Bundesheer-Einsatz in Scheuch-Wald

16. März 2010, 13:01
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Das Bundesheer flog laut Berichten 2008 Holz aus den Scheuch-Wäldern aus - Bezirkshauptmann: "Blödsinn"

Nun ist das österreichische Bundesheer - Kritik hin oder her - also doch zu etwas nutze: Etwa dazu, das Holz aus dem Privatgrund von FPK-Chef Uwe Scheuch auszufliegen.

Black Hawks transportierten Holz

Im Jänner 2008 tobte ein Sturm mit Namen "Paula" über das Kärntner Mölltal und die dort befindlichen Scheuch-Wälder. Ein Spur der Verwüstung blieb zurück - Geschlagenes Holz, das, wenn nicht abtransportiert, verfault wäre. Doch das Bundesheer schritt tatkräftig ein: Von 6. bis 11. Februar flogen zwei Black Hawks rund tausend Tonnen Holz aus den Mölltaler Wäldern in das Sägewerk. Das schreibt der Grünen Abgeordnete Peter Pilz auf seiner Homepage. 

Und stellt anschließend gleich eine Anfrage an Verteidigungsminister Norbert Darabos. Unter anderem "Wohin wurde das Holz transportiert?" und "Was hat Scheuch dafür bezahlt?".

"Lückenlose Aufklärung"

Laut APA hat das Verteidigungsministerium in der Frage der Verantwortung auf die Kärntner Landesbehörden verwiesen. Das Heer werde im Katastrophenfall vom Land angefordert, so der Sprecher von Darabos.

Laut "Kronen Zeitung" warteten während der bevorzugten Behandlung des Schlagholzes der Scheuch-Brüder andere Sturmopfer vergeblich auf Hilfe. "Die Causa muss restlos aufklärt werden, insbesondere stellt sich die Frage, ob das Bundesheer für private Zwecke missbraucht worden ist und wie hoch die Kosten waren", so der Kärntner Grünen-Chef Rolf Holub. Auch die SPÖ Kärnten verlangte in einer Aussendung eine "lückenlose Aufklärung und Antworten auf brennende Fragen."

"Glatte Lügen"

Scheuch selbst wehrte sich per Aussendung gegen diese Behauptung: "Nicht eine Minute hat ein einziger Soldat bei uns gearbeitet. Das sind keine bloßen Unwahrheiten, die die Krone hier verbreitet, sondern glatte Lügen." Er bereite nun entsprechende Klagen vor.

Bezirkshauptmann: "Blödsinn"

Der Bezirkshauptmann von Spittal/Drau, Klaus Brandner, hat am Dienstag die Vorwürfe gegen Uwe und Kurt Scheuch laut APA als "Blödsinn" bezeichnet. Die Helikopter des Heeres seien nur zum Beseitigen von Gefahrenquellen in diversen Gräben eingesetzt worden, und dies sei nicht in den Wäldern der Brüder Scheuch geschehen. Ein Sprecher von Verteidigungsminister Norbert Darabos (SP) bestätigte diese Informationen.

"Laut Information des Militärkommando Kärnten ist das Bundesheer nördlich und nordwestlich der Möll geflogen, um Verklausungen zu beseitigen. Laut unseren Informationen liegen die Besitztümer der Gebrüder Scheuch südlich der Möll. Wir sind dort nicht geflogen", hieß es aus dem Verteidigungsministerium.

Brandner war vor zwei Jahren nach dem Sturmtief "Paula" selbst Einsatzleiter und hatte das Bundesheer angefordert. "Es mussten umgestürzte Bäume aus verschiedenen Gräben entfernt werden, um die Gefahr von Verklausungen zu beseitigen", sagte er. Es sei um den Schutz der Ortschaften Mühldorf, Kolbnitz und Obervellach gegangen. "Der Besitz der Brüder Scheuch liegt auf der anderen Seite des Tales, der sogenannten Schattseite, dort sind die Hubschrauber nicht im Einsatz gewesen", betonte Brandner. (nik, derStandard.at, 16.3.2010)

Link: Die Anfrage auf der Homepage von Pilz

  • Der Baum am Hubschrauber: "Wohin wurde das Holz transportiert?"
    foto: bmlv

    Der Baum am Hubschrauber: "Wohin wurde das Holz transportiert?"

  • Scheuch mit Soldaten.
    foto: bmlv

    Scheuch mit Soldaten.

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