EU-Notfallplan

Details für Finanz­hilfe an Griechenland geklärt

Thomas Mayer, 16. März 2010 07:56

Juncker: Bilaterale Maßnahmen "aber keine Darlehensgarantien" - Letztentscheidung bei Gipfel

Die Finanzminister der Eurozone haben sich auf die "technischen Modalitäten" einer allfälligen Finanzhilfe für das verschuldete Griechenland geeinigt. Dies teilte der Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker am Montagabend nach einer Tagung in Brüssel mit. Es sei eine technische Arbeitsgruppe eingesetzt und offenstehende Punkte geklärt worden.

***

Brüssel - Man sei "noch nicht so weit, um bereits konkrete Beschlüsse zu fassen", hieß es am Montagabend in Brüssel. Aber zumindest die "technischen Details", wie man Griechenland im Fall des Falles denn zu Hilfe kommen und vor der Zahlungsunfähigkeit bewahren könnte, waren von den Finanzministern der Eurogruppe bestimmt worden (siehe Im Wortlaut: Erklärung der Euro-Finanzminister). Das erklärte der Vorsitzende der Eurogruppe, Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, Montagnacht nach dem Ende einer stundenlangen Sitzung in der EU-Kapitale.

Gipfel entscheidet

Der Notfallplan, der im Zuge der griechischen Schuldenkrise seit Wochen erörtert wird, muss laut Juncker nun noch von den Staats- und Regierungschefs der Union bei deren Gipfel Ende der kommenden Woche in Brüssel beschlossen werden.

Noch vor der Sitzung hatte der österreichische Finanzminister Josef Pröll erklärt, die Diskussion sei "völlig offen". Von einer nahen Entscheidung könne keine Rede sein. Deutsche Medien hatten indes berichtet, dass sich alle Eurostaaten grundsätzlich dazu verpflichtet hätten, sich an Hilfsaktionen zu beteiligen.

Spanien drängte auf Einigung

Die spanische EU-Ratspräsidentschaft, die die Tagesordnung für den heute, Dienstag, in Brüssel stattfindenden EU-Finanzministerrat (Ecofin) kreiert, drängte auf eine Einigung. Athen muss im Mai Verbindlichkeiten von rund 20 Milliarden Euro umschulden. Aus Berlin war Finanzminister Wolfgang Schäuble trotz des Handicaps einer Operation angereist. Sein Kommen wurde als Indiz gewertet, dass Dringliches auf der Agenda steht.

Wie berichtet, hatte Schäuble selbst mit dem Vorschlag, man könnte einen eigenen Europäischen Währungsfonds (EWF) einrichten, um einzelnen ins Straucheln gekommenen Euroländern bei Bedarf helfen zu können, die Debatte um Hilfsmaßnahmen noch angefeuert. Der EU-Vertrag verbietet an sich direkte Hilfen an Euroländer. Nun wird nach Lösungen gesucht, wie man solche realisieren könnte, ohne den Vertrag zu verletzen.

Das Schaffen eines Anleihe-Pools, an dem sich mehrere Euro- Länder freiwillig beteiligen, könnte eine Lösung sein. (Thomas Mayer aus Brüssel, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.3.2010)

Kommentar posten
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peace & love
16.03.2010 17:30
interessant,


dass uns die eurobürokratie mit höchst detaillierten vorschriftskonvoluten überschwemmt, dabei allerdings durchaus wahrscheinliche grössere verwerfungen völlig unreguliert lässt. im konkreten falle griechenlands wäre es mmn füe alle beteiligten am ehesten zu überlegen, wieder auf eine binnenwährung umzusteigen.

der gerüchterstatter
 
16.03.2010 14:19
Ausgeglichene Handelsbilanz

Eine ausgeglichene Handelsbilanz zwischen den einzelnen Euro-Ländern ist immer noch der beste Garant für Stabilität. Deutschland protzt Export-Weltmeister zu sein, diese Exportzahlen bestehen allerdings zu 62 Prozent aus Handel innerhalb des EU-Binnenmarkts. Also was jetz: Export oder Binnenhandel? Wer sich die Handelsbilanz zwischen Deutschland und Griechenland der letzten Jahre exeplarisch ansieht, der vertseht, dass Deutschland seine Krise vor allem durch Handelsbilanzüberschüsse mit EURO-Ländern glattgebügelt hat. Dass das innerhalb einer Währungsunion nur zu einer Verlagerung der Krise führt, sollte doch evident sein.
Und dann protz D noch damit, 3t-größter Waffenexporteur der Welt zu sein - mit Griechenland als wichtigstem Kunden 2009

Wurzelloser Kosmopolit
16.03.2010 13:55
Kann sich jemand an Alexis Sorbas erinnern ?


Während wir, die Barbaren, bis 67 bzw 65 hakeln dürfen, tanzen die frühverrenteten griechischen Staatsdiener am Strand Sirtaki.
Ach ja, ich habs ganz vergessen, die sind ja so arm.

Tony S
17.03.2010 12:41
Sie haben den Sinn des Films nicht verstanden!

Alexis Sorbas hat alles verloren. Und trotzdem tanzt er am strand Sirtaki, weil ihm die Lebensfreude niemand nehmen kann!

Im Gegensatz zu anderen (Postern), die alles haben, aber keine Lebensfreude.

