NASA vermutet Ursprung der von der Stardust-Sonde eingesammelten Staubkörner außerhalb unseres Sonnensystems
Frankfurt - Hundertprozentig sicher sind sich die Experten noch nicht, aber alle bisherigen Erkenntnisse deuten darauf hin: Zwei Staubkörner, die bei der Stardust Mission der NASA im Jahr 2006 zur Erde gebracht wurden, könnten tatsächlich aus entfernten Regionen unserer Milchstraße stammen.
Die beiden äußerst wertvollen Winzlinge wurden auf der "Lunar and Planetary Science Conference" in Houston, Texas, in der vergangenen Woche präsentiert. Das Aufspüren von Material, das aus anderen Teilen der Galaxis zu uns gelangt, kommt der Suche nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen gleich. Zwar gelangen über den interstellaren Materiestrom jährlich mehrere Tonnen Material in unser Sonnensystem, diese auch zu finden und zu bergen ist allerdings äußerst schwierig.
Bereits 1993 konnte die Raumsonde Ulysses nachweisen, dass ein Strom von interstellarem Staub aus der Richtung des Skorpion durch unser Sonnensystem hindurchströmt. Welcher Art dieser Staub ist und wie er sich zusammensetzt, konnte allerdings noch nicht eruiert werden. Daher sind diese beiden Staubteilchen von so großer Bedeutung für weitere Erkenntnisse. Die Forscher erhoffen sich unter anderem Rückschlüsse auf mögliche Veränderungen der Zusammensetzung des heutigen interstellaren Mediums im Vergleich zur Entstehungszeit des Sonnensystems.
Orion und Sirius
Die Partikel, die in dem Tennisschläger förmigen Detektor der Stardust-Sonde die Einschlagspur mit der Nummer 30 hinterließen, heißen nun Orion und Sirius. Ein Teil der Untersuchungen, die sie als Kandidaten für Sternenstaub qualifizieren, unternahm das Forschungsteam von Frank Brenker von der Goethe-University gemeinsam mit Kollegen der belgischen Gent University an der europäischen Synchrotronstrahlungsquelle ESRF in Grenoble.
Dort wurden die Staubpartikel wie in einem riesigen Röntgen-Mikroskop zerstörungsfrei auf ihre Struktur und chemische Zusammensetzung untersucht. Nach dieser Voruntersuchung ging die Probe für weitere Analysen zurück nach Berkeley.
Andew Westphal von der University of California in Berkley, der vergangene Woche die Ergebnisse verkündete, räumte zwar ein, dass der Fund auch "ein falscher Alarm" sein könnte, bemerkte aber, die Partikel seien bislang einzigartig: "fielen sie uns auf den Boden, würde es etwa 300 Millionen Dollar kosten, Neue zu erhalten". (red)