US-Armee rechtfertigt Wegsehen bei Plünderungen in Bagdad

10. April 2003, 22:10
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Keine Löscharbeiten bei brennenden Ministerien

Washington/New York - Die US-Armee hat sich dafür gerechtfertigt, nichts gegen die massiven Plünderungen in Bagdad zu unternehmen. Man könne "nicht alles gleichzeitig machen", sagte General Stanley McChrystal vom US-Generalstab am Donnerstag in Washington. Das oberste Ziel der Streitkräfte sei derzeit, die "Todesschwadronen und die Spezialeinheiten der Republikanischen Garden zu finden, zu bekämpfen und aus der Stadt zu vertreiben". Sie seien "die größte Bedrohung".

Seit dem Fall Bagdads am Mittwoch plünderten Einwohner unbehelligt Regierungsgebäude, Botschaften und Villen, aber auch Krankenhäuser sowie Büros der Hilfsorganisation Roter Halbmond.

Nach Angaben von Reportern waren am Abend keine Feuerwehrleute oder US-Soldaten im Einsatz, um die seit Stunden lodernden Brände in den Ministeriumsgebäuden im Zentrum Bagdads zu löschen. Mindestens fünf Ministerien standen in Flammen. Auch der alte Markt in der Rashid-Straße brannte. Der Himmel über der Stadt, die wegen einen Stromausfalls seit Tagen im Dunkeln lag, leuchtete orange; Rauchwolken stiegen auf. Eine Brücke über den Tigris war durch brennende Autos versperrt. (APA)

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