Tim Burton

Ein Freak mit Kultstatus

16. März 2010 17:37
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    Foto: tim burton

    "Stain Boy" sieht mit großen Augen in eine verrückte, grausame Welt, in der er selbst relativ normal erscheint.

Sein Film "Alice im Wunderland" ist in Europa und in den USA einPublikumsmagnet - in New York strömen derzeit Massen ins Museum of Modern Art, um in die skurrile Welt Tim Burtons einzutauchen

"Sie sollten hier jedem einen Joint zur Eintrittskarte aushändigen" , sagt ein Besucher, der sich inmitten einer dichten Menschentraube in ein weit aufgerissenes Maul mit spitzen Zähnen schiebt - und weiter, durch einen schmalen Gang mit mehreren Videoscreens, in New Yorks derzeit begehrteste Ausstellung.

Auf den Bildschirmen werden Kurzfilme über die Abenteuer einer im Waisenhaus lebenden Kreatur namens Stain Boy gezeigt. Eine Bewohnerin des Heims für ungeliebte Wesen hat so viele Augen, dass sie beim Weinen eine Überschwemmung anrichtet, ein anderer hat nur zwei Augen - in denen stecken allerdings lange glänzende Nägel. Die Stain-Boy-Zeichentrickfilme sind die ideale Aufwärmrunde auf dem Weg in die skurrile Welt des Tim Burton, eine Welt, in der allen Geschichten immer etwas Verspieltes, fast Liebes und zugleich etwas Düsteres, Grausames innewohnt. Die Protagonisten sind stets seltsame Typen, irgendwie "anders" .

Seltsamer Außenseiter

Auch ihr Erfinder, 1958 in der kalifornischen Stadt Burbank geboren, empfand sich in seiner Jugend als seltsamen, wenn auch talentierten Außenseiter. Seinem tiefschwarzen Humor und schillernden Zynismus begegnet man später in all seinen Animations- und Spielfilmen, von The Nightmare Before (1993) über Charlie und die Schokoladenfabrik (2005) bis zu seiner derzeit weltweit laufenden Alice im Wunderland.

Die - bisher umfassendste - Retrospektive über den Regisseur, Konzeptkünstler, Illustrator und Autor beweist das und zieht auch viele Wochen nach der Eröffnung die Massen an.

Im Museum of Modern Art (Moma) wird nicht nur das gesamte Filmschaffen Burtons gezeigt, sondern erstmals auch hunderte Zeichnungen und Skizzenbücher aus seiner Zeit am California Institute of the Arts und als Mitarbeiter der Animationsstudios von Walt Disney. Daneben werden fast ebenso viele Acryl- und Ölmalereien und neue bewegte Objekte ausgestellt. Kleine Geschichten oder Geheimnisse wohnen allen Arbeiten inne, den Zeichnungen ebenso wie den großen Installationen. Ein buntes Karussell dreht sich zu unheilverkündender Musik; und das mit bunten Lichterketten geschmückte Haus des Stain Boy überrascht, wenn man sich bückt und durch die kleinen Fenster blickt: Da wird gemordet, zufällig und sehr blutig.

Eine besondere Attraktion sind Originalfiguren aus Animationsstreifen sowie Versatzstücke und Kostüme aus Filmen wie Ed Wood, Batman (der Penguin-Kinderwagen) oder Sleepy Hollow (der Umhang des kopflosen Reiters). Apropos Ed Wood: Burtons Liebe zu Woods trashigen Filmen aus den 1950er- und 1960er-Jahren entstand nicht erst, als er selbst einen Film über Wood drehte.

Burton sah als Kind viele klassische US-Horrorfilme. Dass sie stilprägend waren, wird deutlich: Nicht nur in den Skizzen für erste Figuren, sondern auch in Kurzfilmen, die Burton als Kunststudent mit Studienkollegen drehte und in denen er selbst mitspielte. Irgendwie scheint sein Faible für Untote, für Wesen zwischen Diesseits und Jenseits, Realität und Traum daher zu rühren, dass er den Sprung in die nüchterne Welt der Erwachsenen nicht vollziehen wollte.

Doch Burton machte auch in der Gebrauchsgrafik früh von sich reden. Mit 15 gewann er seinen ersten Kunstpreis im Zuge einer Kampagne gegen die Verschmutzung der Straßen von Burbank. Danach zierte die Müllwagen das Sujet des Freaks, der heute Kultstatus hat. (Colette Schmidt aus New York/DER STANDARD, Printausgabe, 17. 3. 2010)


Bis 26. 4.

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martial
17.03.2010 17:08

Ich kann mit Tim Burton ehrlich gesagt nicht viel anfangen. Optisch zwar schon immer alles beeindruckend, aber ansonsten?
Johnny Depp spielt immer wieder denselben exzentrischen Charakter in einer anderen grellen Maske in einer anderen extravanten Umgebung. Bei Sleepy Hollow fand ich das noch sehr gut, danach ist es aber recht schnell langweilig geworden. Wenn Johnny Depp und die Kulisse wegfallen bleibt meistens nur unterdurchschnittliches Popcorn Kino wie z.B. Batman oder Planet der Affen übrig.

mikeyman
17.03.2010 09:46
das müllwagen sujet sind man hier:

http://www.slate.com/id/223968... 721/fs/0//

Helicopterman
17.03.2010 12:10
Tim Burtons Batmanfilme

waren meiner Meinung nach die besten, die Nachfolgeproduktionen konnten dieses Nivaeu bei weitem nicht erreichen.

