Wikileaks im Visier des US-Militärgeheimdiensts

von Andreas Proschofsky  |  16. März 2010, 10:24
  • Artikelbild - Grafik: Archiv

Seit 2008 konkrete Pläne gegen die Aufdecker-Seite - Abdrehen oder Rufschädigung durch gefälschte Dokumente

Als eine Art "sicherer Hafen" für die Veröffentlichung von geheimen Dokumenten hat sich in den letzten Jahren Wikileaks etabliert, immer wieder sind dort Informationen gelandet, die die ursprünglichen AutorInnen lieber vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen hätten. Darunter auch einige Dokumente, die das US-Militär behandeln - und deren Auftauchen offenbar bei den Zuständigen für einige Verärgerung gesorgt haben.

Geheimdienst

Wie nun ein - passenderweise auf Wikileaks selbst veröffentlichtes - internes Papier des US-Militärgeheimdiensts zeigt, hat sich dieser bereits seit 2008 mit konkreten Maßnahmen gegen die Seite beschäftigt. Denn in dem 32-seitigen Dokument beschäftigt sich das Counterintelligence Center der US-Armee (ACIC) nicht nur mit der Frage, welche reale Gefährdung die Veröffentlichung der geheimen Informationen über Guantanamo und den Irak-Krieg bei Wikileaks zur Folge hätte, sondern macht auch gleich einige konkrete Vorschläge, wie man gegen die Webpage vorgehen könne.

Schwierigkeiten

So analysiert man etwa die Chancen, die Seite vollständig abzudrehen, kommt allerdings zu dem Schluss, dass diese eher schlecht stünden. Die technische Realisierung zeige ein hohes Maß an Kompetenz bei der Nutzung von freier Software sowie das Vorhandensein der notwendigen Ressourcen, zusätzlich werde der Auftritt laufend verbessert.

Diskreditierung

Entsprechend rät man zu anderen Schritten gegen Wikileaks, mit diversen Maßnahmen soll das Vertrauen in die Veröffentlichungsplattform erschüttert werden. Konkret denkt man dabei über die Publikation von gefälschten Dokumenten auf der Seite nach, auch Gerüchte über eine leichte Identifizierung der InformantInnen sollten gestreut werden. Bei Wikileaks weist man allerdings darauf hin, dass diese Pläne offenbar bis dato noch nicht umgesetzt wurden, zumindest wurde noch kein entsprechender Vorfall bekannt. (apo, derStandard.at, 16.03.10)

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19 Postings
eljorgin
17.03.2010 10:51

hat es nicht noch vor ein paar wochen geheissen dass wikileaks bankrott ist und abgedreht wird?

peace & love
17.03.2010 10:13
wikileaks ...


... scheinen also doch nicht so daneben zu liegen ...

Knaterton
17.03.2010 07:50
Nicht jubeln Genossen - so etwas kommt für alle Belange und die Korruption wird schwieriger!

Warum sollten sich Bürger nicht informieren dürfen was so stinkt im Hofstaat.

Jesus "George W. Bush" Christus
16.03.2010 18:09
Logische Konsequenz

Wen wundert's? Geheimdienste haben eben auch die Aufgabe, geheime Informationen zu beschützen. Hätten die Geheimdienste der Welt keine Lösungsvorschläge zum Wikileaks-"Problem" (aus ihrer nicht illegitimen Sicht ist es ja ein Problem), würde ich mir Sorgen machen. (Nein, Geheimdienste sind nicht ganz grundsätzlich böse und schlecht.)

Schade, dass hier niemand Notiz daran nimmt, dass die Vorschläge nicht nicht umgesetzt wurden (Aussage Wikileaks), sondern wieder mal primär die Gelegenheit wahrgenommen wird, gegen irgend etwas amerikanisches zu motzen.

europa fassen
18.03.2010 15:40
Ein Geheimdienst, der in geheimen Lagern foltert,

ist grundsätzlich böse !!!

Tut mir leid, aber andernfalls müssten wir uns mal von unseren Enkel (mit Recht) vorwerfen lassen, dass wir es gewußt und nichts unternommen haben. Beipiele gibt es dazu ja in der Geschichte.

Jesus "George W. Bush" Christus
18.03.2010 17:19

Sie sprechen von der CIA. Der Artikel spricht vom Militärgeheimdienst. Zwei sehr unterschiedliche Organisationen. (Wenn man von der Materie etwas versteht.)

Mahatma Mahatmaned
17.03.2010 09:11

Es geht doch nicht um geheime Sache, es geht um geheime Sachen, die gegen einen großteil der Bevölkerung gehen und diese Informationen sollten an die Oberfläche kommen.

