Grünfläche wird zum "Healing Garden"

16. März 2010, 14:11
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Landschaftsarchitektin: Garten soll Menschen beim Gesundwerden unterstützen - Atrien, Dachterrassen, Therapie- und Obstgärten und Waldzone geplant

Die Grünfläche des geplanten Krankenhauses Wien-Nord soll zum "Healing Garden" werden: "Natur hilft Menschen, gesund zu werden", erklärte die britische Landschaftsarchitektin Martha Schwartz am Dienstag bei der Präsentation des Freiflächenkonzepts. Auf dem ehemaligen ÖBB-Areal in Floridsdorf werde daher ein Park angelegt, der das Wohl von Patienten und Mitarbeitern fördern soll. Vorgesehen seien Atrien, Dachterrassen, Therapie- und Obstgästen sowie Wiesen-, Wald- und Hügellandschaften.

Schwartz ist von der positiven Wirkung von Landschaften überzeugt. So helfe Natur zum Beispiel, Stress zu reduzieren. "Das Krankenhaus ist ein sehr stressiger Platz", betonte die Britin, Mitglied des Planungsteams vom Krankenhaus-Architekt Albert Wimmer. Ziel sei daher, für Patienten, Mitarbeiter und Besucher ein Umfeld zu schaffen, das nicht nur zur Dekoration diene, sondern auch eine Aufgabe habe. Es soll Patienten helfen, gesund zu werden, und das Wohlbefinden steigern. Zudem verspricht sich Schwartz viel für die Umgebung des Krankenhauses: "Dieser Park wird auch die Nachbarschaft verwandeln."

70.000 Quadratmeter große Freifläche

Das Konzept der rund 70.000 Quadratmeter großen Freifläche sieht vor, dass der Garten bereits im Krankenhaus beginnt. Lichtdurchflutete Atrien sollen als "Oasen der Ruhe" dienen und jenen Patienten, deren Mobilität eingeschränkt ist, ein Stück Natur bieten. "Mein Ziel war, die heilende Wirkung der Natur in den Alltag des Krankenhauses zu integrieren", unterstrich Schwartz.

Der Park teilt sich in unterschiedliche Zonen, mit zunehmender Distanz zum Krankenhaus reduziert sich die Intensität der Gestaltungselemente. In Gebäudenähe seien zum Beispiel Therapiegärten geplant, in denen auch Physiotherapien durchgeführt werden können. Aus diesem Grund werden dort Turngeräte aufgestellt. Auch Yogaplätze soll es geben. Für Jugendliche und Kinder werden Sportplätze, Kletterwände und ein Skaterpark angelegt. Zusätzlich werden die Dachflächen begrünt. Im Süden des Areals soll eine Waldzone entstehen.

Auch Düfte spielten bei der Planung eine große Rolle: "Es soll nicht nach Spital riechen", betonte die Britin. Mittels duftenden Blumen, Kräutern und Grünpflanzen sollen Gerüche von "draußen nach drinnen" gebracht werden.

Novum

Der "Healing Garden" des zukünftigen Krankenhauses Wien-Nord stellt ein Novum dar. Zum ersten Mal würde ein Spitalsgarten in "so einem Umfang mit so vielen Möglichkeiten entstehen", erklärte Schwartz. Sie ist überzeugt: "Dieser Garten wird eine Richtlinie werden, wie eine Landschaft in das Krankenhausleben eingegliedert werden soll." Der Park soll parallel zum Krankenhaus entstehen. Ziel sei, Grünflächen und Gebäude zur gleichen Zeit fertigzustellen. Die Kosten für die Parkgestaltung betragen zwischen 120 und 140 Euro pro Quadratmeter.

Die Vorarbeiten für die Errichtung des Krankenhauses Wien-Nord sollen noch heuer starten. Kürzlich kündigte der Wiener Krankenanstaltenverbund aber an, das 113.000 Quadratmeter große ÖBB-Grundstück selber zu kaufen, um im Zeitplan zu bleiben. In den nächsten neun bis zwölf Monaten soll das Areal "baufeldfrei" gemacht - inklusive der Beseitigung möglicher Altlasten. Die Verhandlungen mit dem Bieterkonsortium Porr-Siemens-Vamed gehen parallel dazu weiter. (APA)

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