XYZ123
16.03.2010 13:53
Das Geld kriegen wir nie mehr zurück

Bevor ich dem griechischen Staat was "borge" gebe ich es lieber dem Sandler am Eck.

der gerüchterstatter
 
16.03.2010 14:23

viele von dem Geld, würden Sie es geben, bekommt Deutschland, 3t-größter Waffenhändler der Welt mit Griechenland als einem seiner Hauptkunden.
http://www.welt.de/die-welt/... ppelt.html

Urfahraner Auge
16.03.2010 14:14
Und hat der Sandler schon was bekommen?

PDM
16.03.2010 13:07
Nachtrag..

http://diepresse.com/home/wirt... 5/index.do

allein bei diesen Beiden: 18Mrd.EUR bis in ein paar Jahren 30Mrd.EUR! dazu noch die Misere mit Kranken-, Sozial- und Pensionsfinanzierung..

PDM
16.03.2010 13:03
Relativierung...

Bei Griechenland geht es politisch wohl eher um eine fatale Signalwirkung an andere hochverschuldete Länder als um die reale wirtschaftliche Auswirkung im EU-Raum.
Sonst müste ja Kaliforniern auch schon längst den Arnie-Dollar einführen. Denn gegen diese Schulden sind die von Griechenland die sprichwörtlichen "Peanuts". Und bevor wir auf die PIIGS lostreten sollten wir uns ansehen, wieviele Schulden unsere tollen Politiker in den letzten Jahren ausserbudgetär so versteckt haben (ÖBB, ASFINAG, ..).

tramezzino
16.03.2010 13:01
ganz toll

die eu bescheisst sich selber. als eu können wir keine direkte finanzhilfe geben, weil es die richtlinien verbieten, also umgehen wir diese und vergeben dieselbe kohle als einzelstaaten.

und die griechen glauben, sie bekommen das geld geschenkt und machen weiter wie bisher. wobei: das ist kein griechisches spezifikum, selbst unsere politiker glauben, dass sie kredite nicht zurückzahlen müssen.

ramazotti
16.03.2010 12:47

Und wann streiken wir eigentlich gegen Griechenland?

So ein bisserl coole linke Randale wie in Athen...

W.Hammerl
16.03.2010 14:16

Gerne, aber bitte fahren Sie zum Streiken nach Griechenland.

mcsummer
16.03.2010 12:46

ich versteh' die ganze aufregung einzelner poster nicht - sind wir nun europa oder nicht? wollen wir gemeinsam stehen oder nicht? wollen wir gemeinsam was bewegen oder nicht?
ich fühl' mich als europäer - bin stolz auf die eu und den euro!
aber bei diesem thema schlägt wieder einmal das neidproblem durch....was in österreich ja nicht so unüblich ist!

der gerüchterstatter
 
16.03.2010 14:52

ganz richtig. andere eu-länder hatten kein problem ihre handelsbilanz mit griechenland zu ihren gunsten zu nutzen, um die krise im eigenen land zu glätten, brüllen jetzt aber laut.

deutschland brüstet sich 3t-größter waffenhändler der welt zu sein, und hatte kein problem sich griechenland als größten kunden heranzuzüchten, auch ohne entsprechende gegengeschäfte.

jetzt überrascht und entrüstet zu tun ist unglaubwürdig.

hugo stronach
16.03.2010 13:49
irgendwie schwachsinnig dein posting..

derzeit bin ich weder stolz auf den Euro noch auf die EU. Wenn Betrug etwas ist auf das ich stolz bin fehlt mir was!

N. N.
16.03.2010 13:44
Also ehrlich,

auf derart naive Fragen muss man erst einmal kommen.

magenta cyan
16.03.2010 13:22

nach dem grundsatz "entweder sie sind für uns - oder sie eind gegen uns"?
sie meinen wir sollten "zusammenstehen", um "am ende des tages" den euro und seine union zu retten und dauerhaften freiheit und demokratie zu garantieren?

zittersepp
16.03.2010 13:02
Dann bezahl doch auch selbst mit anderen Gutmenschen dafür

und nimm nicht andere mit in Geiselhaft, die das nicht wollen.


tramezzino
16.03.2010 13:02

das problem ist, dass man geld für einen staat spenden soll, der systematisch betrügt.

Lalai Dama
16.03.2010 13:47
.. und dessen Leute auch noch die EU-Fahne verbrennen

da hält sich mein Solidaritätsbedürfnis dann doch etwas zurück.

Abzocke
16.03.2010 12:48
Aklso ich will nicht nur für Brüssel und Banken arbeiten!

Da war doch noch was anderes im Leben?!!!

mcsummer
16.03.2010 13:05

...aber ohne eu würden sie heute wahrscheinlich gar nicht mehr arbeiten...

hugo stronach
16.03.2010 13:50
Ohne EU keine Arbeit??

hör bitte endlich auf mit dem Blödsinn!

zittersepp
16.03.2010 13:43
was zu beweisen wäre.

Sicher ist aber
... mit der eu werden sie bald wahrscheinlich gar nicht mehr arbeiten..

Ludmilla von Country de la Musica
16.03.2010 13:03
"Aklso ich will nicht nur für Brüssel und Banken arbeiten!"

sondern lieber für österreich - also die raika, gewöhnliche kapitalisten und die heimische politikerriege.

lol

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