Verlagsgruppe Handelsblatt schreibt 2002 wieder schwarze Zahlen

11. April 2003, 08:34
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Dank kräftiger Kostensenkungen - das Anzeigengeschäft läuft weiter schlecht

Die deutsche Verlagsgruppe Handelsblatt hat im vergangenen Jahr 2002 trotz eines erneuten Einbruchs im Anzeigengeschäft ihr Ergebnis kräftig gesteigert und dabei die Verlustzone verlassen. Dank kräftiger Kostensenkungen sei die Wende bei den Erträgen geschafft worden, teilte der Herausgeber von Wirtschaftsblättern wie "Handelsblatt" oder "WirtschaftsWoche" am Donnerstag anlässlich der Eröffnung seines neuen Verlagshauses in Frankfurt mit.

Dabei habe sich insbesondere das Anzeigengeschäft weiter schlecht entwickelt. Die gesamte Branche leidet derzeit unter der Krise auf dem deutschen Werbemarkt, der 2002 im zweiten Jahr in Folge schrumpfte. Bei einzelnen Anzeigenrubriken wie Stellen- oder Automarkt brach der Markt um rund die Hälfte ein.

1,1 Millionen Euro Ebitda

Dennoch erzielte die zum Stuttgarter Holtzbrinck-Verlag gehörende Gruppe im vergangenen Jahr einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 1,1 Mio. Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 6,3 Mio. Euro angefallen war.

Umsatz um 19 Prozent geschrumpft

Dabei schrumpfte der Umsatz vor allem wegen der geringeren Werbeeinnahmen um 19 Prozent auf 294 Mio. Euro. Insbesondere die großen Titel "Handelsblatt" und "WirtschaftsWoche" hätten "sehr gute" Renditen erzielt, hieß es.

Um rund 80 Mio. Euro habe die Verlagsgruppe Handelsblatt im vergangenen Jahr ihre Kosten reduziert, sagte der neue Geschäftsführer, Harald Müsse. "Wir haben auf die schwierige Marktlage bereits frühzeitig reagiert und einschneidende Sparmaßnahmen schnell und zügig durchgesetzt." Das Verlagshaus hatte sich 2002 unter anderem von seiner Beteiligung am Nachrichtensender n-tv getrennt und das Anlegermagazin "Die Telebörse" eingestellt.

Auflage stabil

Die Auflage des Verlags-Flaggschiffs "Handelsblatt" blieb im vergangenen Jahr mit gut 142.000 stabil. Beim Anzeigengeschäft habe die Zeitung ihren Marktanteil auf etwas über ein Viertel leicht ausgebaut. Das Wochenblatt "WirtschaftsWoche" habe seine Auflage um mehr als vier Prozent auf knapp 194.500 gesteigert. Über den bisherigen Jahresverlauf 2003 äußerte sich Müsse positiv: "Wir liegen voll im Plan und können zuversichtlich nach vorne schauen." Das "Handelsblatt" und alle Magazine des Verlagshauses hätten für das erste Quartal steigende Auflagen gemeldet.

Am Donnerstag weihte die Verlagsgruppe Handelsblatt ihr neues Firmengebäude in Frankfurt feierlich ein, in dem künftig rund 120 Mitarbeiter der verschiedenen Redaktionen tätig sein werden. (APA/Reuters)

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