und tlw natuerlich nicht verstehen. Aber es ist mE sinnlos, staendig Friedenskonferenzen zu lancieren, wenn nicht beide Seiten ernsthaft interssiert sind. Es waere ehrlicher, die EU und USA wuerden mit Israel in einen offenen Dialog treten, wie sich Israel eine Loesung des Problems vorstellt und nicht staendig aufgezwungene Fruehstuecksdirektoren hinschicken.

Simplicius Simplicissimus
31
17.3.2010, 08:08
Hello ... ?, ...

... Friede, bitte! Oder ist es nach der jahrzehntelangen Lügerei schon zu spät? Ich fürchte: ja. Vor Allem ist der Abstand zu den US-amerikanischen Völkermördern notwendig. Oder glaubt ihr (Israeli) tatsächlich, dass ihr mit 4% der Weltbevölkerung das Bauernschach gewinnen könnt? Da wird keine Uranmunition und keines der deutschen Gratis-Atom-U-Boote Nutzen bringen. Im Gegensatz zur Kanzlerin Merkel behaupte ich, dass alles verhandelbar ist. Es kommt nur auf die Absichten an.
Mit Mauern zeigt niemand guten Willen. Vor Allem nicht den Müttern und Kindern. "Du sollst nicht der Menge zu üblen Zwecken nachfolgen" (2.Mose 23:2).
Das gilt für alle im "Nahen Osten". Genug des Zynismus': "Wenn Sie Frieden wollen, rufen Sie uns an"? Hebt wer ab?

Totaler Durchblicksstrudel
01
17.3.2010, 09:31

Lass mich auch etwas zitieren:
"Wer sich zum Wurm macht, soll nicht klagen, wenn er getreten wird." I.K.

Arroganz_kommt_vor_dem_Fall
96
16.3.2010, 22:12
Lustiges Theater vor dem Iran Krieg

Das ganze ist eine nette Show welche von der bereits abgeschlossenen Vorbeitungen zum Iran Angriffkrieg welchen Obama demnächst authorisieren wird.
Die Bunkerbrecherbomben sind per Schiff auf den Weg nach Diego Garcia im Indischen Ozean.

Sie bereiten sich auf die völlige Zerstörung des Iran vor,“ sagte Dan Plesch, Direktor des Zentrums für internationale Studien und Diplomatie an der Universität von London, der kürzlich eine Studie über die Vorbereitungen eines Angriffs der USA auf den Iran veröffentlichte. Die US-Bomber sind heute bereit 10.000 Ziele im Iran innerhalb weniger Stunden zu zerstören.
Diego Garcia ist EU-Territorium, da es zu Grossbritannien gehört. Damit würde ein möglicher Krieg gegen den Iran auch von der EU aus geführt.

Fritz Wunderlich
00
18.3.2010, 10:54

10.000 ziele, warum kleckern, und nicht klotzen: 100.000 ziele
so ein schwachsinn

gmoe
02
17.3.2010, 08:55

"Die Bunkerbrecherbomben sind per Schiff auf den Weg nach Diego Garcia im Indischen Ozean."


Brauchen aber lange... (seit 2007)

F S 3
12
17.3.2010, 12:45
Da die US-'egierung den entsprechenden Vertrag zur Lieferung von zehn Containern erst diesen Jänner (2010) unterzeichnet hat, wird dies kaum eine Meldung aus dem Jahren … sein, sondern hochaktuell…

…Die entsprechende Lieferung besteht aus Smart Blu-110 und den schwereren Bröckerln Blu-117. (Quelle: Sunday Herald)…

Trotzdem sollten sich die potentiellen Selbstmordbomber in Isreals 'egierung der Tatsache bewußt sein, daß Russland, sowie der neuerdings Nr.1-Handelspartner des Iran über tatsächliche Nuklearkapazitäten verfügen.

Im Gegenzug könnte natürlich Isreals 'egierung wieder mit der Zerstörung von Europas Hauptstädten drohen. Ein Faktum, das wohl weder den CHinesen noch den Russen gefallen würde.

War on 'error, Folge 4711: "Samson reitet wieder auf dem Aesel"

Fritz Wunderlich
00
18.3.2010, 10:55

der fs3, unser mörder an rationalität, logik und empirie

dekorhippe
12
17.3.2010, 08:48
die geschichte vom baldigsten iran

angriff hören wir nun schon seit ende 2003, wann isses nun so weit?

Lichtfreak
11
17.3.2010, 13:16
Der Abzug aus den anderen Kriegen verzögert sich halt!

Was kann der Iran denn dafür, wenn die "Aliierten" ständig versagen?

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