Martin in Australien
17.03.2010 13:48

i steh auf TB, aber, der erste Batman ist Kult, der zweite ist schon um einiges schwächer. Und auch wenn die letzten beiden den Kult-Faktor vom ersten nicht erreichen werden, so sind sie doch als Gesamtpaket mmN auf einem anderen Niveau. Unabhängig davon, dass sie natürlich schwer zu vergleichen sind (Comicverfilmung Vs. Science Fiction)...

niewieder nett
 
17.03.2010 12:42

JAAA.
genauso isses.

kerihuelo
16.03.2010 22:52

alice war eine katastrophe!

nightmare before x-mas dagegen absolut genial!

genie und wahnsinn liegen nah beinander ;=)

uinsel
18.03.2010 10:16

ich hab mich sehr über die details amüsiert. vielleicht bin ich auch mit anderen erwartungen hingegangen.

Helge Remsgard Remsgard
17.03.2010 10:06

"charlie & schokofabrik" sowie "big fish" fallen mir noch ein, wenns um burtonsche fehlschüsse geht.

Naschgul
23.03.2010 12:10

Warum Charlie? Big Fish kenn ich nicht, aber Charlie fand ich toll, auch wenn Johnny Depp mich ein bissl an Michael Jackson erinnert hat.

Jon Steinberg
17.03.2010 16:16
WTF?!

Cthulluh
16.03.2010 18:02
Tim Burton ist nicht einfach ein Filmemacher, er ist ein begnadeter Künstler.

Und deshalb sind seine Werke keine Filme sondern Kunstwerke. Diese Ausstellung muß einfach nach Wien!

aburrido
17.03.2010 13:16
ja visuell mag er sehr talentiert sein

so wie viele ami-regisseure.
aber story und charaktere sind stets flach oder übertrieben. Ami-schablonen halt.

justsmile2
17.03.2010 02:46

mich fasziniert die Liebe zum Detail - jeder Film ein echtes Meisterwerk
--
derzeit gibt es Kinogutscheine um 1 Euro auf http://bit.ly/cP2YKJ - gültig in ganz Österreich

--: SID :--
16.03.2010 20:41
Aber unbedingt !!

freeze
 
16.03.2010 22:22

Ich finde Burton auch ganz wunderbar, zumindest vieles von ihm. Die Ausstellung im MOMA hab ich schon im Jänner gesehen und muß sagen, dass sie für Fans ganz nett, im Großen und Ganzen aber doch entbehrlich ist, abgesehen davon dass die Besuchermassen in ungefähr drei Zimmerchen mit völlig überladenen Wänden gezwängt werden, was wahrlich kein Vergnügen ist.
Burtons Werk sind nunmal seine Filme, großartig neue Erkenntnisse bringt die Ausstellung keine.

gratis trinken
16.03.2010 17:55

alice ist grottenschlecht.

ein chroniken von narnia/herr der ringe fantasy spektakel mit seichter story.

niewieder nett
 
17.03.2010 12:41

mich hat der film extrem deprimiert und ich weiß einfach nicht warum.

ricko
17.03.2010 00:51

narnia hat als filmversion aber ohnehin schon eine seichte story

--: SID :--
16.03.2010 20:47
Also ich fand den Film ganz gut !

Allerdings darf man nicht den Fehler machen und den Film nach dem Buch bewerten. Die subtile Komplexität des Buches kann man unmöglich in einen 2 Stunden Film quetschen. Burton hat das richtig erkannt und stattdessen mit wunderbaren Bildern verwöhnt.
Was mich allerdings extrem genervt hat, war die Einsparung von 3D Kameras in den Realfilmteilen.
Die Gesichter (natürlich der echten Schauspieler) waren extrem unnatürlich flach. Da hätte man sicher mehr rausholen können, bzw. einfach ganz auf 3D verzichten.

Miyazaki
16.03.2010 23:08

Alice wurde im 2D Verfahren gedreht und durch Nachbearbeitung zu 3D!
Die 3D-Fassung bietet durchaus das, was von einer 3D-Fassung erwartet wird, auch wenn es nicht so perfekt aussieht, wie in einem original gedrehten 3D Film (der Vergleich hier ist natürlich “Avatar”)

A.B. Artig
 
16.03.2010 19:15

Aye.Vor allem die Chroniken. Herr der Ringe ist da zu wertvoll gemacht.

angehender Medientechniker
 
16.03.2010 18:09

Die Story ist wirklich seicht. Würde mir den Film aber trotzdem noch Mal ansehen. (würde dafür aber nichts mehr zahlen... also wird mir das Fernsehen mein nächstes Wiedersehen ermöglichen)

frech karotte
16.03.2010 20:00

wenn sie sagen, die story war seicht, dann hat tim burton wirklich etwas falsch gemacht … denn die originalvorlage ist alles andere als seicht!

angehender Medientechniker
 
17.03.2010 06:02

Sind verglichen mit Büchern deren Verfilmungen nicht immer seicht(mal abgesehen von wenigen Ausnahmen)?

frech karotte
17.03.2010 14:30

also ich finde man muss es schon wirklich sehr sehr schlecht machen, um alice im wunderland seicht rüberzubrigen … aber ich habe den film nicht gesehen, also kann ich nichts genaueres dazu sagen.

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