Im weitesten Sinne sind auch Sie selbst ein Opfer.

Aufregung gibt es nun, weil der Staat solche Seiten auslöschen möchte, das nennt sich Internetzensur.

Internetzensur ist immer mehr im kommen, es fehlt quasi nur noch ein 9/11 übers Internet und dann hamma die Zensur.

Ja und warum ist die Zensur so wichtig?
Weil sich die Zeiten geändert haben und die Leute Dinge erfahren, die sie früher nicht erfahren haben, da die Medien alle gekauft sind und das bereitet der Elite Probleme.

Darum gilt: AD ACTA mit ACTA

yomellamo 
17.03.2010 09:38

yep!

ISPs sollen als Hilfsschnüffler für die Content-industrie eingesetzt werden, alle Innenminister dieser Erde versuchen die vollkommene Zensur im netz einzuführen... einzig gut ist, dass das dann doch nicht ganz so leicht ist wie sich das die politiker wünschen.

Ich denke die zukunft ist friend2friend bei dem man direkt nur mit freunden verbunden ist (wenns um wichtige dokumente geht), man aber über diese freunde auch in den freigegebenen dokumenten derer freunde und deren freunden suchen kann.

Fritz Meyer
16.03.2010 12:27
Jaja, die Wahrheit...


würden sie schweigen und gar nichts tun, wäre der Grad an Zweifel gegenüber Wikileaks deutlich höher.

Aber die Hellsten sind's in der Hinsicht anscheinend noch nie gewesen. (Eigentlich logisch, wenn man sieht, wie sich das Militär brav und ohne Zögern den idiotischen Befehlen der Politik unterwirft und Kritik, wenn überhaupt, immer erst HINTERHER erfolgt.)

Fritz Meyer.

nun denn 
16.03.2010 14:37
ALSO

ich finde es gut wenn sich das militär der politik unterwirft ;)

Fritz Meyer
16.03.2010 14:54
Das hat uns schon zwei Weltkriege beschert.


Ich spreche ja nicht von Alleingängen oder Junta-Tendenzen, aber zumindest genug gesundem Menschenverstand, nicht jeden Irrsinn der Politik auch gehorsam in die Tat umsetzen zu müssen.

Fritz Meyer.

Fritz Meyer
17.03.2010 11:53
Mach' nur immer schön Dein Häkchen...


Herr "Unnötig".

Solange Du mit keinem besseren "Argument" daherkommst, fühle ich mich eher ermutigt.

Dein politischer Freund,
Fritz Meyer.

Meine Wenigkeit mit viel Senf
16.03.2010 11:43
Umkehrschluss zulässig?

"Die technische Realisierung zeige ein hohes Maß an Kompetenz bei der Nutzung von freier Software...", sprich freie Software ist eine Art Bedrohung für die Geheimdienste.

Umkehrschluss zulässig: Geheimdienste mögen Microsoft? - Und wenn, warum? Sind da die "Hintertürchen" vielleicht schon eingebaut?

Börek Obama
16.03.2010 22:45

natürlich, so wie bei apple, facebook, twitter und google search , ...

maruh
16.03.2010 14:45

ja sind sie. es wurde ein dokument veröffentlich wo genau drin steht was m$ auf anfrage von polizei und co alles herraus gibt.

das mit der freien software is ein schuss ins knie. cia (unter anderem) nutzn linux und sind kunden von red hat.

/dev/stderr 
17.03.2010 11:03

Nein, im Linux Kernel befinden sich keine Hintertüren die noch keiner entdeckt hat. Es heißt ja schließlich _Open_ Source und der Code wird von genug Leuten laufend verändert, durchgesehen, etc...

Also kein FUD mehr plz, danke!

Teraniel
16.03.2010 11:30

Ach das liebe Militär und seine "Geheimnisse" oder zumindest das von dem sie hoffen dass es geheim bleibt.
Schon sehr witzig den irgendwie ist so etwas wie WikiLeaks die gegenbewegung zum Überwachungstaat.
Wenn der Staat den Bürger überwacht soll die Masse darüber froh sein weil man dadurch ja "beschützt" wird, wenn der Bürger wissen will was der Staat macht nennt man es "Gefährdung durch Veröffentlichung geheimer Informationen"

Robert Dunkelwand 
16.03.2010 11:15

Die sollten vielleicht Microsoft anrufen, die haben jede Menge Erfahrung mit FUD.

cecotto
16.03.2010 10:46

jaja liebe geheimdienste...
wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten...

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