Internationaler SMS-Versand scheitert oft an Verträgen

11. April 2003, 09:15
2 Postings

Verbindungsgebühren als Selbstschutz gegen Spam-Nachrichten

Wenn SMS-Nachrichten aus dem Ausland zurzeit nicht ihren Bestimmungsort erreichen, liegt das zumeist an den fehlenden Vereinbarungen zu den "Interconnection Fees" zwischen den Mobilfunkanbietern. In Österreich wurden die Verbindungsgebühren für SMS zwischen den einzelnen Gesellschaften im Oktober des vergangenen Jahres eingeführt. International verfolgen die österreichischen Anbieter allerdings unterschiedliche Vorgangsweisen. Am konsequentesten geht dabei die mobilkom. So blockiert der größte österreichische Mobilfunker zurzeit SMS von 126 Anbietern, vor allem aus Asien, Afrika und Osteuropa. Roamende mobilkom-Teilnehmer sind allerdings von dieser Maßnahme nicht betroffen. Ihre SMS nach Hause werden weiterhin durchgestellt. "Wir schließen laufend neue Verträge ab", erklärte Pressesprecherin Ursula Novotny gegenüber pressetext.austria. "Die klassischen Urlaubs- und Geschäftsländer sind bereits abgedeckt." Problematisch bleibt zum Beispiel der Empfang von SMS aus Russland, wo zurzeit keiner der Provider eine Vereinbarung mit der mobilkom hat. Verhandlungen sind allerdings im Laufen und Novotny erwartet die ersten Abschlüsse in den kommenden Wochen

Reibungslos

Teilnehmer im Netz von T-Mobile Austria haben nach Darstellungen des Providers zurzeit keine Probleme beim Empfang von SMS aus dem Ausland. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben mit den beiden französischen Anbietern Orange und Bouyges bereits entsprechende Vereinbarungen abgeschlossen. Der SMS-Empfang aus dem Netz von Bouyges ist ab sofort möglich. Nachrichten aus dem Orange-Netz sollen ab Anfang Mai wieder ihr Ziel erreichen.

Vehandlung

One befindet sich zurzeit ebenfalls in Verhandlungen mit ausländischen Mobilfunkanbietern. Eine einheitliche Blockade aller ausländischen Anbieter ohne Interworking-Verträge erfolgt nach Auskunft des Unternehmens nicht. "Wir blockieren nur die Anbieter, die unsere SMS nicht durchstellen", erklärte One-Pressesprecherin Cindy Nägeli-du Pont. "Ansonsten verhandeln wir zurzeit noch." Zu den blockierten Anbietern zählen unter anderem Bouygues in Frankreich, Optimus in Portugal, Vodafone in den Niederlanden, Spanien und Italien sowie China Mobile. Die selbe Strategie verfolgt auch der kleinste der österreichischen Anbieter, tele.ring. "Wir sperren so lange nicht, so lange wir nicht blockiert werden und keine Beschwerden kommen", erklärte Christian Schacher, Produktmanager für SMS und MMS.

Schutz

Die Interconnection Fees wurden im vergangenen Jahr international von der GSM Association beschlossen. Wobei die österreichischen Anbietern zu den letzten Gesellschaften gehörten, die diese Maßnahme umsetzten. "Ein Motiv für die Einführung der SMS-Gebühren war auch, den internationalen Spam-SMS Herr zu werden", so Novotny. Sobald Gebühren eingeführt werden, gehe auch der Missbrauch dramatisch zurück, bestätigt auch Schacher von tele.ring. Da Massen-SMS das Signalisierungsnetz der Mobilfunkbetreiber blockieren könnten, dienen die Verbindungsgebühren auch einem gewissen Selbstschutz der Provider. Daneben sollen diese Gebühren auch die Finanzierung für die Anbieter von Mehrwert-Diensten über SMS und später MMS sicherstellen. (pte)

Share if you care.