T-Online kauft Internet-Rechte der deutschen Bundesliga

11. April 2003, 09:51
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Am Wochenende starten Videostream-Übertragungen der Spiele-Highlights im Web

Am kommenden Wochenende startet T-Online, Europas größter Internet Service Provider (ISP), die Übertragung von Spielen der deutschen Fußball-Bundesliga im Internet. Auf der Sportplattform t-sports und dem Breitbandportal T-Online Vision werden bis zum letzten Spieltag der Bundesliga alle Spiele in Form einer Zusammenfassung rund eine Stunde nach Spielende zu sehen sein. Auch eine Tageszusammenfassung der Highlights und Tore soll es geben. Das kostenpflichtige Angebot sei ein Novum in Deutschland, so T-Online. Erstmals werden Bewegtbilder der Bundesliga online als Videostreams angeboten. Gekauft wurden die Rechte vom Schweizer Rechtehändler Infront. Der Preis dafür lag laut Financial Times (FT) im "ganz unteren einstelligen Millionen-Bereich".

Strategisch

Der Schritt stellt eine Fortsetzung der Strategie von T-Online dar, die Umsätze mit Premium-Content zu erhöhen. Die Fußball-Bundesliga erlangt hier offenbar eine ähnliche Funktion als Lockvogel für Publikum wie beim Fernsehen, wobei hier der Wert im sinken ist. Der Verkauf der Online-Rechte an T-Online stellt daher für den Rechtehändler Infront, Nachfolger von Kirch Sport, einen ersten Erfolg dar. Das Schweizer Unternehmen hält auch die TV-Rechte der Bundeliga, für die der bisherige Abnehmer ProSiebenSat.1 nur noch die Hälfte (rund 40 Mio. Euro) zahlen will. Auch das Interesse anderer Sender hält sich in Grenzen.

Einnahmen

Die Vermarktung der Bundesliga im Internet bringt daher Infront neue Einnahmequellen. In erster Linie setzt jedoch T-Online darauf mit den Fußball-Rechten die Gewinne aus dem Premium-Content-Geschäft zu steigern. Laut FT ist das Geschäft schon jetzt "hochprofitabel", Ziel des ISP sei es 30 Prozent der Gewinne mit Premium-Content zu erwirtschaften. Der Furcht vor Gratis-Angeboten und Copyright-Piraterie im Internet erteilt der Analyst Hubert de Marliave von West-LB Panmure eine Absage. "Piraterie wird nicht in diesem Ausmaß für immer weiterbestehen", zitiert die FT den Analysten. Es sei ein langfristiger Trend in Richtung kostenpflichtigen Online-Content erkennbar. Für ISP sei es daher wichtig sich in einem möglicherweise wichtigen Markt gut zu positionieren. (pte)

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